Fortsetzung von DreamWorks' CGI-Extravaganza, in der Prinzessin Fiona und ihr Gatte Shrek einen abenteuerlichen Besuch im Königreich "Far Far Away" erleben.

Kinostart: 01.07.2004

Die Handlung von Shrek 2 - Der tollkühne Held kehrt zurück

Zurück von der Hochzeitsreise wartet allerhand Ungemach auf Prinzessin Fiona und ihren Göttergatten Shrek. Fionas Eltern, ihrerseits King und Queen des Königreiches Far, Far Away, sind vom neuen Schwiegersohn alles andere als erbaut. Erstens, weil er ein großer, grüner Oger ist, und zweitens, weil man die Tochter bereits einige Monde zuvor Prince Charming versprochen hat, der nun auf sein Recht pocht. Ein gestiefelter Kater soll das Problem lösen. Doch der Auftragskiller entpuppt sich nicht eben als große Leuchte.

Respektloser Umgang mit Märchenklischees ist wieder mal oberstes Gebot bei der Fortsetzung des Oscar-gekrönten Trickfilmvergnügens.

Nachdem er den bösen Lord Farquaad besiegt und Prinzessin Fiona geheiratet hat, steht Shrek seiner größten Herausforderung bevor: den Schwiegereltern. Kaum aus den Flitterwochen zurück ruft sie eine Einladung von Fionas Eltern ins Königreich "Far, Far Away". Gemeinsam mit Shreks treuem Freund Donkey werden sie von den Bewohner von "Far, Far Away" freudig begrüßt. Doch der König ist nicht wirklich begeistert, über das Monster an der Seite seiner Tochter.

Bevor Shrek und Prinzessin Fiona nach den Flitterwochen ihr Familienleben starten, steht ein Besuch bei den Schwiegereltern an, die dummerweise nichts von Shreks Naturell wissen. Wie von dem Oger nicht anders erwartet, fällt der Empfang am königlichen Hof denn auch recht unterkühlt aus, hatte König Harold doch eigentlich den schnöseligen Prinz Charming als Gatten seiner hübschen Tochter auserkoren. Deshalb versucht er nun mit Hilfe der gerissenen Guten Fee und dem gefürchteten gestiefelten Kater seine Heiratspläne durchzusetzen.

Kritik zu Shrek 2 - Der tollkühne Held kehrt zurück

Als "Shrek" Hollywood vor drei Jahren zuerst sein grünes Wunder erleben ließ, war der liebenswert grummelige Oger noch der Underdog. Nach einem weltweiten Einspiel von 480 Mio. Dollar geht die CGI-Märchenparodie, damals wie heute durchaus als Kampfansage an Disney zu verstehen, als Schwergewicht der Saison an den Start - und hält dem Erwartungsdruck stand. Die Fortsetzung, die ihre Weltpremiere als Wettbewerbsbeitrag des Festival de Cannes feierte, knüpft nicht nur inhaltlich, sondern auch stilistisch und im Ton unmittelbar an das Oscar-prämierte Original an. Einzig ganz so frisch und wie aus einem Guss wie der erste Teil will die mit unzähligen Zitaten, Parodien und Verweisen gespickte Gute-Laune-Mär über den ersten Besuch der Shreks bei den blaublütigen Schwiegereltern nicht mehr wirken, was den sensationellen Boxoffice-Aussichten keinen Abbruch tun sollte, wie sich an den Rekordzahlen am US-Boxoffice deutlichst ablesen lässt.

Stolz prangt das neue "Dreamworks Animation"-Banner über dem Aushängeschild des jungen Hollywood-Studios, das im September seinen zehnten Geburtstag feiern wird. Nachdem seit dem eineinhalb Jahre zurückliegenden Erfolg von "Catch Me If You Can" die Luft ein wenig raus gewesen war und gerade Jeffrey Katzenbergs Zeichentrickabteilung zuletzt empfindliche Rückschläge einstecken musste ("Spirit - Der wilde Mustang" spielte weltweit weniger ein als "Shrek 2" in den USA an den ersten fünf Tagen), dürfen sich die Traumarbeiter nach getanem Werk nun wieder entspannen. Schon in den ersten fünf Minuten - einer rasend schnellen und ebenso witzigen Montage über die verliebten Flitterwochen von Shrek und Prinzessin Fiona - hält der von Andrew Adamson diesmal mit Kelly Asbury und Conrad Vernon inszenierte Film mehr Lacher bereit als die meisten Komödien des letzten Jahres über ihre komplette Laufzeit.

Mit der Heimkehr der Shreks in den Sumpf und dem Einsetzen des Alltags beginnt auch die eigentliche Handlung des Films, die schnell auf den Punkt gebracht wird. Bevor man sich nämlich ein eigenes Leben aufbauen kann, steht der Besuch bei den Schwiegereltern auf dem Programm, in einem weit, weit entfernten Land, das zufällig Far, Far Away heißt und noch zufälliger, nach langer, beschwerlicher Reise, bei der sich auch wieder der Esel zu dem Oger-Pärchen gesellt, aussieht wie Beverly Hills und Hollywood - Anlass für ein paar lässige freche Seitenhiebe, wie beispielsweise ein Coffeeshop, der "Farbucks" heißt. Anstatt großer Freude über die Heimkehr der verlorenen Tochter mit ihrem Retter macht sich alsbald Ernüchterung breit bei König Harold und Gattin Lillian: Weder sind sie begeistert von der Erscheinung der Tochter, noch können sie ihrem mit Flatulenzen und schlechten Manieren ausgestatteten Schwiegersohn etwas abgewinnen. Das treibt einerseits einen Keil zwischen die jungen Liebenden, andererseits Harold dazu, einen Auftragskiller auf Shrek anzusetzen. Eine durchtriebene Fee und ihr eitler Sohn Prince Charming tragen zudem zur Verwirrung bei, die sich nach allerhand Verstrickungen bei einem großen Ball zu den Klängen von "La Vida Loca" in einem der vergnüglichsten Showdowns des Animationsfilms in Wohlgefallen und einige Überraschungen auflöst.

Mehr noch als das Original fährt "Shrek 2" Schlitten mit den tradierten Märchen-Klischees. Kann man einen Film ernsthaft nicht lieben, in dem Schneewittchen als "lebt mit sieben Männern, ist aber nicht einfach" beschrieben, Aschenputtels Stiefschwester eine bärtige Vettel mit der Stimme von Larry King und Pinocchio eine eigentümliche Vorliebe für G-String-Tangas hat? Gemessen an der Ausgangssituation und dem wunderbaren Gespür der Macher für Figuren ist es ein wenig enttäuschend, dass die Handlung selbst wenig mehr ist als eine - zugegeben hinreißende - Sketchparade, in der sich Spannung und Aufregung immer nur aus der jeweiligen Situation ergeben. Zugegeben ist es auch ein eher hoffnungsloses Unterfangen, dieses vor Einfällen und wunderbaren Charakteren förmlich überberstende Füllhorn der guten Laune in ein Handlungskorsett zu schnüren. Und wer eine Filmfigur wie den gestiefelten Kater aus der Taufe hebt, der sich im schönsten Moment des Films im Handumdrehen von einem verwegenen Mantel-und-Degen-Desperado in ein großäugiges Miezekätzchen verwandelt (zur Freude des Zusehers fanden die Filmemacher das wohl ebenfalls so toll, dass sie die wundersame Verwandlung später noch einmal wiederholen), dem verzeiht man ohnehin alles. ts.

Wertung Questions?

FilmRanking: 3927 >99

Filmwertung

Redaktion
-
User
-
Deine Wertung

Action

Red.
-
User
-
Deine Wertung

Humor

Red.
-
User
-
Deine Wertung

Gefühl

Red.
-
User
-
Deine Wertung

Spannung

Red.
-
User
-
Deine Wertung

Anspruch

Red.
-
User
-
Deine Wertung

Info

Plakat des Films: Shrek 2 - Der tollkühne Held kehrt zurück

Kinostart: 01.07.2004

USA 2004

Länge: 1 h 32 min

Genre: Komödie

Originaltitel: Shrek 2

Regie: Conrad Vernon, Kelly Asbury, Andrew Adamson

Drehbuch: J. David Stem, David N. Weiss, Joe Stillman

Musik: Harry Gregson-Williams

Produktion: John H. Williams, David Lipman

Kostüme: Isis Mussenden

Schnitt: Sim Evan-Jones, Michael Andrews

Ausstattung: Guillaume Aretos, Steve Pilcher

Website: http://www.uip.de