Oskar Roehlers wilde und exzentrische Geschichte einer großen Rock'n'Roll-Liebe am Ausgang der Fünfzigerjahre.

Kinostart: 22.01.2009

Jennifer Decker
als Lulu

Ray Fearon
als Jimi

Katrin Sass
als Gertrud

Udo Kier
als Chauffeur Schultz

Rolf Zacher
als Lulus Vater/ Daddy Cool

Bastian Pastewka
als Ernst

Ulrich Thomsen
als Harry Hass

Hans-Michael Rehberg
als von Oppeln

Simon Böer
als Richard

Anna Brüggemann
als Lisa

Lavinia Wilson
als Anne

Alexander Beyer
als Peter

Aaron Hildebrand
als Rockabilly

Catherine Flemming
als Josephine

Die Handlung von Lulu & Jimi

Ende der 50er Jahre hat der Rock'n'Roll die Bundesrepublik erobert, Rebellion und Lebenslust ergreifen die Jugend. Lulu (Jennifer Decker) stammt aus einer bankrotten Fabrikantenfamilie und verliebt sich in den gutaussehenden, ebenso mittellosen Schwarzen Jimi (Ray Fearon). Skandal! Die Liebe zu dem Amerikaner kann und will Lulus Mutter (Katrin Saß) nicht tolerieren. Sie beauftragt skrupellose Männer, das Glück ihrer Tochter mit Gewalt zu zerstören.

Oskar Roehlers

Es ist Liebe auf den ersten Blick für die junge Lulu aus einer verarmten deutschen Fabrikantenfamilie und Jimi, den schwarzen amerikanischen Charmeur vom Autoscooter. Ende der Fünfzigerjahre aber ist diese Liebe ein Skandal und für Lulus Mutter ein Hindernis, ihre lukrativen Heiratspläne mit Lulu in die Tat umzusetzen. So beauftragt sie skrupellose Männer, das Glück ihrer Tochter mit Gewalt zu zerstören.

Es ist Liebe auf den ersten Blick für die junge Lulu aus einer verarmten deutschen Fabrikantenfamilie und Jimi, den schwarzen amerikanischen Charmeur vom Autoscooter. Ende der Fünfzigerjahre aber ist diese Liebe ein Skandal und für Lulus Mutter ein Hindernis, ihre lukrativen Heiratspläne mit Lulu in die Tat umzusetzen. So beauftragt sie skrupellose Männer, das Glück ihrer Tochter mit Gewalt zu zerstören. Die beiden Liebenden werden in ein Abenteuer verwickelt, das ihre Gefühle zueinander auf eine harte Probe stellt.

Kritik zu Lulu & Jimi

Mit einer ästhetisch originellen Liebesgeschichte aus den Fünzigerjahren wagt Oskar Roehler den Spagat zwischen Melodram, Farce und Märchen.

"Was ist mit deiner Mutter?", fragt Jimi. "Sie ist tot. Hast Du Hunger?", sagt Lulu. Intakte Schlüsselbeziehungen zur Familie sehen anders aus - Lovestorys im Allgemeinen auch. Genau darum geht es Roehler - um den spielerischen Regelbruch, das Pingpong zwischen vertrauten Gefühlen, die ein Leben prägen, und überzeichneten Figuren und Situationen, die emotionale Wirklichkeiten in einen cartoonhaften Kontext setzen. "Lulu und Jimi" thematisiert die große Liebe, sexuelle Repression, Spießertum, Rassismus und die idealisierte Erlebnisqualität der Fifties - mit coolen Autos, Rock'n'Roll und Petticoatgehopse. Kleinstadtblume Lulu (Jennifer Decker, zuletzt die französische Ablenkung der amerikanischen "Flyboys") hat eine schrille, manipulative Mutter und einen gutmütigen, aber gebrochenen Vater. Sie ist jung, impulsiv, naiv, aber unwillig, den reichen, langweiligen Erben zu heiraten, den ihre Mutter zur Sanierung von Finanzen und Status ausgesucht hat. Als Lulu Jimi (Ray Fearon) kennen lernt, den attraktiven schwarzen Ami-Charmeur vom Autoskooter, fühlen beide das "Fieber im Blut". Tanzend leben sie dieses auf einer Party reicher Provinzschnösel aus, auf der Lulus Bruder den "Neger" mit dem Messer attackiert. Der Angreifer landet gelähmt im Rollstuhl und Jimi in Haft. Als er freigelassen und Lulu schwanger wird, setzt ihre Mutter einen skrupellosen Arzt und ihren Lover darauf an, das ungeliebte Glück zu zerstören. Irgendwo zwischen den Gebrüder Grimm, Francois Ozon ("Sitcom") und David Lynch stemmt Autor-Regisseur Roehler einen Mix aus Kitsch-Melodram und Verschwörungskrimi. Lynchs Figurenexzentrik findet hier eine neue Heimat, in Hans-Michael Rehbergs Arzt, der wie in "Das zauberhafte Land" seinem Opfer in der Kristallkugel folgt oder auch Ulrich Thomsens Killer, der Dennis Hoppers "Blue Velvet"-Psychopathen Konkurrenz macht. Leidenschaft in den Gefühlen glaubhaft zu vermitteln, bleibt eine Behauptung des Films, aber im Gestaltungswillen von Regisseur, Designer und Kameramann ist sie klar zu erkennen. Hier glühen die Haare der Liebenden rot im Gegenlicht, erscheinen riesige Herzen am Sternenhimmel, taucht Bambi am Seerosenteich auf, wirkt der erleuchtete, isoliert auf dem Land liegende Rummelplatz wie Camelot. Immer ist neben Roehlers Kernthema der disfunktionalen Familie und der extremen Stilisierung auch eine parodistische Ader prominent, immer ist "Lulu und Jimi" in der Groteske ganz Kino, sehenswert filmisch. Keine Selbstverständlichkeit hierzulande. kob.

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Info

Plakat des Films: Lulu & Jimi
  • FSK ab 16 freigegeben

FSK: ab 16

Kinostart: 22.01.2009

Deutschland 2008

Länge: 1 h 35 min

Genre: Drama

Originaltitel: Lulu und Jimi

Regie: Oskar Roehler

Drehbuch: Oskar Roehler

Musik: Martin Todsharow

Produktion: Stefan Arndt, Stefan Arndt, Oskar Roehler, Gabriela Sperl, Uwe Schott

Kostüme: Esther Walz

Kamera: Wedigo Schultzendorff

Schnitt: Bettina Böhler

Ausstattung: Eduard Krajewski

Website: http://www.luluundjimi.x-verleih.de