Gnadenlose Actionsatire über einen international operierenden Waffenschieber, der von Interpol gejagt wird und sich in ein moralisches Dilemma manövriert.

Kinostart: 16.02.2006

Nicolas Cage

Nicolas Cage
als Yuri Orlov

Ethan Hawke

Ethan Hawke
als Valentine

Jared Leto

Jared Leto
als Vitali Orlov

Bridget Moynahan
als Ava Fontaine

Eamonn Walker
als Baptiste Senior

Sammi Rotibi
als Baptiste Junior

Ian Holm
als Simeon Weisz

Shake Tukhmanyan
als Irina Orlov

Jean-Pierre Nshanian
als Anatoly Orlov

Jasper Lenz
als Gregor

Handlung

Kleingauner Yuri (Nicolas Cage), der aus ärmlichen Verhältnissen stammt, träumt von einer Karriere als internationaler Waffenhändler. Seine große Stunde schlägt, als der eiserne Vorhang fällt und Unmengen sowjetischer Kriegswaffen tolldreiste Zwischenhändler suchen. Dabei muss sich Yuri stets gut umsehen, denn weder mit seinem anhänglichen FBI-Verfolger Jack Valentine (Ethan Hawke) noch seinen zumeist recht skrupellosen Kunden ist zu spaßen.

Fiktive, doch lebensnahe Beschreibung eines florierenden Wirtschaftszweiges. Regisseur Andrew Niccol ("Die Truman Show", "Gattaca") bürgt für originelle Thrillerkost abseits gängiger Actionfilmpfade.

Yuri Orlov fühlt sich zu Höherem berufen, als im Restaurant zu arbeiten. Er steigt vom Kleinkriminellen zum größten internationalen Waffenhändler auf, zu dessen Klientenliste auch blutrünstige Diktatoren zählen. Das bringt ihm Geld, Frauen und Drogen, aber auch die ungewollte Aufmerksamkeit des Interpol-Agenten Valentine ein. Dieser heftet sich für ein nervenaufreibendes Katz- und Mausspiel verbissen an Yuris Fersen.

Der ukrainische Immigrantensohn Yuri Orlov steigt nach bescheidenen Anfängen in New Yorks Little Odessa vom Kleinkriminellen zum weltweit mächtigsten Waffenschieber auf. Er versorgt skrupellose Staatsoberhäupter ebenso wie marodierende Rebellenarmeen. Wer zahlt, schafft an: Von der Kalaschnikow bis zum Kampfhubschrauber. Doch der Job bringt ihm nicht nur Devisen, Macht und eine schöne Ehefrau, sondern erregt auch die Aufmerksamkeit des Interpol-Agenten Valentine, der alles daran setzt, Orlov das skrupellose Handwerk zu legen.

Kritik

Regisseur und Drehbuchautor Andrew Niccol ("Die Truman Show") bombardiert das Publikumsgemüt (und -gehirn) mit einer scharfzüngig-smarten Politsatire im Stil von "Three Kings" um internationalen Waffenhandel, erzählt aus der Perspektive eines supererfolgreichen Schwarzmarkt-Schiebers, der von Nicholas Cage faszinierend porträtiert wird.

Schweres Geschütz, sowohl in dramatischer als auch visueller Hinsicht, wird umgehend mit der Openingsequenz abgefeuert. Sie zeigt aus der Sicht einer Munitionskugel ihren Werdegang von der Herstellung bis zur Explosion im Schädel eines jugendlichen afrikanischen Soldaten. Anschließend wird das Schicksal des Antihelden Yuri Orlov geschildert, der häufig direkt in die Kamera spricht und ansonsten viel im Voiceover zu vernehmen ist. Es ist das Jahr 1982. Der Sohn ukrainischer Immigranten fühlt sich zu Höherem berufen, als im Restaurant zu arbeiten. Über einen Zeitraum von 20 Jahren erzählt, steigt er vom Kleinkriminellen zum größten internationalen Waffenhändler auf, dessen Klientenliste die blutrünstigsten Diktatoren rund um den Globus umfasst. Sein Aufstieg bringt Geld, Frauen und Drogen, aber auch die ungewollte Aufmerksamkeit des Interpol-Agenten Valentine (Ethan Hawke mittlerweile schon ganz auf Law & Order abonniert). Dieser heftet sich für ein nervenaufreibendes Katz- und Mausspiel verbissen an Yuris Fersen, wobei dies nur einer von vielen Aspekten dieser vielschichtig-komplexen Moralfabel ist. Orlov wird neben den von ihm selbst gegebenen Einsichten vorrangig durch seine Beziehungen definiert: die zu seinem koksabhängigen Bruder und Partner Vitali ("Alexander"-Gespiele Jared Leto), seiner auf Lügen und Täuschung aufgebauten Ehe zu Supermodel Ava (eine roboterhafte Bridget Moynahan aus "I, Robot"), zu seinem Mentor Simon Weisz (Ian Holm), der im Business ist, "um Regierungen zu ändern", und schließlich auch die zu dem liberianischen Tyrannen Baptiste Senior (einschüchternd kalt: Eamonn Walker). Doch nach einem kometenhaften Aufstieg kommt bekanntlich der Fall, und Orlov wird in eine chaotische Spirale von unkontrollierter Gewalt hineingerissen.

Cage gelingt in seiner dynamischsten Performance seit langem, mit Charme und Galgenhumor eine sehr menschliche und nuancierte Figur zu kreieren, die sich über übliche Schwarzweiß-Malerei hinwegsetzt. So ist Orlov einerseits ein geldgieriger Egomane, für den Geschäft Geschäft ist, andererseits regt sich in ihm schließlich doch ein Funken von moralischem Verantwortungsbewusstsein. Ein ethisches Dilemma, das den Protagonisten in den Grundfesten seiner Existenz erschüttert, greift Niccol grundsätzlich gerne auf. Mit seinen beiden vorherigen Regiearbeiten "Gattaca" und "S1mOne" blickte er kritisch-ironisch in die Zukunft, nun nimmt er sich eines aktuellen Themas an, mit dem er zum Nachdenken anregen will. Dabei wagt er sich an die schwierige Gratwanderung, aufrichtiges Anprangern tragischer Verhältnisse mit schwarzem politischem Humor zu paaren. Diese Mischung aus erhobenem Zeigefinger und bissigem Zynismus wird nicht unbedingt nach der Fasson von Jedermann sein. Geneigte Zuschauer hingegen werden ihren Spaß haben und neben der komplexen Erzählung zudem Feuer und Flamme für die bestechende Kameraarbeit von Amir Mokri sowie den Soundtrack mit smarter Songauswahl sein. ara.

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Info

Plakat des Films: Lord of War - Händler des Todes
  • FSK ab 16 freigegeben

FSK: ab 16

Kinostart: 16.02.2006

USA 2005

Länge: 2 h 3 min

Genre: Drama

Originaltitel: Lord of War

Regie: Andrew Niccol

Drehbuch: Andrew Niccol

Musik: Antonio Pinto

Produktion: Philippe Rousselot, Nicolas Cage, Andrew Niccol, Norm Golightly, Andreas Grosch

Kamera: Amir Mokri

Schnitt: Zach Staenberg

Ausstattung: Jean-Vincent Puzos

Website: http://www.lordofwar-derfilm.de

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