Tiefschwarze Tragikomödie von und mit dem Kabarettisten Josef Hader als gefeuertem Musikkritiker in einer Seinskrise.

Kinostart: 09.03.2017

Die Handlung von Wilde Maus

Josef Hader beschert dem Wettbewerb der Berlinale eine wunderbare Tragikomödie.

Für sein Regiedebüt wählte der hierzulande im Kino mit den Brenner-Krimis populär gewordene österreichische Kabarettist die Geschichte eines Mannes, der seinen Job verliert und seiner unterdrückten Wut irgendwann freien Lauf lässt.

Das "Falling Down" der von Hader auch gespielten Hauptfigur ist dabei natürlich nicht wie der Amoklauf von Michael Douglas, handelt es sich schließlich um einen Musikkritiker aus Wien, das Geschehen schaukelt sich aber durchaus bis zum halbherzigen Mord- und Selbstmordversuch hoch.

Wobei die gewitzt konstruierte Story nicht das Wichtigste ist, sondern vielmehr die pointierten Dialoge, der trockene Humor, der Schmäh, das perfekte Timing und die perfekte Tonlage bei der Situationskomik. Dialoge wie Situationen sind Haders haargenauer Beobachtung der Umwelt und seiner Mitmenschen geschuldet.

Hader spielt Georg, der von seinem Piefkechef ("Tatort"-Kommissar Jörg Hartmann) gefeuert wird und dessen junge Kollegin (Nora von Waldstätten) seine Termine bei den anspruchsvollen klassischen Konzerten der Stadt übernimmt. Seiner Frau (Pia Hierzegger, Haders tatsächliche Lebensgefährtin) erzählt er nichts vom Jobverlust. Doch die setzt ihn ohnehin unter Druck, denn sie will noch Mutter werden, bevor es zu spät für sie ist. Und dann findet sie auch noch die Musikbesprechung gut, die von seiner Kollegin unter seinem Namen veröffentlicht wurde.

Einen Schicksalsgenossen und bald auch Freund findet Georg in Erich (Georg Friedrich in seiner bewährten Rolle als Kleinganove), den er in der Praterbimmelbahn kennengelernt hat und für dessen Rausschmiss er quasi verantwortlich ist. Erich schlägt ihm vor, die "Wilde Maus" zu übernehmen.

Passend zur Story und Stimmungslage des Protagonisten vereint der Soundtrack Beethoven und Bruckner mit der angesagten Band Bilderbuch. Außer der höchst gelungenen Komik und sehr witzigen Szenen, wie der missglückte Selbstmordversuch im Schnee oder die Versöhnung im Auto, kann das Regiedebüt auch mit schöner Optik aufwarten ohne Postkartenklischees zu bemühen.

Ein großer, intelligenter Spaß, der das österreichische Zeitgefühl spiegelt.

Kritik zu Wilde Maus

Josef Hader beschert dem Wettbewerb der Berlinale eine wunderbare Tragikomödie.

Für sein Regiedebüt wählte der hierzulande im Kino mit den Brenner-Krimis populär gewordene österreichische Kabarettist die Geschichte eines Mannes, der seinen Job verliert und seiner unterdrückten Wut irgendwann freien Lauf lässt. Das "Falling Down" der von Hader auch gespielten Hauptfigur ist natürlich nicht wie der Amoklauf von Michael Douglas, handelt es sich schließlich um einen Musikkritiker aus Wien, das Geschehen schaukelt sich aber durchaus bis zum halbherzigen Mord- und Selbstmordversuch hoch. Wobei die gewitzt konstruierte Story nicht das Wichtigste ist, sondern vielmehr die pointierten Dialoge, der trockene Humor, der Schmäh, das perfekte Timing und die perfekte Tonlage bei der Situationskomik. Dialoge wie Situationen sind Haders haargenauer Beobachtung der Umwelt und seiner Mitmenschen geschuldet.

Hader spielt Georg, der von seinem Piefkechef ("Tatort"-Kommissar Jörg Hartmann) gefeuert wird und dessen junge Kollegin (Nora von Waldstätten) seine Termine bei den anspruchsvollen klassischen Konzerten der Stadt übernimmt. Dann setzt ihn auch noch seine Frau (Pia Hierzegger, mit der Hader schon mehrfach vor der Kamera stand, auch im wirklichen Leben seine Partnerin), der er nichts vom Jobverlust erzählt, unter Druck, sie will doch noch Mutter werden bevor es zu spät für sie ist (und findet auch die Musikbesprechung gut, die von seiner Kollegin unter seinem Namen veröffentlicht wurde). Einen Schicksalsgenossen und bald auch Freund findet Georg in Erich (Georg Friedrich in seiner bewährten Rolle als Kleinganove), den er in der Praterbimmelbahn kennengelernt hat und für dessen Rausschmiss er quasi verantwortlich ist. Erich schlägt ihm vor, die "Wilde Maus" zu übernehmen. Passend zur Story und Stimmungslage des Protagonisten vereint der Soundtrack Beethoven und Bruckner mit der angesagten Band Bilderbuch, deren Mitglieder gemeinsam mit Hader und seinen Darstellern und Produzenten zur spätabendlichen Premiere kamen. Außer der höchst gelungenen Komik und sehr witzigen Szenen, wie der missglückte Selbstmordversuch im Schnee oder die Versöhnung im Auto, kann das Regiedebüt auch mit schöner Optik aufwarten ohne Postkartenklischees zu bemühen. Ein großer, intelligenter Spaß, der das hiesige Zeitgefühl spiegelt. hai.

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Info

  • FSK ab 12 freigegeben

FSK: ab 12

Kinostart: 09.03.2017

Österreich/Deutschland 2016

Länge: 1 h 43 min

Genre: Drama

Originaltitel: Wilde Maus

Regie: Josef Hader

Drehbuch: Josef Hader

Produktion: Veit Heiduschka, Michael Katz

Kostüme: Max Wohlkönig

Kamera: Andreas Thalhammer, Xiaosu Han

Schnitt: Mona Willi, Ulrike Kofler, Christoph Brunner

Ausstattung: Christoph Kanter

Website: http://www.wildemaus-derfilm.de