Wie sich Vorurteile zwischen Juden und Palästinensern überwinden lassen und aus Hass Freundschaft werden kann, erzählt Leo Khasin mit Humor und Melodramatik.

Kinostart: 15.03.2012

Sanam Afrashteh
als Mouna

Kida Khodr Ramadan
als Mahmoud

Younes Hussein Ramadan
als Younes

Heinz W. Krückeberg
als Isja

Anna Böttcher
als Schwester Sabine

Cemal Subasi
als Bilal

Faruk Fakhro
als Momo

Khader Issa
als Hassan

Anis Ramid
als Omar

Nassiem Nassar
als Rashid

Celine Artuc
als Fatimah

Aliya Artuc
als Yasemin

Larisa Khasin
als Sofia

Margret Völker
als Gisela Fricke

Joachim Nimtz
als Komissar Doll

Gode Benedix
als Kommisar J

Erhan Emre
als Aabid Sahawi

Victor Choulman
als Koldnitzer

Michelle Fischer
als Kim

Stefan Merki
als Staatsanwalt

Robert Spitz
als Rabbiner

Fritz Roth
als Peter Schepperd

Wiebke Puls
als Jugendrichterin

Viktoria Slavina
als Tanzlehrerin

Handlung

Das Elend der Flüchtlingslager hat den 14-jährige Ali und seine palästinensische Familie geprägt. Als sie vorläufig in den arabischen Kiez in Kreuzberg ziehen dürfen, reagieren sie auf einen einzelnen jüdischen Nachbarn unverhohlen aggressiv. Kaum hat die Ghettogang den Jungen angestachelt, gemeinsam die Wohnung des 84-jährigen russisch-jüdischen Weltkriegs-Veteranen Alexander zu verwüsten, droht nach der blindwütigen Tat der ganzen Familie die Abschiebung. Alis Mutter verdonnert ihn zur Wiedergutmachung: Er soll die demolierte Wohnung renovieren.

Kritik

Wie sich Vorurteile zwischen Juden und Palästinensern überwinden lassen und aus Hass Freundschaft werden kann, erzählt Leo Khasin mit Humor und Melodramatik.

Zunächst aber vertritt der in Moskau geborene Berliner Leo Khasin in seinem beachtlichen Regiedebüt eine schroffe, authentische Linie, die wenig Rücksicht auf politisch korrekte Befindlichkeiten legt.

Der 14-jährige Palästinenser Ali und seine Familie sind geduldete Flüchtlinge in Kreuzberg und entdecken zu ihrem Entsetzen beim Einzug, dass - mitten im muslimisch bevölkerten Kiez - in der Wohnung über ihnen der 84-jährige jüdisch-russische Veteran Alexander lebt. Fortan tragen sie den jüdisch-palästinensischen Konflikt nach Berlin und importieren ihren Judenhass.

Wie der unbescholtene Ali von seiner Ghettogang dazu angestiftet wird, die Wohnung des harmlosen Alten zu verwüsten, fängt Khasin mit fast dokumentarischen, beklemmenden Handkamerabildern ein, die so dicht dran an all den Ressentiments und Gewaltausbrüchen der Immigranten sind, dass sich fast zwangsläufig komische Momente einschleichen müssen, um diesen Straßenrealismus zu entschärfen.

Nach der Anzeige droht Ali die Abschiebung, also verdonnert ihn seine schwangere Mutter dazu, die zerstörte Wohnung zu renovieren. Daraus entwickelt sich die Geschichte einer unwahrscheinlichen Freundschaft zwischen dem widerwilligen Jungen und einem mit seinem Alter geschlagenen, aber unbeugsamen Einsiedler. Mögen die eindimensionalen Nebenfiguren die Handlung mit Konflikten überfrachten, die teilnahmsvoll geschilderte Annäherung der beiden Protagonisten stellt die Möglichkeit der Überwindung kultureller Klüfte unter Beweis. Und gegen die melodramatischen Wendungen spielen der polnische Theaterschauspieler Ryszard Ronczewski ("Am Ende kommen Touristen") sowie der algerischstämmige Neil Belakhdar ("Wir sind die Nacht") erfolgreich an. Die Entwicklung seiner beiden Hauptfiguren meistert Khasin mit zunehmend versöhnlich Ton, der mit unverwüstlichem Lebensmut, Trotz und Würde die Vorurteile besiegt. "Kaddisch" wandelt sich zu einer Dramödie, die einen - nicht zuletzt durch ein tragisches Schicksal - für sich einnimmt. tk.

Wertung Questions?

FilmRanking: 14291 -1307

Filmwertung

Redaktion
-
User
-
Deine Wertung

Action

Red.
-
User
-
Deine Wertung

Humor

Red.
-
User
-
Deine Wertung

Gefühl

Red.
-
User
-
Deine Wertung

Spannung

Red.
-
User
-
Deine Wertung

Anspruch

Red.
-
User
-
Deine Wertung

Info

  • FSK ab 12 freigegeben

FSK: ab 12

Kinostart: 15.03.2012

Deutschland 2011

Länge: 1 h 33 min

Genre: Drama

Originaltitel: Kaddisch für einen Freund

Regie: Leo Khasin

Drehbuch: Leo Khasin

Musik: Fabian Römer, Dieter Schleip

Produktion: Martin Bach

Kostüme: Tina Keimel-Sorge

Kamera: Mathias Schöningh

Schnitt: Horst Reiter

Ausstattung: Maximilian Lange

Website: www.kaddischfüreinenfreund-derfilm.de