Zynisch angehauchte Sozialkomödie, in der Adam Sandler als gestresster Familienvater dem Charme seiner mexikanischen Haushälterin erliegt.

Kinostart: 07.04.2005

Adam Sandler

Adam Sandler
als John Clasky

Téa Leoni

Téa Leoni
als Deborah Clasky

Paz Vega

Paz Vega
als Flor Moreno

Cloris Leachman
als Evelyn Norwich

Sarah Steele
als Bernice

Shelbie Bruce
als Cristina

Ian Hyland
als Georgie

Victoria Luna
als sechsj

Cecilia Suárez
als Monica

Rolando Molina
als Flors Ehemann

Brenda Canela
als Luz

Eddy Matin
als 14-j

Handlung

Flor (Paz Vega), die junge Mutter und Wirtschaftsemigrantin aus Mexiko, lebt zwar schon seit zwei Jahren in den Barrios von South Central LA, doch ein Wort Englisch hat sie dort bisher nicht lernen müssen. Nun ziehen sie und ihre Tochter in den Haushalt der wohlhabenden Claskys und lernen die oberen Sprossen der amerikanischen Gesellschaftsleiter aus näherer Ansicht kennen. Familienvater John (Adam Sandler), ein netter, von der frustrierten Ehefrau (Tea Leoni) sträflich vernachlässigter Vier-Sterne-Koch, erliegt Flors naivem Charme auf Anhieb ...

James L. Brooks

Nach Jahren im Barrio von Los Angeles, wo sie kein Wort Englisch gelernt hat, findet die junge Mutter Flor einen Job bei der reichen Clasky-Famlie - bei der hochgradig neurotischen Deborah, dem sympathischen Vier-Sterne-Koch John und deren zwei Kindern. Insbesondere John - von seiner hysterischen Frau sträflich vernachlässigt - wird von Flor hoffnungslos in den Bann gezogen.

John Clasky ist gerade zum "Besten Koch Amerikas" gekürt worden, ein vorbildlicher Vater für seine zwei Kinder und eigentlich ein perfekter Ehemann für seine Frau Deborah.. Die steuert ob ihrer Neurosen und ihrer eigenen fehlenden Karriere jedoch geradewegs auf eine frühe Midlife-Krise zu. Da stößt die Mexikanerin Flor, die kein einziges Wort Englisch spricht, als Hausmädchen zur Familie. Kulturen und Temperamente prallen aufeinander, Sprachbarrieren sorgen für Missverständnisse und auch die Hormone spielen bald verrückt.

Kritik

Man spricht Spanisch und Englisch in der neuen Beziehungs-Dramedy von Regisseur und Skripter James L. Brook, seinem ersten Film seit "Besser geht's nicht" vor sieben Jahren. Sprachbarrieren inbegriffen prallen zwei Kulturen und Klassen mit viel Humor und Emotion aufeinander, als eine illegale mexikanische Einwanderin eine Stelle als Haushaltsgehilfin bei einer problembeladenen Familie in Los Angeles übernimmt. Den gutmütigen Herr im Haus in dieser von Frauen dominierten Family spielt passiv-gedrosselt Komiker Adam Sandler, der nach "Punch Drunk Love" im ernsthaftesten Part seiner Karriere zu sehen ist.

Ein Voiceover der jungen Christina klammert die Story ein. Sie erinnert sich in ihrem Bewerbungsschreiben an die Princeton-Univerisität bewundernd an den Werdegang ihrer Mutter: Von ihrem Ehemann verlassen, hatte Flor (die hinreißende Paz Vega aus "Lucia und der Sex") die Flucht nach Kalifornien angetreten, um ihrer kleinen Tochter eine bessere Zukunft zu bieten. Nach mehreren Jahren im Barrio von Los Angeles, wo sie kein Wort Englisch gelernt hat, findet Flor Anstellung bei der wohlhabenden Klasky-Famlie. Flors neue Chefin ist die hochgradig neurotische Deborah (Tea Leoni wirft sich mit Elan in die Darstellung der enervierenden Hysterikerin), die weder mit ihrem sympathischen Mann, dem Vier-Sterne-Koch John, noch ihren beiden Kindern oder ihrer im Haus lebenden Mutter Evelyn (Chris Leachman als drollig-liebenswerte Alkoholikerin) ein besonders gutes Verhältnis hat. Denn Deborah ist ein sehniges Nervenbündel, das vollkommen auf sich selbst bezogen ist und ständig mit emotionalem Desaster flirtet. So sind ihr peinliche Übergriffe (wie Christina ein Stipendium an einer Privatschule zu verschaffen, ohne sie vorher gefragt zu haben, oder ihrer übergewichtigen Tochter Kleidung eine Nummer zu klein zu kaufen) unbewusst. Ihre bevorzugte Antwort in Konfliktsituationen ist es, den anderen zu versichern, dass sie nicht sauer auf sie wäre. Im Kontrast zu Deborah ist Flor eine mexikanische Madonna, zu deren Warmherzigkeit und natürlichem Charme sich die ganze Familie, inklusive des Haushunds, hingezogen fühlt. Insbesondere John, der von seiner Frau sträflich vernachlässigt wird, ist von der attraktiven und mittlerweile Englisch sprechenden Flor hoffnungslos in den Bann gezogen. Wie zwischen Bill Murray und Scarlett Johansson in "Lost in Translation" bilden sich zart-bittersüße Gefühlsbande zwischen ihnen. Dabei geht ihre Zuneigungsäußerung ebenfalls nicht über einen Kuss hinaus. Allerdings fallen hier die Dialoge etwas weniger gewitzt und fließend als in Sofia Coppolas Kleinod aus.

Wie in seinen anderen Filmen interessiert sich Brooks für die verschiedenen zwischenmenschlichen Töne, ohne sich auf einen Protagonisten per se festzulegen. Noch aus "Zeit der Zärtlichkeit"-Tagen geübt, legt Brooks Augenmerk auf den dreifachen Mutter-Tochter-Konflikt. Insgesamt werden die verschiedenen Figuren jedoch vergleichsweise oberflächlich skizziert, sodass auch manche Frage unbeantwortet bleibt. Weshalb beispielsweise ist Deborah so unzufrieden oder warum lässt sich John von ihr emotional (und einer bizarren Szene zufolge sexuell) benutzen? Überhaupt ist die Rolle von Leoni im Gegensatz zu der von Jack Nicholsons Ekelpaket in "Besser geht's nicht" charmefrei und weist keine sympathischen Merkmale auf. Zweifellos wäre es in Brooks' neuem Film in vielerlei Hinsicht auch besser gegangen: Die zynisch angehauchte Sozialkomödie mit unterschwelligem Sitcom-Flair ist in einer Saison der großen Knüller eher als Geheimtipp zu werten. ara.

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Info

Plakat des Films: Spanglish
  • FSK ab 6 freigegeben

FSK: ab 6

Kinostart: 07.04.2005

USA 2004

Länge: 2 h 11 min

Genre: Komödie

Originaltitel: Spanglish

Regie: James L. Brooks

Drehbuch: James L. Brooks

Musik: Hans Zimmer

Produktion: James L. Brooks, Richard Marks, Julie Ansell, Richard Sakai

Kostüme: Shay Cunliffe

Kamera: John Seale

Schnitt: Richard Marks

Ausstattung: Ida Random, Tom Reta

Website: http://www.spanglisch.de/

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