Mia Wasikowska kehrt in der Alice-Fortsetzung ins Wunderland zurück und muss den Verrückten Hutmacher (Johnny Depp) retten.

Kinostart: 26.05.2016

Szenenbild aus Alice im Wunderland: Hinter den Spiegeln mit Johnny DeppJohnny Depp

Johnny Depp
als Der verrückte Hutmacher

Szenenbild aus Alice im Wunderland: Hinter den Spiegeln mit Mia WasikowskaMia Wasikowska

Mia Wasikowska
als Alice Kingsleigh

Szenenbild aus Alice im Wunderland: Hinter den Spiegeln mit Anne HathawayAnne Hathaway

Anne Hathaway
als Weiße Königin

Helena Bonham Carter
als Herzkönigin

Sacha Baron Cohen
als Zeit

Rhys Ifans
als Zanik Hightopp

Matt Lucas
als Diedeldum und Diedeldei

Ed Speleers
als James Harcourt

Lindsay Duncan
als Helen Kingsleigh

Andrew Scott
als Addison Bennett

Frances de la Tour
als Tante Imogene

Geraldine James
als Lady Ascot

Leo Bill
als Hamish

Leilah de Meza
als Prinzessin Iracebeth

Handlung

In der Fortsetzung des Märchenhits ist es wieder Zeit für genialen Irrsinn: Alice hat die letzten Jahre damit zugebracht, auf den Spuren ihres Vaters über die sieben Weltmeere zu segeln. Zurück in London leidet sie unter den gesellschaftlichen Konventionen und will nichts wie weg.

Durch einen magischen Spiegel gelingt ihr die Rückkehr in die fantastische Welt von Unterland. Dort trifft sie alte Bekannte wieder: das weiße Kaninchen, Grinsekatze, Absolem und den Verrückten Hutmacher, dem es nicht gut geht! Um ihn zu retten, sucht sie die Zeit, eine Kreatur, die halb Mensch, halb Uhr ist und sie in die Zeit zurückschicken kann.

Zur Neuverfilmung von Lewis Carrolls Klassiker tritt „Muppets“-Regisseur James Bobin die Nachfolge von Tim Burton an und liefert eine bildgewaltige 3D-Fortsetzung. „Hinter den Spiegeln“ ist ein Wiedersehen mit liebgewonnen Figuren, aber auch skurrilen neuen Charakteren, dargestellt von Rhys Ifans und Sacha Baron Cohen.

Kritik

Lewis Carroll zum Zweiten, dabei Bobin statt Burton, aber mit Johnny Depp als gewohnt schrägem Verrückten Hutmacher.

Hart am Wind segelt Alice Kingsleigh durch die Straße von Malakka, gejagt von malaiischen Piraten. Ein Sturm tobt. Blitze zucken, Regen prasselt herab. Meterhoch türmen sich die Wellen. Dennoch befiehlt sie alle Segel zu setzen. Hart legt sich ihr Dreimaster nach Lee. So gleitet sie unbeschadet über die Untiefen eines Riffs, an dem ihre Verfolger zerschellen. Als "Swashbuckler" im Gefolge von Errol Flynn und Douglas Fairbanks wird Mia Wasikowskas Alice eingeführt, eine Frau steht als Kapitän ihren Mann. Ein Frauenfilm wird "Alice im Wunderland: Hinter den Spiegeln" in der Folge bleiben, nur das Genre wechselt von Abenteuer zu Fantasy - inspiriert von Lewis Carroll.

334 Millionen Dollar spielte der Vorgängerfilm "Alice im Wunderland" (2010) in den USA ein, hierzulande erfreuten sich knapp drei Millionen Besucher an Tim Burtons dreidimensionalem Bildgewitter nach den beliebten (Kinder-)Büchern des viktorianischen Autors. Als Fotograf betätigte er sich nebenbei, als Mathematiker und Diakon - ein Universalgenie, der mit seiner Nonsense-Literatur Schriftsteller wie James Joyce ebenso beeinflusste wie den Surrealisten André Breton oder den Maler Max Ernst. Carrolls exotisch-verrückte Welt mit ihren Wortspielen und verqueren Spinnereien bot dem Kinoexzentriker Burton reichlich optischen Stoff, das Problem lag darin, die Vorlage(n) dramaturgisch zu bändigen und zum linearen Skript umzuarbeiten.

Mit genau diesem Problem hat nun Regisseur James Bobin ("Muppets Most Wanted") zu kämpfen gehabt - und dieses wie sein Vorgänger gelöst. Drehbuchautorin Linda Woolverton ("Der König der Löwen") hat ihm erneut einfach eine ganz neue Geschichte geschrieben, sich dabei lediglich an Carrolls Figuren orientiert und diese in einem märchenhaften, vor Ideen überbordenden Spektakel aufeinandertreffen lassen. Ehe dieses losgeht, hält sich Alice kurz im London des 19. Jahrhunderts auf. In der Männergesellschaft haben Herren mit langen Bärten und Gehröcken das Sagen, der von ihr einst abgewiesene Hamish bietet ihr hochnäsig eine Stelle als Schreiberin in seiner Reederei an. Kann Wunder, dass Alice umgehend hinter den magischen Spiegel tritt.

Die wichtigsten Plot Points sind damit abgehakt, der Zauber kann beginnen. Als Motto gibt Alices vor: "Die einzige Möglichkeit das Unmögliche zu erreichen, ist es, dieses möglich zu machen". Den Verrückten Hutmacher, gewohnt exzentrisch gespielt vom grell geschminkten Johnny Depp, gilt es aus seiner Depression zu befreien. Seine Familie, die Zylinder tragenden Hightopps, hat er verloren und damit sein Mehrsein. Die Zeit gilt es dafür zurückzudrehen, mit Hilfe der Chronosphäre, einer Metallkugel im Inneren der Großen Uhr von der alle Zeit ausgeht. Das gefällt jedoch der Zeit (Sacha Baron Cohen) nicht, ebenso wenig wie der Roten Königin (Helena Bonham Carter), die sich wieder mit ihrer Schwester, der Weißen Königin (Anne Hathaway), in den Haaren liegt.

Um Zeit, die einem das Leben stiehlt, bzw. die man klug und mit Genuss nutzen soll, geht's im philosophischen Subtext: "Man kann die Vergangenheit nicht ändern. Sie war schon immer da. Sie wird immer da sein. Obwohl ich anmerken darf, dass man von ihr lernen könnte", räsoniert der eher verhalten agierende, schwarz gewandete Cohen, während Wirbelwind Wasikowska durch die Dimensionen rast. Alte Bekannte kreuzen Alices Weg, Humpty Dumpty zerbricht in Scherben, die Männer des Königs, animierte Schachfiguren, setzen ihn wieder zusammen. Die Grinsekatze löst sich die Augen rollend in Luft auf, Diedeldum und Diedeldei reimen darauf los und das Weiße Kaninchen, das schon Jefferson Airplane psychedelisch inspirierte, hoppelt munter durch die Gegend.

Ein einziger langer Trip ist dieser quietschbunte 3D-Spaß, ein launig-lautes, aufwändig produziertes Hightechfeuerwerk, das auf die Sinne zielt. Colleen Atwood hat einmal mehr fantastische Kostüme geschneidert, Danny Elfman wie stets einen souveränen Score komponiert, derweilen in Sachen Schauspielkunst wohl Bonham Carter als Punktsiegerin vom Platz geht. Dabei kommt ihr zu Gute, dass bekanntlich die Parts der Bösewichte die saftigen sind. Fazit: Nicht neu, aber recht gut variiert. geh.

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Info

  • FSK ab 6 freigegeben

FSK: ab 6

Kinostart: 26.05.2016

USA 2016

Länge: 1 h 53 min

Genre: Fantasy

Originaltitel: Alice Through the Looking Glass

Regie: James Bobin

Drehbuch: Linda Woolverton

Musik: Danny Elfman

Produktion: Joe Roth, Tim Burton, Suzanne Todd, Jennifer Todd

Kostüme: Colleen Atwood

Kamera: Stuart Dryburgh

Schnitt: Andrew Weisblum

Ausstattung: Dan Hennah

Zitat

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