Effektlastige, aber auch sehr spannende Verfilmung des legendären, 1963 erstmals veröffentlichten Comics aus dem Hause Marvel.

Kinostart: 31.08.2000

Hugh Jackman

Hugh Jackman
als Wolverine

Patrick  Stewart

Patrick Stewart
als Xavier

Ian  McKellen

Ian McKellen
als Magneto

Famke Janssen
als Jean Grey

Jack Marsden
als Cyclops

Halle Berry
als Storm

Anna Paquin
als Rogue

Tyler Mane
als Sabretooth

Ray Park
als Toad

Rebecca Romijn
als Mystique

Bruce Davison
als Sen. Kelly

Matthew Sharp
als Henry Guyrich

Brett Morris
als Junger Magneto

Die Handlung von X-Men - Der Film

Obwohl sie von der Gesellschaft geächtet werden, bildet Professor Xavier willige Mutanten aus, ihre Superkärfte in den Dienst der Menschheit zu stellen. Doch die Feinde sind nicht weit: Ein machtgieriger Populisten-Politiker macht Front gegen die X-Men, und Xaviers einstiger Weggefährte Magneto, der mächtigste Mutant der Welt, will mit seiner Brotherhood of Mutants das Ende der Zivilisation herbeiführen.

In einer futuristischen Welt voller Vorurteile gelten Mutanten als gefährliche Andersartige. Aus Angst vor ihren übermenschlichen Fähigkeiten will US-Senator Robert Kelly sie daher allesamt registrieren und am liebsten verbannen lassen. Dieser Plan kommt dem verbitterten Mutanten Magneto gerade recht, der sich mit seinen Helfern auf den finalen Kampf um die Weltherrschaft vorbereitet. Ein Krieg, den die Menschheit eigentlich nur mit Hilfe von Professor Xavier und dessen "guten" Mutanten, genannt "X-Men", gewinnen kann...

Spektakuläre Verfilmung des legendären Superhelden-Comics aus dem Jahr 1963: Obwohl Mutanten in der Welt der Zukunft eigentlich unerwünscht sind, muss eine Gruppe von "guten" Mutanten unter der Führung von Professor Xavier die Welt vor dem bösen Mutanten Magneto und seinen Spießgesellen retten.

Kritik zu X-Men - Der Film

Der Kinosommer 2000 hält in der zweiten Hälfte eine Überraschung nach der anderen parat. So ereignete sich nach dem Einspiel-technisch perfekten "Sturm" und "Scary Movie" jetzt mit dem 57,2-Mio.-Dollar-Start des dramatischen Science-Fiction-Actioners "X-Men" die dritte Boxoffice-Sensation in Folge. Regisseur Bryan Singer ("Die üblichen Verdächtigen") orientierte sich bei seiner mit 75 Mio. Dollar und unter großem Zeitdruck realisierten Adaption des populären Marvel-Superhelden-Comics stark an der Vorlage. Treue Fans werden dies zu schätzen wissen, und das junge Mainstream-Publikum wird sich begeistert von der Hype-Woge mitreißen lassen.

Die Comicreihe von Stan Lee (er fungiert hier als ausführender Produzent und absolviert einen Cameoauftritt) wurde erstmals 1963 veröffentlicht und zeigte sich von den tumultartigen gesellschaftlichen Umwälzungen seiner Zeit beeinflusst: Die kulturell sowie sozial höchst unterschiedlichen Superhelden stehen für individuelle Ausdrucksfreiheit, und ihr gerechter Kampf gilt Diskriminierung jeglicher Art und spiegelt allegorisch das politische Klima der vorurteilsbelasteteten Post-McCarthy-Ära wieder. Singer greift die sozialkritische Komponente in seinem Film bereitwillig auf, ohne jedoch die Action zu vernachlässigen: In der nahen Zukunft angesiedelt, scheint sich ein Krieg zwischen der menschlichen Zivilisation und hoch entwickelten Mutanten anzubahnen. Diese mit übernatürlichen Fähigkeiten ausgestatteten Supermenschen sind in zwei Fraktionen gespalten. Für das Wohl einer Menschheit, die sie beargwöhnt, eingestellt ist der Telepath Charles Xavier ("Star Trek"-Captain Patrick Stewart), der als Direktor einer Begabtenschule Mutanten ausbildet. Seine engsten Vertrauten sind die Wetterhexe Storm (Halle Berry mit platinweißer Perücke), die telekinetisch begabte Ärztin Jean Grey (Bond-Girl Famke Janssen) und Laserauge Cyclops (James Marsden). Ihr erbitterter Gegenspieler ist der metallverbiegende Magneto (Ian McKellen, der mit Singer bereits bei dem unterschätzten "Der Musterschüler" zusammenarbeitete), zu dessen Team das Untier Sabretooth (Profi-Wrestler Tyler Mane), Froschmensch Toad (Ray Parks aus "Star Wars: Episode 1") und die atemberaubende Shapeshifterin Mystique (Supermodel Rebecca Romijin-Stamos zeigt sich im blauen Makeup- und Gummikostüm in formvollendeter Glorie) gehören. Die Story konzentriert sich jedoch in erster Linie auf den neu zu den X-Men stoßenden Wolverine (Aussie-Export Hugh Jackman glänzt mit trockenem Clint-Eastwood-Charisma), dessen gesamtes Skelett mit Metallteilen verstärkt ist und über ausfahrbare, rasiermesserscharfe Krallen verfügt. Im wahrsten Sinne ist er ein einsamer Wolf. Er entwickelt jedoch Beschützerinstinkte für das ausgerissene Mädchen Rogue (Oscar-Gewinnerin Anna Paquin), die mit jeder Berührung automatisch die Lebensenergie ihres Gegenübers aufsaugt. Sie spielt in Magnetos Plan, die Anwesenden eines Weltgipfeltreffens in New York in Mutanten zu verwandeln, eine entscheidende Rolle. Der abschließende actionreiche Showdown spielt sich denn auch symbolträchtig auf der Freiheitsstatue ab.

Der 34-jährige Singer erscheint als unkonventionelle Wahl für die Inszenierung eines spezialeffektlastigen Zukunftsthrillers (insgesamt über 500 Effektaufnahmen). Doch seit der Enttäuschung des seelenlosen "Batman & Robin"-Sequels und dem durchschlagenden Erfolg des Gedanken anregenden Blockbusters "Matrix" scheinen die Studios neben atemberaubenden Spezialeffekten auch den Bonus einer packenden Story erkannt zu haben. Durch die Vorstellung sehr vieler, einem Comic-unvertrauten Publikum unbekannter Figuren und einer dankenswert knappen Laufzeit von 105 Minuten kann sich Singer nicht allzuviel Tiefgang erlauben, und doch merkt man dem blendend aussehenden Film an, dass es hier um mehr geht als bunte Kostüme und billige Thrills. Zwar bleibt ein Liebesdreieck zwischen Wolverine, Jean Grey und Cyclops lediglich andgedeutet und ein Grossteil der Mutanten können lediglich im Vorüberhuschen skizziert werden, aber der Erzählton bewegt sich fast ausschliesslich auf ernsthafter Ebene, weil er seine Figuren und auch die Handlung ernst nimmt. Mancher wird den Mangel an "comic relief" in dieser Shakespeare-goes-Comic-Saga vermissen, aber das Mainstreampublikum, vor allem Jugendliche und Junggebliebene, sollten sich von diesem gelungenen Wurf dennoch bestens unterhalten fühlen. ara.

Wertung Questions?

FilmRanking: 190 -44

Filmwertung

Redaktion
-
User
3.9
Deine Wertung

Action

Red.
-
User
3.6
Deine Wertung

Humor

Red.
-
User
4
Deine Wertung

Gefühl

Red.
-
User
2.6
Deine Wertung

Spannung

Red.
-
User
4
Deine Wertung

Anspruch

Red.
-
User
3.3
Deine Wertung

Info

Plakat des Films: X-Men - Der Film
  • FSK ab 12 freigegeben

FSK: ab 12

Kinostart: 31.08.2000

USA 2000

Länge: 1 h 44 min

Genre: Action

Originaltitel: X-Men

Regie: Bryan Singer

Drehbuch: Bryan Singer, Tom DeSanto, David Hayter

Musik: Michael Kamen

Produktion: Ralph Winter, Tom DeSanto, Lauren Shuler Donner

Kostüme: Louise Mingenbach

Kamera: Newton Thomas Sigel

Schnitt: Steven Rosenblum, Kevin Stitt, John Wright

Ausstattung: John Myhre, Paul D. Austerberry, Tamara Deverell

Website: http://www.x-men-derfilm.de