"La La Land"-Regisseur Damien Chazelle und Ryan Gosling arbeiten erneut zusammen, an der Filmbiografie von Neil Armstrong und der Apollo-11-Mission.

Kinostart: 08.11.2018

Szenenbild aus Aufbruch zum Mond mit Ryan GoslingRyan Gosling

Ryan Gosling
als Neil Armstrong

Szenenbild aus Aufbruch zum Mond mit Claire Foy

Claire Foy
als Janet Armstrong

Kyle Chandler
als Deke Slayton

Pablo Schreiber
als Jim Lovell

Brian D'Arcy James
als Joe Walker

Ciarán Hinds
als Bob Gilruth

Jason Clarke
als Ed White

Ethan Embry
als Pete Conrad

Corey Stoll
als Buzz Aldrin

Christopher Abbott
als Dave Scott

Patrick Fugit
als Elliot See

Lukas Haas
als Mike Collins

Handlung

"Ein kleiner Schritt für einen Mensch, ein riesiger Sprung für die Menschheit". Neil Armstrong (Ryan Gosling) spricht diese legendären Worte am 21. Juli 1969, als er als erster Mensch die Oberfläche des Mondes betritt und damit zu einem der größten Helden des 20. Jahrhunderts avanciert. Bis es jedoch soweit kommt, liegen hinter Armstrong Jahre und Jahrzehnte der Konflikte, der Entbehrungen und harter Arbeit, die er, seine Familie und seine Freunde erbringen mussten. Und sie sind nicht die Einzigen: Das Apollo-Programm, Anfang der 60-Jahre von der Politik initiiert, stellt in der Raumfahrt einen gewaltigen Quantensprung dar.

Damals konnte noch niemand ahnen, nicht einmal die NASA selbst, welche gewaltigen Ressourcen es verschlingen und welche Opfer, auch an Menschenleben, es verlangen wird. Armstrongs beharrlicher Weg durch das Programm und die Arbeit hunderttausender Menschen erreichen mit der Mission von Apollo 11 den Höhepunkt: dem Aufbruch zum Mond.

Kritik

Jeder weiß, Neil Armstrong hinterließ als erster Mensch einen Fußabdruck auf dem Mond. Wenn es passiert in dem ersten Film von Damien Chazelle, seit er für seinen Vorgänger "La La Land" als jüngster Regisseur aller Zeiten einen Oscar gewinnen konnte, und obwohl man weiß, dass es passieren wird, ist es ein bemerkenswerter, merkwürdig erhebender und erhabener Moment: Weil Armstrong hier nicht einfach nur einen der großen Träume der Menschheit erfüllt, sondern weil man im Kino eine mehr als zweistündige Reise hinter sich hat, die nicht minder bemerkenswert war: Jetzt ist hier auf der Oberfläche des Erdtrabanten nicht einfach der einsamste Mensch auf dem Mond, weil er der einzige ist, sondern weil er davor der einsamste Mensch auf der Welt war, angetrieben nicht nur von grenzenlosem Pflichtbewusstsein und wissenschaftlicher Neugier, sondern auch von einem traumatischen Ereignis fast zehn Jahre zuvor, das ihn sich abkapseln ließ in seine eigene Welt, seinen eigenen Schmerz und seine eigene Traumata: Das winzige Menschlein in dem ihn wie in einem Vakuum einschließenden Raumanzug ist die perfekte Beschreibung, wie Neil Armstrong sich fühlt.

Dass es Damien Chazelle und seinem großartigen "La La Land"-Hauptdarsteller Ryan Gosling in ihrer zweiten Zusammenarbeit gelingt, den Zuschauer nicht nur die außerordentliche NASA-Mission hautnah miterleben zu lassen, im Stil eines "Der Stoff, aus dem die Träume sind", mit all ihren Erfolgen und Rückschlägen, sondern diese Mission tatsächlich durch die Augen Armstrongs zu erzählen, in seinem Kopf zu sein, zu verstehen, wer dieser wortkarge, zurückgezogene Mensch ist, ist die besondere Leistung dieses Films, der so episch und doch intim und ganz privat ist. Es ist ein impressionistisches Home-Movie über den größten Triumph der Menschheit. Und erfüllt das von Chazelle gegebene Versprechen, hautnah mitzuerleben, wie es sich angefühlt haben muss, nicht nur dabei, sondern mitten drin zu sein. Schon die erste Szene gibt einen Vorgeschmack, was passieren wird. Mit der Hauptfigur wird man durchgerüttelt in einem Düsenjet, mit dem neue Geschwindigkeits- und Höhenrekorde aufgestellt werden. Man fühlt sich nicht wie in einem perfekten High-Tech-Gerät, sondern wie in einem knarzenden, ächzenden, quietschenden Blechsarg, dessen dünne Metallhaut die einzige Trennwand zwischen Leben und Tod ist. Aber auch diese Nahtoderfahrungen zu Beginn der Sechzigerjahre können ihn nicht darauf vorbereiten, was es bedeutet, ein Kind zu verlieren. Armstrong ist 31 Jahre alt, als seine zweijährige Tochter Karen 1962 an einem Hirntumor stirbt, ein Ereignis, das er nie völlig verkraftet hat. Trauer und Schmerz lassen ihn in sich kehren und zum Einzelgänger werden, was das Familienleben mit seiner Frau Janet und den beiden Söhnen schwer belastet, aber sie verleihen ihm auch eine Todesverachtung und Entschlossenheit, dass keine noch so schwere Mission nicht zu meistern ist. Und so sehen wir zu, wie die Erlebnisse als Astronaut und die Vorbereitung auf die Mondmission im Grunde doch immer nur Spiegel für das Innenleben dieses Mannes sind, dem Damien Chazelle nicht von ungefähr immer wieder tief in die traurigen und so wachen Augen blickt. Das Ergebnis ist ein Film, der einen packt. Weil er technisch herausragend gut geworden ist, weil all die großen Szenen noch größer aussehen, als man es sich ausgemalt ist. Und weil er einem so nahe geht, weil das Heldentum hier nichts mit dem Hissen von Fahnen oder Nationalismus zu tun hat, sondern weil selbst im Moment der größten Leistung immer mitschwingt, wie hoch der Preis war, den man dafür zahlen musste. ts.

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Info

  • FSK ab 12 freigegeben

FSK: ab 12

Kinostart: 08.11.2018

USA 2018

Länge: 2 h 22 min

Genre: Drama

Originaltitel: First Man

Regie: Damien Chazelle

Drehbuch: Josh Singer

Musik: Justin Hurwitz

Kamera: Linus Sandgren

Website: http://upig.de/micro/aufbruch-zum-mond

Zitat

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