Schwarzhumoriges Roadmovie, in dem sich clever, witzig und manchmal ganz schön gewalttätig Realität und Fiktion durchdringen.

Kinostart: nicht bekannt

Renée Zellweger

Renée Zellweger
als Betty Sizemore

Morgan Freeman

Morgan Freeman
als Charlie

Chris Rock

Chris Rock
als Wesley

Greg Kinnear
als Dr. David Ravell

Aaron Eckhart
als Del

Crispin Glover
als Roy

Tia Texada
als Rosa

Pruitt Taylor Vince
als Ballard

Handlung

Nachdem ihr Mann vor ihren Augen bestialisch umgebracht wird, flüchtet sich die liebenswürdige Kellnerin Betty in die Welt ihrer Lieblings-Ärztesoap. Sie verlässt ihr Kaff in Kansas und macht sich auf nach L.A., um den Star der Serie, Dr. Ravell, in den sie unsterblich verliebt ist, zu erobern. Doch die beiden Killer ihres Mannes heften sich an ihre Fersen.

Für Betty, Kellnerin in einem kleinen Kaff in Kansas, ist die TV-Soap "A Reason to Love" mit dem anbetungswürdigen Helden Dr. Ravell der einzige Lichtblick im Leben. Denn jenseits dieser Traumwelt lebt ihr Scheusal von Ehemann. Als dieser sich mit dem Syndikat anlegt und vor Bettys Augen getötet wird, erleidet sie einen schweren Schock. Von nun an hält sich Betty für eine Krankenschwester und Dr. Ravells Ex-Verlobte. Kurzentschlossen fährt sie nach L.A., um Ravell zurückzuerobern - verfolgt von Killern, wovon einer in ihr seine Traumfrau sieht...

Für die Kellnerin Betty ist die Welt ihrer Lieblings-Ärztesoap der einzige Lichtblick im Leben. Als ihr Mann vor ihren Augen ermordet wird, verliert sie durch den Schock den Bezug zur Realität und macht sich auf nach L.A., um ihren Schwarm, den Serienarzt Dr. Ravell, zu erobern. Schwarzhumoriges Road Movie.

Kritik

Eine liebenswürdige Komödie war vermutlich das letzte, was man von Regisseur Neil LaBute erwartet hatte, dem nach seinen beiden vorangegangenen Filmen "In the Company of Men" und "Your Friends & Neighbors" ein Ruf als brutaler Zyniker anhing. Doch "Nurse Betty" gleitet als smartes, hippes Road Movie dahin, nicht ganz frei von Abgründen, doch dank seiner warmherzigen Hauptdarstellerin trifft der Film stets einen heiteren Ton.

Renee Zellweger spielt die kleine Kellnerin Betty, die in ihrer Kleinstadt in Kansas ein eher tristes Leben an der Seite ihres widerwärtigen Macho-Ehemanns Del (LaBute-regular Aaron Eckhart) führt und sich täglich in die romantische Welt ihrer Lieblings-Soap Opera "A Reason to Love" flüchtet. Aus purer Dummheit legt sich Del mit einem Gangstersyndikat an, dem er eine Ladung Drogen geklaut hat, und bekommt Besuch von einem Killerduo, dem älteren Charlie (Morgan Freeman) und dessen reizbaren Partner Wesley (Chris Rock). Eher versehentlich bringen die beiden ihn um, ohne erfahren zu haben, wo die Drogen versteckt sind. Betty, die sich unbemerkt im Nebenzimmer ihre Soap ansieht, wird Zeugin des Mordes - eine jener extrem blutigen Szenen, wie sie seit "Pulp Fiction" (dem der Film auch sonst einiges zu verdanken hat) den komisch-ironischen Umgang des Kinos mit der Gewalt markieren. Der Schock stößt Betty in einer Art Fluchtreflex endgültig aus der hässlichen Realität in die Welt der Illusion: Sie hält sich fortan für eine Figur aus "A Reason to Love", und macht sich auf den Weg, um zu "ihrem" Ex-Verlobten, den Fernseharzt Dr. Ravell in Kalifornien zurückzukehren. Die Killer, die von der Zeugin aus der Zeitung erfahren und nichts von Bettys Persönlichkeitsspaltung wissen, suchen ihrerseits quer durchs Land nach ihr und ihrem Wagen, in dessen Kofferraum Del die Drogen versteckt hatte.

Als eine Art heilige Närrin, deren hilfsbereite, liebenswerte Art ihr stets den Weg ebnet, wandert Betty durch die Geschichte, und LaBute - der hier erstmals nicht nach einem eigenem Drehbuch arbeitete - entfaltet sein Thema, wie sich Fiktion und Wirklichkeit durchdringen und ununterscheidbar werden, ebenso witzig wie durchdacht. Jeder, auf den Betty trifft, kennt natürlich die Serie und ihre Hauptfiguren, und obwohl sie durchaus als Phantastin erkannt wird, helfen ihr die Menschen (und der Zufall), einen Job als Krankenschwester in einem echten Hospital zu bekommen und schließlich zu Dr. Ravell, bzw. dem Schauspieler George McCord (Greg Kinnear) zu gelangen. Der ist von ihrem "Improvisationstalent" so beeindruckt, dass er sie schließlich in die Serie holt. Erst als die Kameras sich auf dem Set in ihr Blickfeld schieben, wird Betty wieder aus ihrem Zustand gerissen.

"Nurse Betty" ist quasi eine Variation der "Truman Show", nur in seinen Bezügen zu Starkult und Medienwelt weniger paranoid und deshalb näher an der Wirklichkeit. Wie sich Betty in einer Daily Soap wähnt, ist auch McCord längst durch seine Einschaltquoten und Fans zur Identifikation mit seiner Rolle gezwungen worden, so dass er ohne weiteres "mitspielen" kann, ohne mehr als nur eine hochgezogene Augenbraue bei seiner Umgebung zu bewirken. Gleichzeitig beginnt Killer Charlie sein Opfer während der Suche zu einer Phantasiegestalt, einer Art Doris Day, zu verklären - eine hübsche Umkehrung des Themas von "Natural Born Killers". Zum Grande Finale treffen schließlich alle, auch die meist nur eines Gags wegen aufgetauchten Nebenfiguren, in einem Raum zusammen, was der logische Abschluss eines an Tempo und Überraschungen reichen Drehbuchs ist, das selbstbewusst über gelegentliche Ungereimtheiten und Zeitsprünge hinweghuscht und alles in allem deutlich der Screwball-Comedy verpflichtet ist. Der Preis der Jury bei den Filmfestspielen in Cannes für das Beste Drehbuch (von John C. Richards und James Flamberg) geht deshalb völlig in Ordnung. evo.

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Info

Plakat des Films: Nurse Betty
  • FSK ab 16 freigegeben

FSK: ab 16

Kinostart: nicht bekannt

USA 2000

Länge: 1 h 50 min

Genre: Komödie

Originaltitel: Nurse Betty

Regie: Neil LaBute

Drehbuch: John C. Richards, James Flamberg

Musik: Rolfe Kent

Produktion: Steve Golin, Gail Mutrux

Kostüme: Lynette Meyer

Kamera: Jean-Yves Escoffier

Schnitt: Joel Plotch, Steven Weisberg

Ausstattung: Charles Breen, Gary Diamond, Jeffrey Kushon

Auszeichnungen

1 Golden Globe:

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