In Spike Lees schwarzhumorigem Drama gibt sich ein schwarzer Polizist als weiß aus, um den Ku-Klux-Klan zu unterwandern. Nach einer wahren Geschichte mit John David Washington, Adam Driver, Topher Grace und Alec Baldwin.

Kinostart: 23.08.2018

Handlung

Ron Stallworth (John David Washington) ist in den 1970er Jahren der erste afroamerikanische Cop in Colorado Springs. Doch nicht nur mit seiner Hautfarbe schockt er seine Kollegen. Um mit seinem ersten Fall gleich richtig Eindruck zu schinden, wagt er einen vorher undenkbaren Coup:

Er ruft bei der lokalen Vertretung des rassistischen Ku-Klux-Klans an und gibt vor, ein glühender weißer Anhänger zu sein. So viel Leidenschaft für die Sache bleibt auch Klanführer David Duke (Topher Grace) nicht verborgen, der sich ebenfalls täuschen lässt. Ein persönliches Treffen soll so schnell wie möglich stattfinden.

Um die Täuschung aufrecht zu erhalten, wird Rons Undercover-Kollege Flip Zimmermann (Adam Driver) zu allen Klan-Terminen geschickt. Dabei erfährt er von einem tödlichen Plan, denn der Klan plant einen widerlichen Anschlag …

Kritik

Spike Lees mit Spannung erwarteter "BlacKkKlansman" mag als Film selbst zwar einiges zu wünschen übrig lassen, doch hatte dieser als Meinstream-Polizeifilm getarnte historische Exkurs in Sachen Rassismus in den USA doch das Herz auf dem rechten Fleck.

Man hätte sich vielleicht einen wilderen, subversiveren Film gewünscht, der nicht nur all das bestätigt, was man ohnehin schon weiß über die United States of AmeriKKKa, nicht zuletzt aufgrund der Filme von Spike Lee und der vielen afroamerikanischen Hiphop-Acts, die er inspiriert hat. Aber vielleicht ist auch ganz gut, dass es jetzt einen amerikanischen Film gibt, der das Zündeln des aktuellen amerikanischen Präsidenten mit den ultrarechten Kräften des Landes vorführt, aufdeckt und zumindest in Teilen der Lächerlichkeit Preis gibt. In jedem Fall kann man seinen Spaß haben in diesem Film über den wahren Fall des afroamerikanischen Polizisten Ron Stallworth, dem es 1978 mit Hilfe eines weißen Kollegen gelang, den Ku Klux Klan zu infiltrieren. Der Film wird für viel Gesprächsstoff sorgen, weil Spike Lee den Klan rund um David Duke, gespielt in einer irren Darstellung von Topher Grace, als inkompetenten Vollidioten darstellt. Ein bisschen bemüht waren manche Kunstgriffe wie der Einstieg mit einer Szene aus "Vom Winde verweht", in der stolz die Südstaatenflagge wehen darf, oder eine Szene, in der sich die Hauptfigur privat der attraktiven Präsidentin der Black-Power-Bewegung der lokalen Uni nähert, indem man sich gegenseitig über die Geschichte des Blaxploitationkinos aushorcht. Das sind doch alles eher Themen, wie man sie zu Beginn der Neunziger untergebracht hätte, und die anno 2018 ein bisschen schal wirken. Dafür funktioniert die Energie des Films mit Denzel Washingtons Sohn John David Washington und Adam Driver als sein Kompagnon, der Labsal für die Seele ist, aber doch auch in einer Weise gemacht wurde, dass man sichergehen kann, dass sicher niemand für die Argumente des Films gewonnen werden kann, der nicht ohnehin schon von ihnen überzeugt war. Wie Lee am Ende des Films ein brennendes Kreuz des Klans in die schrecklichsten Momente des Neonazi-Aufmarschs vom 12. August 2017 in Charlottesville überblendet und mit den Entschuldigungen Trumps kombiniert, mag man ihm als Agitprop-Stunt vorhalten, ist aber jetzt ein Statement für die vitale und revolutionäre Kraft des Kinos, wie sie im Mai 2018, immer noch von ihm ausgehen kann. ts.

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Info

  • FSK ab 12 freigegeben

FSK: ab 12

Kinostart: 23.08.2018

USA 2018

Länge: 2 h 16 min

Genre: Drama

Originaltitel: BlacKkKlansman

Regie: Spike Lee

Drehbuch: Kevin Willmott, Spike Lee

Musik: Terence Blanchard

Produktion: Jason Blum, Raymond Mansfield, Sean McKittrick, Jordan Peele, Shaun Redick, Spike Lee

Schnitt: Barry Alexander Brown

Ausstattung: Curt Beech

Website: http://upig.de/micro/blackkklansman

Zitat

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