Skurrile Komödie über einen Steuereintreiber, der eines Tages eine Stimme in seinem Kopf zu hören beginnt, die sein Leben kommentiert.

Kinostart: 08.02.2007

Will Ferrell

Will Ferrell
als Harold Crick

Maggie Gyllenhaal

Maggie Gyllenhaal
als Ana Pascal

Dustin Hoffman

Dustin Hoffman
als Dr. Jules Hilbert

QueenLatifah
als Penny Escher

Emma Thompson
als Kay Eiffel

Tony Hale
als Dave

Tom Hulce
als Dr. Cayly

Linda Hunt
als Dr. Mittag-Leffler

Die Handlung von Schräger als Fiktion

Harold Crick (Will Ferrell) liebt als langweiliger Steuerbeamter nichts mehr als einen minutiös geregelten Tagesablauf. Bis er eines Tages unvermittelt eine laute Stimme in seinem Kopf hört. Kein Psychiater weiß Rat, dafür aber Literaturprofessor Jules Hilbert (Dustin Hoffman): Harold ist eine Figur aus Kay Eiffels (Emma Thompson) Romanen. Und die Dame hat die Angewohnheit, ihre Protagonisten unschön umzubringen. Gerade jetzt, wo sich Harold endlich in jemand verliebt hat - die süße Bäckereibesitzerin Ana Pascal (Maggie Gyllenhaal).

Alleskönner Marc Forster ("Monster's Ball", "Stay") hat wieder ein originelles Konzept ausgegraben, das er in eine charmante Komödie mit durchaus ernsten Absichten umsetzt. Slapstick-Spezialist Will Ferrell lernt so in existenzieller Not die Lust am Leben und der Liebe.

Harry Crick ist ein Steuerbeamter mit einem nach der Uhr akkurat geregelten Tagesablauf. Der gerät außer Tritt, als Harry unvermittelt eine Stimme in seinem Kopf zu hören beginnt, die sein Leben kommentiert und schließlich auch seinen Tod ankündigt. Doch Harry hat sich gerade in die kesse Bäckerin Ana verliebt.

Die Schriftstellerin Karen steht kurz vor der Vollendung ihres aktuellen Romans. Das einzige, was jetzt noch fehlt: Sie muss ihren Helden Harold Crick sterben lassen, und zwar auf so perfekte Art wie nur möglich. Dumm, dass es diesen Harold Crick in der wirklichen Welt aber tatsächlich gibt. Und als der akkurate Steuerbeamte plötzlich Karens Erzählstimme in seinem Kopf vernimmt, die ihm sagt, dass sein Tod unmittelbar bevorsteht, bricht der in Panik aus. Verzweifelt versucht Harold, das Roman-Ende zu ändern und so sein Leben zu retten.

Kritik zu Schräger als Fiktion

Die skurrile Dramedy mit Will Ferrell als tragikomischem Protagonisten, der in seinem Kopf einen laufenden Kommentar zu seinem Leben vernimmt, macht ihrem Titel alle Ehre.

Ferrells Komikerkollegen Jim Carrey und Adam Sandler schlugen beide mit ihren ernsthaften Rollen in den melancholisch angehauchten Existenzkomödien "Die Truman Show" und "Punch Drunk Love" eine neue Richtung ein. Slapstick-Spezialist Ferrell betritt nun sowohl mit dem Genre als auch seinem Part als tragischer Tölpel vergleichbares Neuland. Unter der versierten Regie von Marc Forster, der nach "Monster's Ball" und "Wenn Träume fliegen lernen" erneut seine Vielseitigkeit demonstriert, mimt er den einsamen Steuerberater Harold Crick.

Sein freudloses, streng strukturiertes Leben dreht sich nur um Zahlen und Zeit. Über den Bildern eingeblendete Computergrafiken veranschaulichen die mathematische Präzision, mit der Harolds "Beautiful Mind" alles in Zahlen kategorisiert: Die Anzahl seiner täglichen Zahnbürstenstriche, die Schritte zur Bushaltestelle, wie viele Minuten Kaffeepause er sich erlaubt, etc. Sein einziger Lebensbegleiter ist eine Armbanduhr, nach der er sich für seine exakte Routine einrichtet. Harolds Alltag wird durcheinander gebracht, als er plötzlich eine Frauenstimme hört, die alle seine Handlungen und Gefühle kommentiert. Als die Stimme mitteilt, dass seine Tage gezählt sind, sucht der von seiner Umwelt gehasste Steuereintreiber bei Literaturprofessor Dr. Jules Hilbert (Dustin Hoffman ähnlich existenzialistisch detektivisch wie zuvor in "I Heart Huckabees") Hilfe. Denn seit sich Harold in die steuergesetzebrechende Bäckerin Ana Pascal (Maggie Gyllenhaal top als tätowierte Anarchobraut) verliebt hat, ist das Leben plötzlich wieder lebenswert. Letztlich führt die Spur zur bekannten Schriftstellerin Karen Eiffel (Emma Thompson kreiert vorzüglich ein kettenrauchendes, neurotisches Wrack), die einen Roman über den ihr unbekannten Harold schreibt und damit sein Leben zu beeinflussen scheint. Nun gilt es eine Möglichkeit zu finden, den bereits von ihr geskripteten Tod ihres Protagonisten zu umgehen.

Diese klar übersteuerte Realität könnte der Fantasie Charlie Kaufmans entsprungen sein, wobei es hier allerdings nicht ganz so multidimensional wie in "Being John Malkovich" zugeht. Nach dem Drehbuch von Zach Helm wechseln Momente vergnüglicher Situationskomik (Ferrell beherrscht sein Fach) mit nachdenklicher Tiefsinnigkeit ab. Insgesamt zeigt sich Hauptdarsteller Ferrell weniger von seiner albernen Seite, sondern kann mit melancholischen Zwischentönen in seiner Rolle als emotional isolierter Einzelgänger überzeugen. Besonders rührend ist die Szene, in der er schüchtern für Ana auf der Gitarre den Punkhit "Whole Wide World" anstimmt und sie ihn daraufhin stürmisch in die Arme schließt. Dass die Wahrscheinlichkeit einer Romanze zwischen diesen beiden grundverschiedenen Figuren höchst limitiert anmutet, tut dem Charme dieses Subplots keinen Abbruch. Fans tragikomischer Unterhaltung, die ihre Komödien schräger lieben als sie das Leben schreibt, werden ihre Freude haben. ara.

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Info

Plakat des Films: Schräger als Fiktion
  • FSK ab 6 freigegeben

FSK: ab 6

Kinostart: 08.02.2007

USA 2006

Länge: 1 h 53 min

Genre: Drama

Originaltitel: Stranger Than Fiction

Regie: Marc Forster

Drehbuch: Zach Helm

Musik: Britt Daniel

Produktion: Lindsay Doran

Kostüme: Frank Fleming

Kamera: Roberto Schaefer

Schnitt: Matt Chesse

Ausstattung: Kevin Thompson, Craig Jackson

Website: http://www.schraeger-als-fiktion.de/

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