Verfilmung des Kultcomics von Frank Miller, in dem König Leonidas mit 300 Spartanern in den Krieg gegen das gewaltige Heer von Perserkönig Xerxes zieht.

Kinostart: 05.04.2007

Gerard Butler

Gerard Butler
als Leonidas

Lena Headey

Lena Headey
als Gorgo

Dominic West

Dominic West
als Theron

David Wenham
als Dilios

Vincent Regan
als Captain

Michael Fassbender
als Stelios

Tom Wisdom
als Astinos

Andrew Pleavin
als Daxos

Andrew Tiernan
als Ephialtes

Rodrigo Santoro
als Xerxes

Giovani Antonio Cimmino
als Pleistarchos

Handlung

Es ist das letzte Aufgebot: 300 loyale Elite-Kämpfer stehen König Leonidas (Gerard Butler) von Sparta bei, als er 480 vor Christus in den Krieg zieht. Geradezu lebensmüde mutet sein Versuch an, sich dem in die Hunderttausende gehenden Heer von Perserkönig Xerxes (Rodrigo Santoro) entgegenzustellen, der in Griechenland eingefallen ist und das Land unterjocht. Leonidas beabsichtigt das Abendland in der Enge der Thermopylen verteidigen zu können. Zunächst stellen sich tatsächlich Erfolge ein - bis Verrat und Neid den Plan torpedieren.

Nach "Sin City" kommt eine weitere kongeniale Deluxe-Verfilmung von einem Kultcomic Frank Millers. Zack Snyder sorgt nach seinem beachtlichen "Dawn of the Dead"-Remake für eine per Computer extrem stilisierte Schlachtplatte mit unmittelbarem Nahkampferlebnis.

Mit 300 loyalen Kämpfern zieht Leonidas, König von Sparta, in den Krieg. Er will sich dem Hunderttausende umfassenden Heer von Perserkönig Xerxes stellen, das in Griechenland eingefallen ist, um den Peloponnes zu unterjochen. Leonidas weiß, dass es sich um ein Himmelfahrtskommando handelt, dennoch hofft er darauf, Xerxes in der Enge der Thermopylen ein Schnippchen schneiden zu können. Erste Auseinandersetzungen kann Sparta für sich entscheiden, doch Verrat und Neid lassen die 300 bald ins Hintertreffen geraten.

480 vor Christus. 300 tapfere spartanische Krieger trotzen der aufmarschierenden Riesenarmee des Perserkönigs Xerxes. Leonidas, Anführer der Hellenen, erweist sich als überaus geschickter Feldherr. Er lässt seine Männer einen schmalen Bergpass blockieren, die so genannten Thermophylen. So macht er die zahlenmäßige Überlegenheit des Gegners wett und bringt den Persern hohe Verluste bei. Doch dann wird er von einem Landsmann verraten, und sein Trupp in die Zange genommen - mit fatalen Folgen für sie alle.

Kritik

Atemberaubende Verfilmung von Frank Millers Kultcomic über die triumphalste Niederlage der antiken griechischen Geschichte.

Grau-schwarz der Himmel, aggressiv aufgestellt die muskulösen Krieger, blitzend die Augen in den Schlitzen der Helme, mächtig die Schilde, auf denen sich das Licht der Götter bricht, ahnungslos der Feind, bevor sich die Kampfmaschine Spartas in Bewegung setzt, um mit dem Blut der Perser Geschichte zu schreiben. Martialisch und nihilistisch, von druckreifer Lakonie durchsetzt ist der Ton in Zach Snyders wuchtigem Actionfresko, das Frank Millers Comic einen Schrein errichtet. Geradlinig erzählt ist der Plot, der aus der Aussichtslosigkeit Hoffnung generiert. Für Realismus interessiert sich "300" nicht, nur für den Mythos, der die Jahrtausende überlebte. Im Hintergrund stehen die Perserkriege, die Versuche des Großreichs, die griechischen Stadtstaaten zu unterwerfen. Im Vordergrund platziert ist die berühmte Schlacht am Engpass der Thermopylen, in der sich ein von 300 Spartanern angeführtes Kleinheer einer riesigen Übermacht von Orientalen in den Weg stellte. Ein Prolog zeigt, wie der junge Leonidas, der spätere König Spartas und Kopf der 300, mit List einen monströsen Wolf erlegt. Ein Epilog deutet an, welche Bedeutung das Blutopfer für das Selbstbewusstsein der antiken Demokratie und die folgenden Siege gegen den Erzfeind hatte. Dazwischen gibt es Skizzen vom harten Leben in der Kriegskultur Sparta, dem sich Kinder, Frauen und Männer unterwerfen müssen. Und von Leonidas Beziehung zu seiner Königin (Lena Headey), die später in Spartas Versammlung um Verstärkung für ihren Mann kämpft, den sie denkwürdig gefasst in seine Bestimmung entließ: "Komm zurück, mit oder auf deinem Schild."

Den Schwerpunkt des Films, der Millers Universum aus Sex, Gewalt, Zynismus und Ehrenkodex in ausdrucksstarke Bilder übersetzt, bilden die Kampfszenen. Halbnackte Spartaner mit glänzenden Körpern schlagen als euphorisierter Männerbund blutige Schneisen ins Heer des Gottkönigs Xerxes, der degenerierte Riesen, seine Leibgarde, eine gesichtslose Masse aus Söldnern, sowie Elefanten und Nashörner in die Schlacht wirft. Leichen türmen sich auf, durchbohrte Körper drapieren entlaubte Bäume, die Phalanx ermüdet das persische Heer, der Formationskeil spaltet es, während Leonidas und seine Männer der Choreografie des Bluts folgen. Alles wirkt stilisiert und erhöht, lebt in seiner eigenen Welt, in der Bewegungen so verfremdet sind wie die Bilder. Wie "Sin City" vor Blue- und Greenscreens gedreht, ist "300" mit voller Absicht artifiziell, ohne dass die Figuren darunter leiden. Pathos und Posing haben hier einmal zu Recht eine Heimat in dieser bisher verblüffendsten und quellentreuesten Comicadaption, die Snyder und seinem Autorität vermittelnden Star Gerard Butler viele Türen öffen dürfte.

"300" ist nichts für zarte Gemüter und kritische Realisten, ist kein Stimmungsmacher für aktuelle US-Kriege, sondern ein antikes Heldengedicht, ist nie Arthur Penn, aber oft John Ford, ist Herodot, übersetzt von Leni Riefenstahl. Und folgt nur einem Ziel, mit dem der Erzähler die Geschichte beschließt: "Erinnert Euch unser." Ein Film fürs Langzeitgedächtnis. kob.

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Info

Plakat des Films: 300
  • FSK ab 16 freigegeben

FSK: ab 16

Kinostart: 05.04.2007

USA 2007

Länge: 1 h 56 min

Genre: Action

Originaltitel: 300

Regie: Zack Snyder

Drehbuch: Kurt Johnstad, Zack Snyder, Michael Gordon

Musik: Tyler Bates

Produktion: Gianni Nunnari, Jeffrey Silver, Mark Canton, Bernie Goldmann

Kostüme: Michael Wilkinson

Kamera: Larry Fong

Schnitt: William Hoy

Ausstattung: James Bissell

Website: http://www.300-derfilm.de

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