Florian Gallenbergers Thriller über zwei Liebende in den Fängen der Colonia Dignidad.

Kinostart: 18.02.2016

Szenenbild aus Colonia Dignidad - Es gibt kein Zurück mit Emma WatsonEmma Watson

Emma Watson
als Lena

Szenenbild aus Colonia Dignidad - Es gibt kein Zurück mit Daniel BrühlDaniel Brühl

Daniel Brühl
als Daniel

Szenenbild aus Colonia Dignidad - Es gibt kein Zurück mit Michael NyqvistMichael Nyqvist

Michael Nyqvist
als Paul Schäfer

Richenda Carey
als Gisela

Vicky Krieps
als Ursel

Jeanne Werner
als Dorothea

Julian Ovenden
als Roman

Martin Wuttke
als Niels

August Zirner
als Deutscher Botschafter

Nicolás Barsoff
als Jorge

Stefan Merki
als Rudi

César Bordón
als Manuel Contreras

Katharina Müller-Elmau
als Fräulein Herrmann

Paul Herwig
als Herbert Klotz

Johannes Allmayer
als Dieter

Gilles Soeder
als Kurt

Steve Karier
als Bernd

Handlung

Die deutsche Flugbegleiterin Lena besucht ihren politisch aktiven Freund, den Grafikdesigner Daniel, in Chile, kurz nach der Machtergreifung Pinochets im Jahr 1973. Die traute Zweisamkeit ist nur von kurzer Dauer: Daniel wird von der Polizei aufgegriffen, verschleppt und gefoltert; Lena verfolgt seine Spur zur deutschen Sekte Colonia Dignidad, wo sie sich einschleusen lässt, ohne allerdings so recht zu ahnen, auf was sie sich einlässt. Gemeinsam müssen die beiden einen Weg finden, ihren Peinigern ein Schnippchen zu schlagen.

Ein Deutscher wird 1973 in Chile verschleppt, seine Freundin macht sich auf die Suche. Florian Gallenbergers Thriller über zwei Liebende in den Fängen der Colonia Dignidad.

Kritik

Packende Geschichte zweier Deutscher im Chile des Jahres 1973, die in die Fänge der Colonia Dignidad geraten.

Florian Gallenberger hat eine Vorliebe für deutsche Geschichten, die in große internationale Stoffe eingebettet sind. Sechs Jahre nach seinem vierfachen Deutscher-Filmpreis-Gewinner "John Rabe", der in Nanking während des Zweiten Weltkriegs angesiedelt war, geht es nun mit großer internationaler Besetzung, angeführt von Emma Watson und Daniel Brühl, ins Chile der Siebzigerjahre, wieder zu einem historisch verbürgten Stoff, der einem die Sprache verschlägt, diesmal jedoch eingebettet in eine ganz universelle Lovestory, die den Zuschauer emotional einbinden soll in die erschütternden Dinge, die ihm der Film zeigt. Das ist eine kluge Entscheidung, denn zwangsläufig kann kein Film, der sich mit der von dem sadistisch veranlagten und überaus charismatischen Ex-Nazi Paul Schäfer gegründeten und 350 Kilometer von Santiago de Chile auf einem hermetisch abgeriegelten Areal mit außerordentlicher Brutalität geführten Sekte Colonia Dignidad, leicht verdaulich sein. Entsprechend thematisiert auch Gallenberger ungeschminkt die Machenschaften Schäfers, der mit dem Pinochet-Regime paktierte und den Schutz der deutschen Botschaft genoss. In unterirdischen Tunnelsystemen wurde gefoltert, oben setzte Schäfer seine ganz persönliche Diktatur durch, verlangte bedingungslose Unterwerfung und verging sich reihenweise an Kindern und Frauen. Aber Gallenberger vermeidet die Auseinandersetzung, stellt nicht Fragen nach dem Warum und Wie: Die Kolonie der Würde ist im Grunde nur Kulisse, vor der sich große Gefühle Bahn brechen können.

So erzählt der Film ohne Umschweife oder störende Nebenhandlungen die fiktive Geschichte der deutschen Flugbegleiterin Lena, die ihren politisch aktiven Freund, den Grafikdesigner Daniel, in Chile besucht, kurz nach der Machtergreifung Pinochets im Jahr 1973. Die traute Zweisamkeit zu den Klängen von "Samba Pa ti" ist nur von kurzer Dauer: Daniel wird von der Polizei aufgegriffen, verschleppt und gefoltert; Lena verfolgt seine Spur zur Colonia Dignidad, wo sie sich einschleusen lässt, ohne allerdings so recht zu ahnen, auf was sie sich einlässt - die Hölle auf Erden, von Gallenberger mit den Mitteln des Horrorfilms anschaulich gezeigt: Man könnte sich auch im Schreckenshaus von "Texas Chainsaw Massacre" befinden. Das ist nicht unbedingt komplex oder subtil, aber effektiv: Weil man mit den beiden Helden fiebert, bleibt man bei der Sache. Und natürlich fiebert man mit ihnen, weil Emma Watson und Daniel Brühl Kraft ihrer Ausstrahlung und guten Chemie so wunderbare Identifikationsflächen anbieten, auch wenn ihre Figuren selbst eine tiefere Charakterzeichnung vermissen lassen. Das Publikum bei der Weltpremiere in Toronto jedenfalls ging mit: Zweimal brandete Szenenapplaus auf, zum Abschluss gab es anhaltenden Beifall. ts.

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Info

  • FSK ab 16 freigegeben

FSK: ab 16

Kinostart: 18.02.2016

Deutschland/Luxemburg/Frankreich 2015

Länge: 1 h 50 min

Genre: Drama

Originaltitel: Colonia Dignidad - Es gibt kein Zurück

Regie: Florian Gallenberger

Drehbuch: Florian Gallenberger, Torsten Wenzel

Musik: André Dziezuk, Fernando Velazquez

Produktion: Benjamin Herrmann

Kostüme: Nicole Fischnaller

Kamera: Kolja Brandt

Schnitt: Hansjörg Weißbrich

Ausstattung: Bernd Lepel

Website: http://www.coloniadignidad.de

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