Ätzende Komödie und Politsatire, in der Hitler von einem jüdischen Schauspiellehrer unterwiesen wird.

Kinostart: 11.01.2007

Helge Schneider

Helge Schneider
als Adolf Hitler

Ulrich Mühe

Ulrich Mühe
als Prof. Adolf Gr

Sylvester Groth

Sylvester Groth
als Dr. Josef Goebbels

Adriana Altaras
als Elsa Gr

Stefan Kurt
als Albert Speer

Ulrich Noethen
als Heinrich Himmler

Lambert Hamel
als Obergruppenf

Udo Kroschwald
als Martin Bormann

Torsten Michaelis
als SS-Wachmann Moltke

Axel Werner
als Erich Kempka

Victor Schefé
als Rottenf

Lars Rudolph
als Kammerdiener Heinz Linge

Bernd Stegemann
als Dr. Morell

Die Handlung von Mein Führer - Die wirklich wahrste Wahrheit über Adolf Hitler

Es steht schlecht um das Dritte Reich im Dezember 1944. Die Alliierten rücken vor, der Krieg droht total verloren zu gehen. Da weiß Propagandaminister Joseph Goebbels (Sylvester Groth) die Antwort: Adolf Hitler (Helge Schneider) muss am Neujahrstag eine mitreißende Rede halten, um die Massen nochmal zu begeistern. Dumm nur, dass der deprimierte Führer nicht an die Öffentlichkeit treten will. Also wird der Jude Adolf Grünbaum (Ulrich Mühe), sein ehemaliger Schauspiellehrer, aus dem KZ geholt, um den widerspenstigen Gröfaz binnen fünf Tagen in Höchstform zu bringen.

In der Tradition von Ernst Lubitsch ("Sein oder Nichtsein") und Charlie Chaplin ("Der große Diktator") liefert Dani Levy nach dem Hit "Alles auf Zucker!" die ultimativ komisch-subversive Antwort auf "Der Untergang".

Es steht schlecht ums Reich Ende 1944. Propagandaminister Goebbels weiß Rat: Hitler muss am Neujahrstag eine mitreißende Rede halten, die Massen so noch einmal mobilisieren. Der ehemals bekannte jüdische Schauspiellehrer Professor Adolf Grünbaum, frisch aus dem KZ, soll den Führer in puncto Ansprachen im Crashkurs wieder auf Vordermann bringen.

Hitler glaubt nicht mehr so richtig an sich selbst. Sogar seinem Schäferhund ist er kaum gewachsen. Um das Ruder im Krieg aber noch einmal herum zu reißen, müsste er mit einer seiner berühmten, flammenden Reden die Massen mobilisieren. Goebbels lässt deswegen den jüdischen Schauspiellehrer Grünbaum und seine Familie aus dem KZ holen, um den Führer vom Besten in Rhetorik schulen zu lassen. Grünbaum ist hin- und hergerissen, beginnt dann aber doch mit seiner Therapie, bei der er Hitler u.a. in seine Kindheit zurückgehen lässt.

Kritik zu Mein Führer - Die wirklich wahrste Wahrheit über Adolf Hitler

Schluss mit political correctness! Dani Levy geht in der Nachfolge-Komödie zu seinem Überraschungshit "Alles auf Zucker!" dem "GröFaz" an den Kragen.

In Berlin wird ein Maibaum umgesägt. Ein Passant bleibt stehen, fragt einen der Arbeiter, warum dies geschieht. "Daraus mach'n wir 'ne Mundharmonika für Goebbels..." Im Dritten Reich ein für den ertappten Erzähler tödlicher Spaß und selbst heute noch ist es verpönt, Witze über das Dritte Reich und seine(n) Führer zu machen. Dass dies geht, intelligent und entlarvend, beweist Harald Schmidt in seiner Show immer wieder. Nicht zu vergessen natürlich die brillanten Politsatiren "Sein oder Nichtsein" oder "Der große Diktator". Besonders an Chaplins Meisterwerk erinnert "Mein Führer - die wirklich wahrste Wahrheit über Adolf Hitler" von Dani Levy, der als Drehbuchautor gekonnt "geborgt" hat und auf optischer Ebene dem berühmten Kollegen Referenz erweist - jonglierte Chaplin als Diktator etwa noch virtuos mit der Weltkugel, zweckentfremdet Levys Tyrann den Globus als mobile Minibar.

Im Gerüst der Story finden sich ebenfalls gewisse Parallelen. Tauschte bei Chaplin ein kleiner Friseur namens Hynkel mit dem Wüterich Napaloni die Rolle, soll bei Levy ein gewisser Adolf Grünbaum (zurückgenommen und nuanciert: Ulrich Mühe) dem desillusionierten, längst öffentlichkeitsscheuen Größten Feldherren aller Zeiten wieder zu alter Form verhelfen. Denn es steht schlecht ums Reich Ende 1944. Die Alliierten stehen vor Berlin und der totale Krieg droht total in die Hose zu gehen. Doch Propagandaminister Goebbels (lustvoll, lüstern und verschlagen: Sylvester Groth) weiß Rat: Hitler muss am Neujahrstag eine mitreißende Rede halten, die Massen so noch einmal mobilisieren. Hier kommt Professor Adolf Grünbaum ins Spiel. Frisch aus dem KZ - "das Lagerleben ist besser als sein Ruf" -, soll er, der ehemals bekannte Schauspiellehrer, den Führer "heilen", in punkto Ansprachen im Crashkurs wieder auf Vordermann bringen.

"Küsst die Faschisten, wo ihr sie trefft!" Kurt Tucholskys berühmtes Zitat setzt Levy seiner ätzenden Komödie vor, ehe er die Nationalsozialisten zunächst in Dokumentarbildern aufmarschieren lässt. Lässig hebt der Führer im Führermobil die Hand zum Hitlergruß und begeistert grüßt das Jubelvolk am Straßenrand zurück. Erschreckend - und erschreckend blöd. Was sich der Regisseur gekonnt zu eigen macht, wenn im weiteren Verlauf dauernd "geheilt" wird, Hände gehoben und Hacken geknallt werden. Levy hat genau hingeschaut, sich zunutze gemacht, dass Komödie subversiver ist als Tragödie, Dinge behauptet werden können, die ernst nicht vermittelbar sind. Und - vor allem - hat er in Helge Schneider einen idealen Hauptdarsteller gefunden, der zur Unkenntlichkeit geschminkt, erstaunlich zurückgenommen die Banalität des Bösen (be)greifbar macht: Wenn er im gelben Trainingsanzug die Vorzüge des Boxsports preist, in der Badewanne mit einem Schlachtschiff spielt oder abstruse Tiefgründigkeiten wie "Der Jud' tut gut!" vor sich hin murmelt.

In Brauntönen haben die Kameramänner Carl-Friedrich Koschnick und Carsten Thiele - er war für die zahlreichen Modellaufnahmen verantwortlich - ihre sorgfältig komponierten Bilder gehalten, schwülstig-pompös donnert Niki Reisers Soundtrack und des Führers Schäferhund Blondie trägt ein SS-Cape. Die Attribute stimmen. Die plötzlichen Gewalteruptionen erschrecken, derweil man an anderer Stelle herzhaft losprusten muss. Etwa beim Beischlaf des Führers mit seiner Eva B., die Katja Riemann gekonnt als holde NS-Maid anlegt. Mutig ist Dani Levy seine verzwickte Aufgabe angegangen, die er souverän und mit Chuzpe gelöst hat. Wobei er manchmal vielleicht noch etwas zu brav, zu wenig anarchisch vorgegangen ist. Aber er hat sich immerhin getraut, gewonnen und die ultimativ komisch-subversive Antwort auf "Der Untergang" gegeben. geh.

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Info

Plakat des Films: Mein Führer - Die wirklich wahrste Wahrheit über Adolf Hitler
  • FSK ab 12 freigegeben

FSK: ab 12

Kinostart: 11.01.2007

Deutschland 2006

Länge: 1 h 35 min

Genre: Komödie

Originaltitel: Mein Führer - Die wirklich wahrste Wahrheit über Adolf Hitler

Regie: Dani Levy

Drehbuch: Dani Levy

Musik: Niki Reiser

Produktion: Stefan Arndt

Kostüme: Nicole Fischnaller

Kamera: Carl-Friedrich Koschnick, Carsten Thiele

Schnitt: Peter R. Adam

Ausstattung: Christian Eisele

Website: http://www.meinfuehrer-derfilm.de