Behutsames Porträt einer Mutter, die ohne Erklärung ihre Familie verlässt und jeglichen Bezugspunkt in ihrem Leben verliert.

Kinostart: 07.11.2002

Patrick Bruel
als Laurent

Marilyne Canto

Marilyne Canto
als Christelle

Dominique Blanc

Dominique Blanc
als Claire

Bruno Salvador
als R

Sergi Lopez
als Serge

Claude Brasseur
als Jean-Claude

Antoine Bonnaire
als C

Mathilde Seigner
als Sabrina

Nour Gana
als Cendrine

Valeria Bruni Tedeschi
als Josiane

Yolande Moreau
als Babette

Olivier Gourmet
als Dr. G

Jacques Boudet
als Jean-Fran

Marthe Villalonga
als Marthe

Antoine Chappey
als Guy-Michel

Léna Breban
als Sonia

Edmée Doroszlai
als V

Die Handlung von Milch der Zärtlichkeit

Ohne erkennbaren Anlass oder irgendein klärendes Wort verlässt die junge dreifache Mutter Christelle (Marilyne Canto) eines Tages aus heiterem Himmel ihre Familie und wandert wie in Trance aus dem Haus, während das Baby auf dem Wickeltisch liegt und die Wanne überläuft. Nach einigem Umherirren landet Christelle schließlich in der Wohnung ihrer Nachbarin ein Stockwerk höher, wo sie sich in der Folgezeit niederlässt und durch kein gutes Zureden zur Rückkehr bewegen ist. Für ihren Mann, der keine Ahnung hat, wo sie steckt, beginnen harte Zeiten.

Die Regisseurin Dominique Cabrera inszenierte ein packendes, einfühlsames Drama über eine Ehe am Rande des Abgrunds und eine eigenwillige Suche nach Identität.

Eine junge Mutter verlässt ohne ein erklärendes Wort wie in Trance ihre Wohnung, lässt den Säugling auf dem Wickeltisch, die zwei anderen Kinder beim Spielen und den Haushalt in aller Unordnung zurück. Sie findet bei einer Nachbarin Unterschlupf, steht jedoch unter Schock, ist zu keiner Erklärung fähig - und weigert sich, zu ihrer Familie zurückzukehren.

Kritik zu Milch der Zärtlichkeit

Dominique Cabréra greift ein Tabu-Thema auf: die Wochenbettdepression von Frauen nach der Geburt, das Problem nett verkleinernd auch Baby-Blues genannt. Eine junge Mutter verlässt ganz plötzlich ihre Wohnung und quartiert sich bei der fremden Nachbarin ein. Ihr Verschwinden löst eine Krise bei allen Beteiligten aus.

Das Bild von glücklichen Müttern mit wonneproppigen Babies bekommt in Dominique Cabréras Drama Risse. Nicht selten löst die Geburt eine Psychose bei der Gebärenden aus. Wie bei der 30jährigen Christelle. Als Wasser unter der Badezimmertür hervorschießt, flüchtet sie von einer Sekunde auf die andere aus der Wohnung, lässt ihr Baby in der Badewanne zurück. Der niedergeschlagene Mann versucht, die schwierige Situation mit den zwei Söhnen und dem Neugeborenen in den Griff zu kriegen nichts ahnend, dass die Vermisste sich in die Wohnung der Nachbarin einen Stock höher ein eingenistet hat, die sich rührend um sie kümmert, auch wenn sie nicht versteht, was die Unbekannte eigentlich will. Weder ihre freundlichen Bitten noch die harschen Töne ihres verheirateten Freundes bringen die verstörte Frau dazu, wieder zur Familie zurückzukehren. Christelle benötigt Zeit, ihre Rolle als Mutter und Ehefrau neu zu definieren und mit ihren Wünschen in Einklang zu bringen, entzieht sich unbewusst dem äußeren Druck. Cabréra nähert sich sensibel einem Menschen im Ausnahmezustand. Während die junge Frau sich am Anfang fast autistisch verhält und nur sehr langsam zur "Gastgeberin" eine Nähe entwickelt, geraten die Beziehungen ihrer Umwelt durcheinander. Der überforderte Ehemann und dessen Freund, der bei der Suche nach der Verschwundenen sich in eine alte Liebe neu verliebt, seine Gattin mit unterdrückter Sehnsucht nach einem eigenen Kind, die besorgten Eltern und die eifersüchtige Schwester, sie alle sind unerwartet mit der Leere des eigenen Lebens konfrontiert, leiden unter den Lügen, der Unfähigkeit, sich dem anderen zu öffnen. Wer das französische Kino mit seinen Zwischentönen schätzt, ist bei diesem Ausflug in innere Welten gut aufgehoben - auch wenn man sich an eine gewisse Sprödigkeit gewöhnen muss. Schauspieler wie Marilyne Canto, Dominique Blanc, Sergi Lopez und Valeria Bruni-Tedeschi sind hier das Tüpfelchen auf dem I. mk.

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Info

Plakat des Films: Milch der Zärtlichkeit
  • FSK ab 12 freigegeben

FSK: ab 12

Kinostart: 07.11.2002

Belgien/Frankreich 2001

Länge: 1 h 35 min

Genre: Drama

Originaltitel: Le lait de la tendresse humaine

Regie: Dominique Cabrera

Drehbuch: Cecile Vargaftig, Gilles Marchand

Musik: Béatrice Thiriet

Produktion: Philippe Martin

Kostüme: Marianne Fricheau

Kamera: Hélène Louvart

Schnitt: Francine Sandberg

Ausstattung: Raymond Sarti

Website: http://www.peripherfilm.de/milch