Schwarzhumorige Groteske über eine Spezialklinik für Selbstmordkandidaten.

Kinostart: 17.05.2012

Aurélien Recoing
als Doktor Krueger

Virgile Bramly
als Virgile

Daniel Cohen
als Jean-Marc

Virginie Efira
als Kontrollbeamtin Evrard

Bouli Lanners
als M. Vidale

Benoît Poelvoorde
als M. Demanet

Saul Rubinek
als M. Markus

Zazie de Paris
als Madame Zaza

Clara Cleymans
als Julia

Philippe Nahon
als M. Antoine

Vincent Tavier
als M. Plouvier

Olga Grumberg
als Ingrid

Bruce Ellison
als MC5

Gérard Rambert
als M. Nora

Stéphane Malandrin
als Steve

Muriel Bersy
als Muriel

Ingrid Heiderscheidt
als Sylvie

Nicolas Buysse
als Luc

Jérôme Colin
als Bob

Ewin Ryckaert
als Ewin

Philippe Grand Henry
als Herve

Stéphanie Crayencour
als Sophia

Handlung

Nach dem Motto "Schöner sterben für alle, die es sich leisten können" betreibt ein Mediziner eine Klinik für betuchte Todeswillige, Schampus und Sex auf dem Luxus-Sterbebett inklusive. Die gehobene Klientel fordert ganz selbstverständlich das Recht auf Tod ein. Nach Ausbruch eines Feuers und Zerstörung der Lebensmittelvorräte, streiten sich die Gäste erbittert um die letzte Mahlzeit und die Reihenfolge des Todes. Als Scharfschützen Jagd auf sie machen, rennen die Lebensmüden dann doch in Panik um ihr Leben.

Kritik

Schwarzhumorige Groteske über eine Spezialklinik, die Suizidwilligen den Weg ins Jenseits ebnet.

Schöner Sterben für alle, die es sich leisten können. Nach diesem Motto führt Dr. Kruger seine Klinik am Rande eines Waldes. Wer wenig Geld hat, landet auf einfache Weise im Nirwana, wer dagegen ein hübsches Sümmchen investiert, kriegt beim großen Finale auf dem Luxus-Sterbebett sogar Schampus und Supersex mit einem willigen Weib. Wer dagegen Krebs vortäuscht und nur wegen der ungetreuen Frau dahinscheiden möchte, muss sich ganz profan selbst die Pulsadern aufschneiden. Die gehobene Klientel vom berühmten DJ bis zum depressiven Amerikaner und traurigem Typen, der seine Frau beim Poker verlor (Bouli Lanners), betrachtet den selbst gewollten und geplanten Tod als ihr Recht. Die Harmonie wird nicht nur durch eine penetrante Finanzprüferin gestört, die dem Klinikchef dubiose Bereicherungsmethoden vorwirft, sondern auch durch ein nächtliches Feuer, das im Schloss wütet und die Lebensmittelvorräte vernichtet. Die von Hunger gepeinigten Todesaspiranten beklagen die desolate Versorgungslage, und streiten erbittert, wer denn nun als nächster den Rubikon überschreiten darf. Vordrängen ist nicht. Als Scharfschützen mit gezielten Schüssen für unerwartetes Ableben sorgen, geraten die Lebensmüden in Panik und rennen um ihr Leben.

Die Belgier pflegen ihr Faible für absurde und schwarzhumorige Geschichten, der klassische Vertreter des Genres "Mann beißt Hund" aus dem Jahre 1992 mit Benoït Poelvoorde als psychopathischen Serienmörder, der in "Kill me please" den Selbstmörder mimt, gilt heute noch als Kult. Auch Olias Barcos Groteske ist in schwarz-weiß gedreht, die Verfremdung macht die Brutalität nicht immer erträglich, unterstreicht aber die düstere Atmosphäre und den morbiden Handlungsbogen. Wenn ein Patient völlig wirklichkeitsfremd trotz leerer Speisekammer auf sein letztes Menu pocht, hat das Witz, wenn ein anderer eine Krankenschwester in den Sarg nagelt, fehlt bei der gewagten Gratwanderung von Komik und Grausamkeit der Witz. Inspiriert von "Mann beißt Hund" und "Das große Fressen", findet Barco nur schwer einen Weg zwischen eiskaltem Zynismus und notwendiger Empathie. Er spielt mit der Illusion des reinen Todes und Grenzüberschreitungen, sinniert auf skurrile Weise über den Umgang der Gesellschaft mit dem Sterben und schießt dabei übers Ziel hinaus. mk.

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Info

  • FSK ab 16 freigegeben

FSK: ab 16

Kinostart: 17.05.2012

Belgien 2010

Länge: 1 h 36 min

Genre: Komödie

Originaltitel: Kill Me Please

Regie: Olias Barco

Drehbuch: Virgile Bramly, Stéphane Malandrin, Olias Barco

Produktion: Vincent Tavier, Guillaume Malandrin, Stéphane Malandrin, Didier Brunner, Philippe Kauffmann, Olias Barco

Kostüme: Elise Ancion

Kamera: Frédéric Noirhomme

Schnitt: Ewin Ryckaert

Website: www.neuevisionen.de

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