Vierter Teil von George A. Romeros legendärer "Nacht der lebenden Toten"-Reihe, in der Zombies bereits fast die gesamte Erde erobert haben.

Kinostart: 01.09.2005

Die Handlung von Land of the Dead

Die letzten Menschen haben sich in Städte zurückgezogen, die von der Außenwelt mit Mauern getrennt sind. Innen herrschen Industrialisten in ihren Hochhäusern, draußen die Zombies, die sich zu immer größeren Armeen zusammen rotten. Eine Söldnertruppe wird angeheuert, die die Lebenden vor den lebenden Toten schützen soll.

Nachdem ihren Gräbern entstiegene Leichen die Menschheit zu weiten Teilen infiziert oder verzehrt haben, ballen sich die Überlebenden auf hochgerüsteten, gut bewachten Inseln der Zivilisation, wo Kapitalisten der alten Schule den Ton angeben und das Proletariat bei wenig Panem und viel Circenses der Erweckung durch einen geeigneten Aufwiegler harrt. Als eines Tages ein enttäuschter Wachmann private Rache am herrschenden Kaufman übt, öffnen sich die Schleusen und der Kampf Mensch versus Zombie geht in die nächste Runde.

Menschenfressende Tote belagern Superkaufmann Dennis Hopper auf seiner Insel des Raubtierkapitalismus im Toten Meer. Lustige Zombies, zu wenig Licht und Gesellschaftskritik mit der groben Kelle in George Romeros viertem Zombiefilm.

Kritik zu Land of the Dead

Sie hatten ihre Nacht, ihre Morgendämmerung und ihren Tag. Jetzt gehört den schlurfenden Zombies vom wegweisenden Kultregisseur und Drehbuchautor George A. Romero das ganze Land. Der innovative Genreschöpfer fügt seiner 1968 mit "Nacht der lebenden Toten" begonnenen und mit "Zombie" (1978) und schließlich "Zombie 2 - Das letzte Kapitel" (1985) fortgeführten Trilogie nach zwanzigjähriger Pause einen vierten Eintrag hinzu. Mit einem Budget von 15 Mio. Dollar und Stars wie Dennis Hopper und John Leguizamo liefert der Altmeister seine mehr als kompetente Killerkür, von der seine Imitatoren sich immer noch eine Scheibe kreatives Schockerflair abschneiden könnten.

In den letzten Jahren machte in Filmen wie "28 Days Later" (eine Art Parforceritt durch die "Dead"-Trilogie) und dem Remake "Dawn of the Dead" eine neue Generation von Untoten die Leinwände unsicher. Statt des Zeitlupentempos der Originalzombies verfügten sie nun, von MTV- und Videospielkultur abgeleitet, über blitzschnelle Bewegungsmuster. Romero geht keine Kompromisse dieser Art ein, seine metaphernreiche Inszenierung mit symbolstarken Bildern ist erfrischend Old School. Auch seinen Subtexten und satirischen Sozialkommentaren bleibt er treu. Diesmal nimmt er eine parasitäre Elite, die den Rest der Gesellschaft unterdrückt, sowie das herrschende Kriegs- und Konsumklima ins Visier.

So entfaltet sich ein in deprimierender Graupalette gefilmtes postapokalyptisches Szenario, bei dem sich die fleischfressenden Zombies wie eine Heuschreckenplage ausgebreitet und die Lebenden sich in einer Inselmetropole verbarrikadiert haben. Innerhalb der Elektrozäune herrscht eine krass definierte Zweiklassengesellschaft. Die Reichen leben in der luxuriösen Wolkenkratzer-Wohngemeinde Fiddler's Green (Slogan: "Wo das Leben weitergeht"), der Rest in Slums. Ein Trupp von Selfmade-Söldnern unter der Führung von Riley (Simon Baker) macht in gepanzerten Militärfahrzeugen regelmäßige Vorratsbeschaffungen im Zombieland. Dabei werden die von "Himmelsblumen" (Feuerwerk) abgelenkten Zombies zu Hackfleisch verarbeitet. Der Status Quo wird aus den Angeln gehoben, als Rileys Partner Cholo (Leguizamo) hofft, sich in Fiddler's Green ein zu kaufen, jedoch vom arroganten Oberboss Kaufman (Hopper gewohnt over-the-top) abserviert wird. Cholo droht, die Luxusenklave in die Luft zu jagen, sofern ihm Kaufman nicht fünf Mio. Dollar bezahlt. An dieser Stelle wird mit Kaufmans Ausruf "Wir verhandeln nicht mit Terroristen" eine Stichelei gegen die Bush-Regierung untergebracht. Daraufhin wird Riley beauftragt, Cholo außer Gefecht zu setzen, wobei ihm unter anderem die Prostituierte Slack (Romero-Kollaborateur Dario Argentos Tochter und "xXx"-Girl Asia) zur Seite steht. Gleichzeitig marschieren die Zombies in Richtung Festung der Lebenden. Denn die scheinbar hirntoten Untoten beginnen - wie in "Zombie 2" angedeutet - sich weiter zu entwickeln und lernen Werkzeuge und Waffen zu benutzen.

Eine überzeichnete Gore-Orgie nimmt ihren splatterhaften Lauf, wo mit hervorquellenden Gedärmen, abgehackten Gliedmaßen, Enthauptungen sowie Maschinengewehrgeballer und Explosionen nicht gegeizt wird. Auch für die Makeup-Effekte der Zombies wurde in die Vollen gegriffen. Der Score bildet den passenden akustischen Background für die versierte Mischung aus Horrorschocker und Satire, die ganz nach dem Appetit eingefleischter Genrefans sein wird, ein jüngeres, andere Erzählrhythmen gewöhntes Publikum jedoch kalt lassen könnte. ara.

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Info

Plakat des Films: Land of the Dead

Kinostart: 01.09.2005

Frankreich/Kanada/USA 2005

Länge: 1 h 33 min

Genre: Horror

Originaltitel: Land of the Dead

Regie: George A. Romero

Drehbuch: George A. Romero

Musik: Reinhold Heil, Johnny Klimek

Produktion: Mark Canton, Bernie Goldmann, Peter Grunwald

Kostüme: Alex Kavanagh

Kamera: Miroslaw Baszak

Schnitt: Michael Doherty

Ausstattung: Arvinder Grewal, Douglas Slater

Website: http://www.landofthedead-film.de