Muttersöhnchen Frank wird entführt und muss nun nach Marokko anstatt mal eben zu Ikea fahren...

Kinostart: 08.09.2005

Stipe Erceg

Stipe Erceg
als Marc

Fabian Busch

Fabian Busch
als Frank

Daniela Ziegler

Daniela Ziegler
als Franks Mutter

Lilja Löffler
als Ilvy

Heinrich Giskes
als Marcs Vater

Martin Clausen
als Pauli

Helmut Rühl
als Franks Onkel

Fernando Rebollo
als Luis

Hans Pawliczek
als Martin

Annick Spelberg
als Gesch

Emanuelle Malé
als Kellnerin

Handlung

Frank (Fabian Busch) ist ein grenzenlos naiver Träumer und unselbständiges Muttersöhnchen wie aus dem Bilderbuch. Marc (Stipe Erceg), ein impulsiver Macho, glaubt, jemanden getötet zu haben, und braucht deshalb dringend einen Tapetenwechsel. Nun zwingt der Zufall die beiden so ungleichen Männer gemeinsam in ein Auto und auf große Fahrt geradewegs von Deutschland nach Nordafrika. Unterwegs warten illustre Bekanntschaften und jede Menge Gelegenheiten, den Horizont in ungeahnte Richtungen zu erweitern.

Großes Buddy-Kino im märchenhaften Roadmovie und Spielfilmdebüt von Regisseur und Koautor Cyril Tuschi.

Der ängstliche Hypochonder Frank gerät durch Zufall an den egozentrischen Macho Marc, der sich auf der Flucht befindet, weil er glaubt, dass er im Streit versehentlich jemanden getötet hat: Frank fegt Marc ebenso versehentlich im Wohnmobil seiner Mutter vom Motorrad, woraufhin Marc Fahrzeug und Fahrer mal eben kidnappt - und mit beiden nach Marokko durchbrennt.

Kritik

Auf den vergangenen Hofer Filmtagen erwies sich "SommerHundeSöhne" als Publikumsrenner. In seinem Spielfilmdebüt lässt Regisseur und Koautor Cyril Tuschi ein Muttersöhnchen und einen Macho aufeinandertreffen, schickt sie im Wohnmobil von Deutschland nach Marokko. Was formal als schräges, komisches Road Movie beginnt, entpuppt sich rasch als frischer, mutiger Erstling, der die Selbstfindung seiner beiden gegensätzlichen Protagonisten einfühlsam nachvollzieht.

Ein Wohnmobil, geparkt vor IKEA. Darin sitzt ein junger Mann: Frank. Der Stutzer wartet auf Mama und (Stief-)Papa. Kaut inbrünstig auf einem Bounty-Riegel herum. Langweilt sich. Rutscht hinters Steuer. Und fährt prompt Marcs Motorrad über den Haufen. Marc, einen ganzen Kopf größer als Frank, ist außer sich. Das kantige Gesicht verzerrt vor Wut. Weil sein geliebtes Zweirad kaputt ist. Weil er glaubt, im Streit jemanden getötet zu haben. Weil die Polizei vermutlich schon hinter ihm her ist. Also verfrachtet er das Motorrad kurzerhand ins Wohnmobil, den verdutzten Frank auf den Beifahrersitz und schon geht's ab nach Marokko. Zum (verhassten) Vater, den er ewig nicht gesehen hat.

Zwei, drei Einstellungen, wenige Worte, ein paar Schnitte und schon ist man mitten drin in diesem versponnenen Abenteuertrip, dieser inneren und äußeren Reise, die Spielfilmdebütant Cyril Tuschi, Jahrgang 1969, mit leichter Hand inszeniert hat. Bewährte Kino-Urtypen, das Muttersöhnchen - Fabian Busch aus "Liegen lernen"-, das entfernt an den jungen Bud Cort aus "Harold und Maud" erinnert, und der großspurige Macho - Stipe Erceg aus "Die fetten Jahre sind vorbei" -, der zuhaut, bevor er fragt, treffen aufeinander. Reisen miteinander. Von Berlin nach Tanger via Frankreich und Spanien. Lernen voneinander. Weil's Geld fehlt, muss stets "improvisiert" werden. Learning by doing. Dazwischen jede Menge schräge Typen. Etwa Pauli (Martin Clausen), der durchgeknallte Sammler zivilisatorischen Treibguts, Luis (Fernando Rebollo), der freundliche Schafhirte, oder die rätselhafte Sirene Ilvy (Lilja Löffler), an die Frank Unschuld und Herz verliert.

Weggehen, um anzukommen, wie eigentlich bei allen Road Movies, heißt es hier. Die Bewegung, die das Kino charakterisiert, charakterisiert auch Frank und Marc. Einmal grob skizziert, driften sie fortan von Ort zu Ort. Landen außerhalb der Saison in Touristenhochburgen an menschenleeren Stränden, in aufgelassenen (Italo-)Western-Geisterstädten und schließlich in der Altstadt von Tanger, bei Marcs Vater - Paul Bowles lässt grüßen. Derweilen schalten Hühner Scheinwerfer an und aus und jagen Lasso-schwingende Cowboys dem Wohnmobil hinterher. Mag es Haken und Lücken im Erzählfluss geben, stimmt es manchmal mit Timing und dramaturgischer Stringenz nicht ganz, machen der Mut zur Phantasie, der überraschende Schnitt und die geradezu überbordende Ideenfülle dies alles wett. Während man mit Freude den überragenden Darstellern Busch und Erceg bei der Arbeit zusieht. Hoffentlich ist "SommerHundeSöhne" eine lange Kinoreise vergönnt. geh.

Wertung Questions?

FilmRanking: 9522 >99

Filmwertung

Redaktion
-
User
-
Deine Wertung

Action

Red.
-
User
-
Deine Wertung

Humor

Red.
-
User
-
Deine Wertung

Gefühl

Red.
-
User
-
Deine Wertung

Spannung

Red.
-
User
-
Deine Wertung

Anspruch

Red.
-
User
-
Deine Wertung

Info

Plakat des Films: SommerHundeSöhne
  • FSK ab 12 freigegeben

FSK: ab 12

Kinostart: 08.09.2005

Deutschland 2004

Länge: 1 h 40 min

Genre: Komödie

Originaltitel: SommerHundeSöhne

Regie: Cyril Tuschi

Drehbuch: Ole Ortmann, Cyril Tuschi, Aaron Craemer

Musik: Benjamin Biolay

Produktion: Claudia Gatzke, Cyril Tuschi, Nicholas Conradt

Kostüme: Sabine Greunig

Kamera: Peter Dörfler

Schnitt: Dirk Göhler

Ausstattung: René Römert

Website: http://www.sommerhunde.de

Newsletter

Hol' dir jetzt den KINO&CO Newsletter!
Der schnelle Überblick über unsere Blockbuster und Top-Gewinnaktionen der Woche.