Wolfgang Petersens Remake von "Die Höllenfahrt der Poseidon" von 1972, in dem eine gewaltige Welle einen Passagierkreuzer zum Kentern bringt.

Kinostart: 12.07.2006

Josh Lucas

Josh Lucas
als Dylan Johns

Kurt Russell

Kurt Russell
als Robert Ramsey

Richard Dreyfuss

Richard Dreyfuss
als Richard Nelson

Jacinda Barrett
als Maggie James

Emmy Rossum
als Jennifer Ramsey

Mía Maestro
als Elena

Mike Vogel
als Christian

Kevin Dillon
als Lucky Larry

Freddy Rodriguez
als Valentin

Jimmy Bennett
als Conor James

Stacy Ferguson
als Gloria

Andre Braugher
als Captain Michael Bradford

Kirk B.R. Woller
als Chief Officer Reynolds

Handlung

Im Nordatlantik legt eine gewaltige Welle ein als unsinkbar eingestuftes Kreuzfahrtschiff pünktlich zur Sylvesterparty aufs Kreuz. Eingeschlossen in der Wasserfalle wollen kluge Männer wie der Navy-Offizier Dylan (Josh Lucas) und der Feuerwehrmann Robert (Kurt Russell) nicht auf unwahrscheinliche Rettung von außen warten und brechen mit einer Handvoll Mitstreiter zur Odyssee durch den fallengespickten Schiffsbauch auf.

Wolfgang Petersen

Die Poseidon ist ein gewaltiges und schier unsinkbares Passagierschiff. Doch der Friede an Bord findet ein jähes Ende, als eine gewaltige Flutwelle das Schiff mit voller Wucht trifft und um 180 Grad auf den Kopf wendet. Panisch finden sich die wenigen Überlebenden zusammen und machen sich auf den beschwerlichen Weg durch die Poseidon in die Freiheit.

Auf allen Decks des Kreuzfahrtschiffes "Poseidon" wird kräftig Silvester gefeiert. Da erfasst eine Monsterwelle den Ozeanriesen und wirft ihn einfach um. Das kopfüber gekenterte Schiff läuft mit Wasser voll. Eine Gruppe Überlebender, darunter der Zocker Dylan, die Witwe Maggie mit ihrem Sohn Connor und der Ex-Feuerwehrmann Robert Ramsey samt Tochter und deren heimlichem Verlobten, entschließt sich, das Schicksal selbst in die Hand zu nehmen. Und so macht sie sich auf zu einem Höllentrip quer durch den Rumpf des sinkenden Luxusliners.

Kritik

Im Remake der "Höllenfahrt der Poseidon" setzt Wolfgang Petersen auf Tempo, Action und spektakuläre Schauwerte. Kurt Russell und Josh Lucas kämpfen sich in dem zeitgemäßen Katastrophenthriller durch den Schiffsbauch eines gekenterten Luxusliners.

Nach seinem Klassiker "Das Boot" und "Der Sturm" beschwört Petersen erneut die mächtigen Gewalten des Ozeans. Zunächst lernt man in einer zweieinhalbminütigen Kamerafahrt um das von ILM animierte Kreuzfahrtschiff den Profi-Spieler Dylan ("Stealth"-Pilot Josh Lucas) kennen, der wie die anderen Touristen mitten im Nordatlantik einen rauschenden Silvesterabend feiern will. Im riesigen Ballsaal steigt eine Gala in festlicher Garderobe, begleitet von einer Band (Sängerin: Stacy Ferguson von den "Black Eyed Peas"), aber der Countdown läuft nicht nur zum Jahreswechsel, sondern auch zur Apokalypse.

Schon nach wenigen Filmminuten rollt eine 50 Meter hohe Wellenfront über das gewaltige schwimmende Hotel, das auf die Backbordseite kippt und kieloben treibt. Nicht nur, aber vor allem in dieser minutenlangen Kentersequenz zeigen sich die Errungenschaften heutiger Effektmöglichkeiten. Den Wassermassen sieht man die Fortschritte seit "Der Sturm" an, aber erst in Kombination mit donnernden mechanischen Effekten entsteht die beeindruckende Gesamterscheinung.

Wenn sich der Ballsaal um 180 Grad auf den Kopf dreht, sind Tumult und Panik lebensecht. Der Kapitän verspricht den Überlebenden in der Trümmerlandschaft die baldige Rettung - eine Notlüge. Dylan indes hat nicht vor, unter der Wasserlinie abzuwarten und will sich zum Rumpf vorarbeiten, um durch die Schiffsschrauben die Oberfläche zu erreichen. Ihm schließen sich der neunjährige Conor (Jimmy Bennett, "Firewall"), seine verwitwete Mutter Maggie (Jacinda Barrett), der lebensmüde Nelson (Veteran Richard Dreyfuss, der bereits den "Weißen Hai" bändigte) sowie Ex-Feuerwehrmann Robert Ramsey (Kurt Russell) an. In der Disko findet das Team Ramseys 19jährige Tochter Jennifer (Emmy Rossum, "The Day After Tomorrow"), ihren heimlichen Verlobten Christian (Mike Vogel, "The Texas Chainsaw Massacre") sowie die blinde Passagierin Elena (Mia Maestro) und den schmierigen Lucky Larry (Kevin Dillon als Chauvinistenclown). Den Weg dorthin und durch den langsam voll laufenden Schiffsbauch pflastern Petersen und sein Drehbuchautor Mark Protosevich ("The Cell") mit Explosionen, Kletterpartien über Abgründen, hereinbrechenden Wassermassen, riskanten Tauchgängen, funkenschlagenden Stromkabeln, brennenden Benzinwasserfällen, Klaustrophobie und Panikattacken - eine permanente Nerven-Stimulation. Action und Thrill werden großgeschrieben, das Wort Gefahr durchbuchstabiert und eine Extremsituation folgt der anderen, was bisweilen etwas kursorisch ausfällt.

Die Tragödie gerät zum Katalysator zwischenmenschlicher Prozesse, auch wenn diese nur angerissen werden. Denn Pausen, in denen die Figuren ihre Probleme abarbeiten könnten, kommen nicht vor. Gab das behäbige Original von 1972, erschienen zum Höhepunkt der damaligen Katastrophenfilmwelle ("Airport" & Co.), seinen Stars Ernest Borgnine und Gene Hackman viel Zeit für Konfrontationen, spart sich Petersen das und folgt einem effektiven Konzept - dem des rastlosen Ausbruchsthrillers aus einem Stahlgefängnis, das immer schneller zum nassen Grab zu werden droht. Das handlungsdichte Abenteuer spinnt vergleichsweise wenig Seemannsgarn und gibt sich erstaunlich authentisch. Die knapp 150 Mio. Dollar teure Produktion läuft bündig, ohne den Hang zur Überlänge auf ein dramatisch zugespitztes Ende zu, das Opferbereitschaft und stilles Heldentum weitgehend pathosfrei preist. Petersen empfiehlt sich einmal mehr neben James Cameron als ultimativer Tiefsee-Experte und kann der "Titanic" zumindest tricktechnisch das Wasser reichen. tk.

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Info

Plakat des Films: Poseidon
  • FSK ab 12 freigegeben

FSK: ab 12

Kinostart: 12.07.2006

USA 2006

Länge: 1 h 38 min

Genre: Action

Originaltitel: Poseidon

Regie: Wolfgang Petersen

Drehbuch: Mark Protosevich

Musik: Klaus Badelt

Produktion: Wolfgang Petersen, Akiva Goldsman, Duncan Henderson, Mike Fleiss

Kostüme: Erica Edell Phillips

Kamera: John Seale

Schnitt: Peter Honess

Ausstattung: William Sandell

Website: http://www.poseidon-derfilm.de/

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