"Being Charlie Kaufman" - irrwitzige Satire von und über Drehbuchautor Charlie Kaufman und das Ergebnis seiner Bemühungen, einen unverfilmbaren Roman für die Leinwand zu adaptieren.

Kinostart: 13.03.2003

Nicolas Cage

Nicolas Cage
als Charlie Kaufman / Donald Kaufman

Meryl Streep

Meryl Streep
als Susan Orlean

Chris Cooper

Chris Cooper
als John Laroche

Tilda Swinton
als Valerie

Cara Seymour
als Amelia

Maggie Gyllenhaal
als Caroline

Brian Cox
als Robert McKee

Judy Greer
als Alice

Ron Livingston
als Marty

Jay Tavare
als Matthew Osceola

Stephen Tobolowsky
als Ranger Steve Neely

Peter Jason
als Verteidiger

Curtis Hanson
als Susans Ehemann

Rheagan Wallace
als Kim Canetti

Jane Adams
als Margaret

Agnes NaDene Baddoo
als Agnes Baddoo

Jim Beaver
als Ranger Tony

Brigitte Bogle
als Susan als Teenager

Caron Colvett
als Laroches Frau

Lynn Court
als Laroches Vater

John Cusack
als John Cusack

Roger Fanter
als Onkel Jim

Gary Farmer
als Buster Baxley

Paul Fortune
als Paul Fortune

Sandra Lee Gimpel
als Laroches Mutter

Gregory Itzin
als Ankl

Handlung

Der neurotische Drehbuchautor Charlie Kaufman (Nicolas Cage) soll ein Filmdrehbuch auf der Basis des als ziemlich unverfilmbar eingestuften Bestsellers "The Orchid Thief" von Susan Orlean (Meryl Streep) erstellen. Während der Druck vom Studio steigt und Charlie unter einer handfesten Schreibblockade leidet, schüttelt sein künstlerisch weit weniger ambitionierter Zwillingsbruder Donald (auch Cage) neuerdings ein Superscript nach dem anderen aus dem Ärmel und hat daneben auch noch Erfolg bei den Frauen. Da kommt Charlie die hilfreiche Idee, sich und den Bruder in sein Script einzubauen...

Charlie Kaufman

Drehbuchautor Charlie Kaufman soll Susan Orleans Buch "The Orchid Thief" für die Leinwand adaptieren, die wahre Geschichte des Orchideen-Züchters John Laroche. An seiner Aufgabe, seinem Dasein und seinem mit kommerziellen Stoffen erfolgreicheren Zwillingsbruder verzweifelnd, schreibt sich Charlie schließlich in den Mittelpunkt des Dramas und dies nimmt sein Lauf.

Drehbuchautor Charlie Kaufman hat den Auftrag erhalten, Susan Orleans Bestseller "The Orchid Thief" für die Leinwand zu adaptieren. Das Buch erzählt die wahre Geschichte des Orchideen-Züchters John Laroche. Während der depressive Charlie an dieser Aufgabe, seinem Leben und vor allem an seinem dank kommerzieller Stoffe wesentlich erfolgreicheren Zwillingsbruder zu verzweifeln beginnt, schreibt er sich kurzerhand selbst ins Zentrum des Dramas. Und damit löst er eine Verkettung von aberwitzigen Ereignissen aus.

Kritik

Schräg, schräger - Charlie Kaufman. Der Autor von "Being John Malkovich" und "Human Nature" übertrifft sich selbst in jeder Hinsicht mit seiner zweiten Zusammenarbeit mit Regisseur Spike Jonze. Vergnügt reflektiert er sein kompliziertes Dasein als Drehbuchautor in Hollywood, das die Grundlage für diese irrwitzige und schräge Geschichte lieferte, in der Nicolas Cage, Meryl Streep und Chris Cooper keinesfalls fehlen wollten und damit die haarsträubendste Satire, die Hollywood je gesehen hat, zu Jonzs und Kaufmans nicht nur bislang bester, sondern auch kommerziellster Arbeit machen könnten.

"Adaptation" beginnt nicht etwa dort, wo der Vorgänger "Being John Malkovich" endet - sondern mittendrin, an dessen Set. Noch ein Außenstehender, der die Dreharbeiten schüchtern von der Seitenlinie beobachtet, wird sich Kaufman schon bald selbst in den Mittelpunkt seiner exzentrischen Adaption des nicht-fiktionalen Bestsellers "The Orchid Thief" von Susan Orlean (Meryl Streep mit einer mitreißend uneitlen Leistung) schreiben, die nicht weniger clever und überraschend ist als "Malkovich". Und schon taucht der Zuschauer in das neurotische Innere von Charlie Kaufman, dessen größte Paranoia mit dem zwingenden Bedürfnis zusammenhängt, als guter Autor all das selbst erfahren zu müssen, was er ausdrücken will.

Mit unterhaltsamen Verweisen auf das komplizierte Dasein des screenwriting talents in Hollywood, unterzieht der Film den Schreibprozess einer humorvollen, analytischen Betrachtung. Der "richtige" Kaufman erledigt dies, indem er sich auf der Leinwand in die Zwillingsbrüder Charlie und Donald teilt (letzterer ist tatsächlich rein fiktional, dennoch mit dem Credit des Koautors bedacht). Beide werden von einem großartigen Nicolas Cage - mit dünnem Haar und Bauchansatz und seiner besten Leistung seit Jahren - gespielt. Die Brüder verhalten sich ebenso zueinander wie der Roman zur Adaption. Beide sehen zwar absolut identisch aus, könnten dennoch nicht gegensätzlicher sein: Während Charlie verdrießlich, depressiv, introvertiert, asozial, ein übertriebener Reinheitsfanatiker in Bezug auf seine Arbeit ist und in Gegenwart schöner Frauen sofort in Schweiß ausbricht, ist Donald sachlich, ein Partyhengst, auf selbstzufriedene Weise oberflächlich, glücklich verliebt und richtet sich ganz pragmatisch danach, seine Arbeit so kommerziell wie möglich zu gestalten. Die Extreme entfalten sich besonders in dem Moment, in dem Donald in Charlies auffallend undekoriertes Hollywood-Domizil hereinbricht, um den Bruder mit seinen Ratschlägen und seinem vor Klischees strotzenden Drehbuch über einen Serienkiller mit multipler Persönlichkeit (!) in den Wahnsinn zu treiben.

Doch besteht kaum Veranlassung für Charlie, sich seinem kommerziellen Alter Ego überlegen zu fühlen, wo er selbst mit seiner eigenen Arbeit überhaupt nicht vorankommen will und an einer quälenden "kreativen und emotionalen Verstopfung" leidet. Von einer "Malkovich"-liebenden Studio-Executive (Tilda Swinton) ausgewählt, findet Charlie einfach keinen Zugang zu dem esoterischen Roman über Blumen. Sein sowieso pathetisches Dasein stürzt er schließlich in ein höchst bizarres Abenteuer, als er beschließt, dass der einzige Weg zur Überwindung seiner Schreibblockade darin liegt, sich - wie es auch Orlean getan hat - in den Mittelpunkt der Geschichte zu erfinden. So verknoten sich von nun an Kaufmans, Orleans und das Leben des Orchideen-Wilderers John Laroche (ein nicht nur wegen seiner fehlenden Reihe Vorderzähne herausragender Chris Cooper) auf ungeahnte und merkwürdigste Art und Weise, und die Erzählung veranstaltet haarsträubende und akrobatische Bocksprünge vorwärts wie rückwärts. Als sich auch noch Donald in Charlies Bewusstsein drängt, folgt sein Leben ganz genau den Hollywood-Konventionen, die er doch so verachtet, um schließlich auch noch in einem bizarren explosiven Action-Showdown zu enden.

Nicht weniger absurd mag die Tatsache erscheinen, dass der überlebende Kaufman auch in der Realität um die Adaption des vollkommen unverfilmbaren Bestsellers "The Orchid Thief" gebeten wurde. Auf dieser Grundlage hat Kaufman einen unbefangenen und vergnügten Film geschrieben, der keinen weiteren Anspruch haben mag, als seinen eigenen Leidensprozess zu schildern. Wie bereits mit "Being John Malkovich" bewiesen, versteht es Regisseur Spike Jonze glänzend, Kaufmans clevere Gedankensprünge ebenso und visuell bestechend umzusetzen. Jonze trotzt dem verwirrenden Skript und ist in der bewundernswerten Lage, dessen Schlüsselinformationen auf einleuchtende Art und Weise zu vermitteln und eine ganz erstaunliche und logische Selbstverständlichkeit für all die Absurditäten zu finden, die Wunderkind Kaufman dem Zuschauer auch mit diesem Buch nach Lust und Laune auftischt. cm.

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Info

Plakat des Films: Adaption
  • FSK ab 12 freigegeben

FSK: ab 12

Kinostart: 13.03.2003

USA 2002

Länge: 1 h 55 min

Genre: Drama

Originaltitel: Adaptation

Regie: Spike Jonze

Drehbuch: Charlie Kaufman, Donald Kaufman

Musik: Carter Burwell

Produktion: Edward Saxon, Charlie Kaufman, Jonathan Demme, Vincent Landay

Kostüme: Casey Storm

Kamera: Lance Acord

Schnitt: Eric Zumbrunnen

Ausstattung: K. K. Barrett, Peter Andrus

Website: http://www.adaption-der-film.de

Auszeichnungen

1 Oscar: 2 Golden Globes:

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