Atmosphärischer Psychokrimi um zwei Außenseiter in der Kleinstadt.

Kinostart: 08.05.2008

Frederick Lau

Frederick Lau
als Rico Bartsch

August Diehl

August Diehl
als Martin Wegner

Fritzi Haberlandt

Fritzi Haberlandt
als Michaela Rammelow

Dagmar Manzel
als Anita Bartsch

Alice Dwyer
als Regine Weyler

Devid Striesow
als Richard Sammer

Traute Hoess
als Karin Durst

Jürgen Tarrach
als Rektor Quitter

Die Handlung von Freischwimmer

Finstere Wolken brauen sich über einer deutschen Kleinstadt zusammen: Der 15-jährige Gymnasiast Rico Bartsch (Frederick Lau) ist wegen seines eingeschränkten Hörvermögens Ziel übelster Häme an seiner Schule. Weiterer Spott folgt, als der Außenseiter die Freischwimmer-Strecke nicht schafft. Robert (Philipp Danne) hingegen siegt und bekommt, was er will - auch Schulschönheit Regina (Alice Dwyer). Doch auch Rico liebt sie - und tüftelt an einem tödlichen Plan.

Ironisch und zugleich sehr ernst erzählte Geschichte vom Erwachsenwerden, die nach und nach in einen Psycho-Krimi mit zahlreichen Toten und überraschender Lösung umschlägt. Andreas Kleinert ("Wege in die Nacht") zaubert ein stilistisch famoses, surreales Gewaltdrama aus dem Ärmel.

Einzelgänger Rico wird wegen seines eingeschränkten Hörvermögens und weil er die Freischwimmerstrecke nicht schafft gehänselt. Dagegen bekommt Robert alles, was er will: das schönste Mädchen, die Medaille beim Wettschwimmen und Anerkennung. Da stirbt Robert an einem vergifteten Cremeschnittchen, das er zuvor Rico geklaut hat.

Kritik zu Freischwimmer

Mit seinem düsteren Blick auf das Kleinstadtleben und seltsame Todesfälle vertritt Andreas Kleinert den deutschen Film bei den "Venice Days".

Schon die ersten Bilder lassen Böses ahnen. Die Kamera schwenkt über die Dächer einer pittoresken Stadt, alles authentisch - nur das Kirchengeläut kommt vom Band. Und mit der Friedlichkeit ist es auch bald vorbei. In der Schule wird der Einzelgänger Rico wegen seines eingeschränkten Hörvermögens gehänselt und weil er die "Freischwimmer"-Strecke nicht schafft. Dagegen kriegt der angeberische Robert alles, was er will: das schönste Mädchen, die Medaille beim Wettschwimmen und Anerkennung. Als er Rico den Eclair klaut und selbst futtert, liegt er wenige Sekunden später mausetot am Boden. Das Cremeschnittchen war vergiftet. Bis das rauskommt, ärgert sich Rico mit dem Sportlehrer herum, der mit seiner Mutter lustvoll das Laken teilt, wird von rachesüchtigen Schülerinnen drangsaliert und flüchtet sich zu seinem von den Mitschülern tyrannisierten Deutschlehrer, mit dem er eine ungewöhnliche Passion teilt, den Modellbau. In dessen Keller sitzt bald unbeweglich und stumm die ganze Klasse als Puppen hinter Schreibpulten.

Wenn sich in dieser repressiven Atmosphäre zwei Außenseiter zusammentun, bedeutet das nichts Gutes. Anfänglich glaubt man sich in einer Coming of Age-Geschichte, bis Grimme-Preisträger Andreas Kleinert ("Verlorene Landschaft", "Wege in die Nacht") daraus einen Psycho-Krimi mit überraschender Lösung macht, die im Nachhinein eine perfide Logik beweist. Modelle mutieren zum Abbild des Lebens. Beide Hauptfiguren flüchten vor der Realität, mussten ihre Träume begraben und spüren nur Hass auf diejenigen, denen alles scheinbar in den Schoß fällt. Während Rico sein Hörgerät einfach ausschaltet, wenn ihm etwas auf den Nerv geht, möchte der Lehrer "die Stille, die wir nicht hören, hören" und entwickelt dazu einen mörderischen Plan. Aus surrealen Momenten, Metaphern und verwirrenden Deutungsmöglichkeiten ergibt sich ein Konstrukt aus unerfüllter Sehnsucht, harter Enttäuschung und explodierender Gewalt. Nicht umsonst heißt die Schule Kafka-Gymnasium. mk.

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Info

Plakat des Films: Freischwimmer
  • FSK ab 16 freigegeben

FSK: ab 16

Kinostart: 08.05.2008

Deutschland 2007

Länge: 1 h 55 min

Genre: Thriller

Originaltitel: Freischwimmer

Regie: Andreas Kleinert

Drehbuch: Thomas Wendrich

Produktion: Friedrich Wildfeuer, Kathrin Bullemer

Kostüme: Dorothee Kriener

Kamera: Johann Feindt

Schnitt: Gisela Zick

Ausstattung: Gabriele Wolff