Überdrehte Actionkomödie über einen Trupp verhätschelter Hollywood-Stars, die glauben, in Vietnam mit versteckten Kameras einen Kriegsfilm zu drehen, und in die Hände wahrer Drogenbarone fallen.

Kinostart: 18.09.2008

Ben Stiller

Ben Stiller
als Tugg Speedman

Jack Black

Jack Black
als Jeff Portnoy

Robert Downey Jr.

Robert Downey Jr.
als Kirk Lazarus

Steve Coogan
als Damien Cockburn

Jay Baruchel
als Kevin Sandusky

Danny McBride
als Cody

Brandon T. Jackson
als Alpa Chino

Bill Hader
als Rob Slolom

Nick Nolte
als Four Leaf Tayback

Matthew McConaughey
als Rick Peck

Tom Cruise
als Les Grossman

Brandon Soo Hoo
als Tran

Reggie Lee
als Byong

Trieu Tran
als Tru

Eva Drew
als Libby

Handlung

Für einen hochdramatischen Antikriegsfilm, den er vor Ort im Vietnam dreht, hat Regisseur Damien (Steve Coogan) eine ganze Riege Topstars verpflichtet: Actionikone Speedman (Ben Stiller) etwa, ein blasierter Muskelprotz, dazu der wehleidige Komiker Portnoy (Jack Black) und der ambitionierte Charaktermime Lazarus (Robert Downey Jr.), der sich für den Dreh extra die Hautfarbe schwärzen ließ. Während die Kamera läuft, greift die Drogenmafia an.

Drei Amigos drehen im Guerilla-Stil mit versteckter Kamera ein Kriegsdrama im Dschungel, bis eine Bande Drogenschmuggler scharf schießt und die aufgeblasenen Stars das für Fiktion halten. Nach "Zoolander" zieht Ben Stiller in einer herrlichen Komödie Hollywood durch den Kakao.

Regisseur Damien hat sich für seinen neuesten Film, das teuerste Vietnam-Drama aller Zeiten, die bestbezahlten Schauspieler gesichert, u. a. den blasierten Superstar Speedman, den verweichlichten Komiker Portnoy und den australischen Charakterstar Lazarus, der sich für seine Rolle sogar die Hautfarbe ändern lässt. Um nach anfänglichen Schwierigkeiten die bestmöglichen Ergebnisse zu erzielen, will Damien den Film fortan im Guerilla-Stil mit versteckten Kameras. Deshalb glaubt die Schauspieler-Gruppe auch dann noch, die Kameras würden laufen, als sie im Dschungel von Drogengangstern aufgespürt werden, die sie für die amerikanische Geheimpolizei halten.

Regisseur Cockburn hat sich für seinen neuesten Film, das teuerste Vietnam-Drama aller Zeiten, die bestbezahlten Schauspieler gesichert, u. a. den blasierten Superstar Speedman, den verweichlichten Komiker Portnoy und den Charakterstar Lazarus. Um nach anfänglichen Schwierigkeiten optimale Ergebnisse zu erzielen, will Cockburn den Film fortan im Guerilla-Stil mit versteckten Kameras drehen. Deshalb glaubt die Schauspieler-Gruppe auch dann noch, die Kameras würden laufen, als sie im Dschungel von Drogengangstern aufgespürt werden.

Kritik

Die nicht zuletzt aufgrund ihrer Aufsehen erregenden Cameo-Auftritte mit Spannung erwartete neue Komödie von Ben Stiller entpuppt sich als spritzige Hollywood-Farce, die manchmal gerne noch smarter wäre, als sie es tatsächlich ist.

Manchmal imitiert das Leben die Kunst. Das beweist "Tropic Thunder", der die Exzesse Hollywoods und Selbstverliebtheit seiner Stars in Form einer überkandidelten Parodie auf "Apocalypse Now" im Besonderen und das Genre des Kriegsfilms im Allgemeinen auf die Hörner nimmt, sich selbst aber genau dieser Vergehen schuldig macht: Die erste Regiearbeit von Ben Stiller seit "Zoolander" vor sieben Jahren und dem Vorgänger zumindest in der absurden Prämisse und der Zeichnung der von Stiller selbst gespielten Hauptfigur ähnlich, verwischt die Grenzen zwischen Satire und Realität so extrem, dass er seine namhaften Schauspieler bisweilen etwas zu augenzwinkernd Karikaturen ihrer in der Öffentlichkeit bekannten Persönlichkeiten spielen lässt: Stiller ist der nicht allzu helle und von sich selbst eingenommene Actionheld Tug Speedman, der sich nach einem katastrophalen Versuch im ernsten Fach als Forrest-Gump-Verschnitt "Simple Jack" auf dem absteigenden Ast befindet und an alte glorreiche Tage anknüpfen will. Jack Black spielt den für seinen Hang zur Flatulenz bekannten und von sich selbst eingenommenen Comedystar Fats Portnoy, der seine Drogensucht verheimlichen will. Und Robert Downey Jr. liefert eine brillante Performance als australischer und von sich selbst eingenommener Method-Actor Kirk Lazarus, der für eine Rolle so weit geht, sich die Haut färben zu lassen. Begleitet von dem wirklich schwarzen Rapstar Alpa Chino und dem Nachwuchsdarsteller Kevin, der so unauffällig ist, dass sich niemand seinen Namen merken kann, werden sie vom Fegefeuer der Eitelkeiten in ein wirkliches Fegefeuer geschickt, in dem alle exklusiven Handys, Festplattenrekorder und Annehmlichkeiten des Lebens auf der Überholspur nichts helfen. Der Film-im-Film über das teuerste Vietnamepos aller Zeiten mit einem überforderten Erstlingsregisseur, der schon nach fünf Drehtagen zwei Monate hinter Plan ist, entwickelt sich zu einem grotesken und niemals ernst zu nehmenden Survivaldrama im südostasiatischen Dschungel: Ausgehend von der Grundidee von Drei Amigos, treibt er die nach mehreren Pannen orientierungslos durch das Dickicht irrende Superstargruppe zum klimaktischen Zusammenprall einer mordlustigen Drogenbande, was sich wahlweise als Stunde der Bewährung, Wahrheit oder Erkenntnis entpuppt.

Alldieweil brennt Stiller ein Feuerwerk ab, zündender Gags ebenso wie endloser Kaskaden von Explosionen, hektischer Schnitte und plärrender Musik wie in einem Michael-Bay-Film. Tropic Thunder ist eine der lautesten Komödien aller Zeiten. Entsprechend laut und mit dicken Strichen aufgetragen müssen auch viele der Gags sein, um sich gegen die Kakophonie zu behaupten. Was nicht heißt, dass Subtilität keine Chance bekäme in dieser unablässigen Gagparade, die auch vor Pupswitzen keinen Halt macht: Im allgemeinen Getöse gehen die vielen cleverem Einfälle aber eher unter. Anders als in anderen gelungenen schwarzen Komödien über die Filmindustrie wie Robert Altmans "The Player" oder Michael Winterbottoms in Deutschland nach wie vor unveröffentlichtem "Tristram Shandy" geht es nicht darum, irgendetwas aufzudecken oder eine Erkenntnis zu Tage zu fördern. Stillers stets liebevolles Spiel mit Klischees und Stereotypen tut niemandem weh und hat ehrlich gesagt nichts zu erzählen, ist aber saukomisch, weil es sich stets nur Sprungbrett für seine Pointen versteht. Für einen Lacher ist jedes Mittel recht, ob es sich nun um die vielgerühmten Cameoauftritte, u. a. Tom Cruise als ebenso fetter wie fluchender Hollywood-Mogul oder Matthew McConaughey als Manager im Gewissenskonflikt, handelt, das Spiel mit Genrekonventionen gleich auf diversen Metaebenen (am begnadetsten: die den Film begleitende Dreharbeitendoku "Rains of Madness", die sich an dem berühmten "Hearts of Darkness" orientiert) oder Geistesblitze wie die aberwitzigen Fake-Trailer, mit denen eingangs die Hauptfiguren der von Kriegsfilmveteran John Toll ("Der schmale Grat") in prächtiges Licht gerückten Klamotte vorgestellt werden. Dass es schließlich die Nebenfiguren sind Nick Nolte als grimmiger Vietnamveteran mit Geheimnis, Danny McBride als orgiastischer Feuerteufel oder Steve Coogan als britischer Filmemacher, der förmlich aus dem Regiestuhl gesprengt wird -, die die nachhaltigsten Treffer landen, passt perfekt ins Konzept dieser Reise in den Scherz der Finsternis. ts.

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Info

Plakat des Films: Tropic Thunder
  • FSK ab 16 freigegeben

FSK: ab 16

Kinostart: 18.09.2008

USA 2008

Länge: 1 h 46 min

Genre: Komödie

Originaltitel: Tropic Thunder

Regie: Ben Stiller

Drehbuch: Ben Stiller, Justin Theroux, Etan Cohen

Musik: Theodore Shapiro

Produktion: Ben Stiller, Stuart Cornfeld, Eric McLeod

Kostüme: Marlene Stewart

Kamera: John Toll

Schnitt: Greg Hayden

Ausstattung: Jeff Mann

Website: http://www.tropicthunder.de

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