Bullys "Schuh des Manitu"-Nachfolgeprojekt lockt als "Star Trek"-Parodie mit Mr. Spuck, Schrotti und Captain Kork in die unendlichen Weiten des Weltalls.

Kinostart: 22.07.2004

Til Schweiger
als Rock

Anja Kling
als K

Sky Du Mont
als Herzog William der Letzte

Hans-Michael Rehberg
als Regulator Rogul

Anton Figl
als Popowitsch

Reiner Schöne
als Senator Bean

Christoph Maria Herbst
als Berater von Herzog William

Hans-Peter Hallwachs
als Konsul Kanon

Handlung

Im Jahre 2054 gelang der Menschheit die Besiedelung des Roten Planeten. Jetzt, ziemlich genau zweieinhalb Jahrhunderte später, dankt man es ihr schlecht, indem die ehemaligen Kolonisten die Erde ins Visier nehmen und deren Bewohner zu vernichten drohen. Helfen kann den angstschlotternden Erdlingen nur mehr das (T)Raumschiff Surprise. Doch deren vielseitig orientierte Crew hat zur Zeit leider ganz andere Sorgen, wie z.B. Tänzchen choreographieren, Klamotten aussuchen, und sonstige lebenserhaltende Aktivitäten.

Nach der erfolgreichen "Manitu"-Mission knöpfen sich Michael "Bully" Herbig und seine tapferen Mitstreiter den nächsten Entertainment-Meilenstein vor. Ein rundes Drittel von ca. einer Million bundesdeutschen Umfrageteilnehmern hat entschieden: Käpt'n Kork, Mr. Spuck und Schrotti gehen an den Kinostart.

Im Jahr 2304 wird die Erde von einer Invasion von Außerirdischen bedroht. Für die Rettung der Menschheit gibt es nur noch eine einzige, allerletzte Hoffnung: Ausgerechnet die von Mr. Spuck, Schrotti und Captain Kork angeführte Besetzung des "(T)Raumschiff Surprise" soll das drohende Unheil abwenden. Die befindet sich jedoch mit ihrem Schiff irgendwo da draußen in den unendlichen Weiten des Weltalls und muss zunächst einmal zurück auf die Erde gelockt werden.

Mr. Spuck ist mit seinen zickigen Kumpels Schrotty und Käpt'n Kork in den unendlichen Weiten des Universums unterwegs. Dort wird mächtig geballert, gebeamt und Taxi gefahren - zum Beispiel von Rock, auf dessen Muckis das lustige Welt(alpt)raum-Trio mächtig abfährt. Rock wiederum steht eher auf die liebreizende Königin Metapha, die sich plötzlich ohne BH und im Mittelalter, respektive in den Armen des lüsternen Herzogs William der Letzte wiederfindet. Und dann? Ja, und dann geht die Story erst richtig los.

Kritik

Stapellauf für den am strengsten geheim gehaltenen Blockbuster dieses Sommers, das "(T)Raumschiff Surprise" - lizenzbedingt noch um den Beinamen "Periode 1" ergänzt. Nach knapp dreijähriger Wartezeit präsentiert Michael "Bully" Herbig seinen heiß ersehnten dritten Film - den ersten nach seinem Sensationserfolg "Der Schuh des Manitu". Und die rosaroten Widergänger von Kirk, Spock & Co. ziehen alle Register ihres beeindruckenden komödiantischen Könnens. Mit der Gesamtsituation dieser gnadenlosen Persiflage auf Sci-Fi-Klassiker und aktuelle Hollywood-Blockbuster kann man durchaus zufrieden sein. Zumal sich die Macher den Stoff nicht selbst ausgesucht haben, sondern sich ganz demokratisch dem Abstimmungsergebnis aus Herbigs Fernseh-Show "Bully Parade" beugten.

Mastermind "Bully", mit Drehbuch, Produktion, Regie und einer Hauptrolle wohl ausreichend ausgelastet, tat gut daran, frühzeitig die Tarnvorrichtung über sein tuckiges Spaßvehikel zu stülpen. Mit 11,5 Millionen Zuschauer für den Vorgänger "Der Schuh des Manitu" schleppte er eine enorme Hypothek mit sich herum. Jede weitere Information über die Handlung hätte seiner 87-minütigen All-Nummer Spannung und Drive genommen. So jedoch präsentiert sich das "(T)Raumschiff" nicht nur als bloße Abfolge von Gags und Pointen, sondern wartet mit einigen Überraschungen sowohl in Sachen Personal als auch Plot auf.

In bester "Star Trek"-Manier müssen nämlich die aufreizend affektierten Besatzungsmitglieder der "Surprise", Käpt'n Kork (Christian Tramitz), Schiffstechniker Schrotty (Rick Kavanian) und Vulcanette Spuck (Herbig), per Zeitreise die Invasion der Erde durch wild gewordene Marsianer verhindern. Unterstützung erhalten sie dabei von Weltraum-Taxler Til Schweiger und Erdenkönigin Anja Kling. Der ultraböse Sith-Lord-Helmchen Jens Maul (ebenfalls Kavanian) macht ihnen dabei mittels Zeitmofa und sächsischem Dialekt das Leben schwer. Die große Leistung des gesamten Filmteams bestand zweifelsohne darin, bis zuletzt geheim zu halten, dass es eben nicht bei einem Zeitsprung bleibt.

Ehe man sich jedoch zu viele Gedanken über die Folgen für das Raumzeitkontinuum und gehirnerweichende Zeit-Paradoxen macht, schaltet "Bully" schnell einen Gang nach vorn und dreht den Slapstick-Regler auf Maximum, beizeiten ohne Rücksicht auf Verluste. Denn so mancher Witz kann sich vielleicht nicht zwischen Hommage und ironischer Brechung der Vorlage entscheiden, so manche Zote hat man vielleicht sogar bereits gesehen.

Die tricktechnische Perfektion des "(T)Raumschiffs" hat man jedoch mit Sicherheit noch nicht in einem deutschen Film erlebt - sie stehen den großen Vorbildern aus dem Hause Lucas in nichts nach. Die Fans der Fernseh-"Surprise" werden sich verwundert die Augen reiben, wurden doch Medizinball und Propeller-Enterprise durch grandios designte, schnittige CGI-Modelle ersetzt. Gigantische Raumflotten gleiten da majestätisch durchs All, Laser-Blitze zucken wild über die Leinwand und fulminante Hochgeschwindigkeits-Verfolgungsjagenden in der oberen und unteren Atmosphäre lassen nicht nur Kork nach der Spuktüte greifen. Dass das Budget dabei trotzdem nicht neun Millionen Euro überschritten hat, ist umso erstaunlicher.

Glücklicherweise gelingt es Herbig trotz aller technischen Großtaten, nicht seine eigentliche, selbst definierte Aufgabe zu vergessen: das Publikum zu unterhalten - und zwar mit den Figuren, die dieses sich für diesen Film ausgesucht hat. So rücken dann auch folgerichtig Kork und Spuck im entscheidenden Moment ob als zankendes Pärchen oder im Showdown als die inniglich Liebenden in den Vordergrund. So bedient in letzter Instanz das "(T)Raumschiff Surprise" doch wieder den breiten Fächer an Erwartungen der"Bully"-Fans und weist viele der Qualitäten auf, die den "Schuh des Manitu" zu Deutschlands erfolgreichstem Film machten. Diesen zu überflügeln, wird dem "(T)Raumschiff" schwer fallen. Anschließen an den Erfolg wird es auch wegen des veritablen Marketingaufwands jedoch sicher können. tw.

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Info

Plakat des Films: (T)Raumschiff Surprise - Periode 1
  • FSK ab 6 freigegeben

FSK: ab 6

Kinostart: 22.07.2004

Deutschland 2003

Länge: 1 h 27 min

Genre: Komödie

Originaltitel: (T)Raumschiff Surprise - Periode 1

Regie: Michael Bully Herbig

Drehbuch: Michael Bully Herbig, Rick Kavanian, Alfons Biedermann

Musik: Ralf Wengenmayr

Produktion: Michael Bully Herbig

Kostüme: Anke Winckler

Kamera: Stephan Schuh

Schnitt: Alexander Dittner

Ausstattung: Claus Kottmann

Website: http://www.periode1.de

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