Romantische Jugend-Komödie aus Deutschland, die den Klassiker "Cyrano De Bergerac" mit Schülern auf Klassenfahrt und Hip-Hop-Songs neuverfilmt. Mit YouTube-Star Jonas Ems und Anke Engelke.

Kinostart: 06.09.2018

Handlung

Cyril (Aaron Hilmer) ist ein schüchterner Außenseiter, der wegen seiner großen Nase immer nur gehänselt wird. Nur als maskierter Rapper kommt er richtig aus sich heraus. Als Roxy (Luna Wedler) neu in seine Klasse kommt, verliebt er sich sofort in die schlagfertige Schöne, rechnet sich aber keine Chancen bei ihr aus. Dass Schürzenjäger Benno (Jonas Ems) sie kriegt, will Cyril aber unbedingt verhindern. Da kommt eine zufällige Verwechslung gerade recht.

Mit seinen Rap-Einlagen kann Cyril seine Angebetete Roxy nämlich begeistern - die glaubt aber, dass sich hinter der Maske Schönling Rick (Damian Hardung) verbirgt. Um Roxy vor Benno zu retten, schließen Cyril und Rick einen Pakt. Cyril sorgt für die romantischen Texte, Rick posiert als angeblicher Rapper. Doch Fiesling Benno verfolgt seinen eigenen Plan.

Kritik

Hinreißende romantische Komödie, die den Klassiker "Cyrano De Bergerac" als pfiffiger Highschoolspaß ins Rapmilieu verlegt.

Bescheuerte Idee eigentlich, den Klassiker "Cyrano de Bergerac" neu erzählen zu wollen. Oder? Und ihn dann nicht einfach nur ins Hier und Jetzt zu verlegen, wie das schon "Roxanne" gemacht hatte, sondern einen deutschen Highschoolfilm daraus zu machen, in dem Rap-Battles die fein gedrechselten Herzensbriefe ersetzen. Während man sich noch in Zweifel übt, wird man schon eines Besseren belehrt, gleich in der ersten Szene des Films. Denn Aron Lehmanns ("Highway to Hellas") vierter Kinofilm ist spielend die beschwingteste deutsche Schülerkomödie diesseits von Bora Dagtekin und erzählt obendrein eine Liebesgeschichte, die einem zu Herzen geht. So wie es Hollywood gelungen ist, Shakespeares "Der Widerspenstigen Zähmung" in "10 Dinge, die ich an dir hasse" oder Hester Prynnes "Der scharlachrote Buchstabe" in "Einfach zu haben" schwungvoll und originell ins Highschoolmilieu zu verlegen und auf den heutigen Stand der Dinge zu bringen, macht Lehmann aus Edmond Rostands Theaterklassiker aus dem Jahr 1897 einen prima Mix aus "Fack Ju Göhte", "American Pie" und "8 Mile". Was zunächst einmal dem Drehbuch von Lars Kraume, das noch einmal von Lehmann und Judy Horney überarbeitet wurde, zu verdanken ist, das die für ein deutsches Skript seltene Gabe besitzt, über enormen Wortwitz und Tempo zu verfügen und mit einfachen Mitteln Figuren zu zeichnen, die man sofort mag. Und der wunderbaren Kameraarbeit von Andreas Berger mit ihren stimmungsvollen Breitwandbildern oder dem musikalischen Schnitt von Ana de Mier y Ortuno. Was heißen soll: Alle Gewerke arbeiten auf so hohem Niveau, dass ein wunderbares Fundament gelegt ist für die Schauspieler, ihren Rollen Schliff zu geben. Aaron Hilmer aus "Einsamkeit und Sex und Mitleid" spielt den Jugendlichen Cyril, dem nicht nur die außerordentliche Gabe in die Wiege gelegt wurde, Wörterkaskaden in Raps zu bilden, als wäre er Deutschlands männliche Antwort auf "Patti Cake$", sondern auch, mütterlicherseits (Anke Engelke ist eine Wucht), ein Riesenzinken, unter dem er leidet wie ein Hund, weshalb er bei Rap-Battles immer nur mit gesichtsbedeckender Maske auftritt und seine Gegenüber so alt aussehen lässt, wie es ihm im Alltag als dauergehänselter Teenager niemals möglich wäre. Auf Klassenfahrt nach Berlin stößt ein neues Mädchen zur Klasse, die wunderbare Roxy, gespielt von der ebenso wunderbaren Schweizerin Luna Wedler ("Blue My Mind"), die spielend die Entdeckung des Jahres ist: Ihre Roxy ist so souverän, wortgewandt, kess, cool und sympathisch, dass man sich als Zuschauer sofort mit Cyril Hals über Kopf in sie verliebt. Die beiden Kids haben sofort einen Draht zueinander, aber aufgrund einer Verwechslung glaubt Roxy, der zwar attraktive, aber eher einfältige Rick sei der verwegene Rapper, den sie so toll findet. Um das Mädchen seiner Träume vor dem Klassenangeber Benno zu beschützen, spielt Cyril die Charade mit und bewaffnet Rick mit seinen besten Reimen. Eins zu eins "Cyrano" also, aber eben wunderbar witzig und zeitgemäß. Und als Film so überzeugend, dass es auch egal ist, wenn das Plotting manchmal ein bisschen knarzt. Am schönsten: "Das schönste Mädchen der Welt", dem seine Musik von Expertenhand (Djorkaeff) auf den Leib geschneidert wurde, steigert sich zunehmend, und die letzte Szene ist nicht nur seine beste, sondern der Film weiß das auch. Wie schön. Mic drop. ts.

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Info

  • FSK ab 12 freigegeben

FSK: ab 12

Kinostart: 06.09.2018

Deutschland 2018

Länge: 1 h 43 min

Genre: Komödie

Originaltitel: Das schönste Mädchen der Welt

Regie: Aron Lehmann

Drehbuch: Lars Kraume, Judy Horney, Aron Lehmann

Musik: Boris Bojadzhiev, Konstantin Djorkaeff Scherer

Produktion: Sebastian Zühr, Timm Oberwelland, Peter Eiff, Theodor Gringel

Kostüme: Ramona Petersen

Kamera: Andreas Berger

Schnitt: Ana de Mier y Ortuno

Ausstattung: Myrna Drews

Website: https://tobis.de/film/das-schoenste-maedchen-der-welt

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