Psychiatriedrama mit sehenswerten Leistungen von Winona Ryder und Angelina Jolie.

Kinostart: 15.06.2000

Winona Ryder

Winona Ryder
als Susanna

Angelina Jolie

Angelina Jolie
als Lisa

Jared Leto

Jared Leto
als Tobias Jacobs

Clea DuVall
als Georgina

Brittany Murphy
als Daisy

Elisabeth Moss
als Polly

Jeffrey Tambor
als Dr. Potts

Vanessa Redgrave
als Dr. Wick

Whoopi Goldberg
als Valerie

Mary Kay Place
als Mrs. Gilcrest

Die Handlung von Durchgeknallt - Girl, Interrupted

Nach einem vermeintlichen Selbstmordversuch landet die 17-jährige Susanna Kaysen 1967 in einer exklusiven psychiatrischen Privatklinik. Dort findet der Teenager Freunde, aber keinen Weg aus ihrer auch für sie unerklärlichen emotional-seelischen Krise. Erst als ein tragischer Vorfall Blockaden bricht, öffnet sich Susanna und wird dadurch befreit.

1967. Im konservativen Nordwesten der USA leidet die 17-jährige Susanna unter Ängsten, Depressionen und dem Gefühl, vom Leben ausgeschlossen zu sein. Ihre ersten Erfahrungen mit Männern waren deprimierend und haben dazu beigetragen, dass sie versucht hat, sich mit Schlaftabletten das Leben zu nehmen. Susanna wird gerettet und in die Psychiatrie eingeliefert. Dort freundet sie sich mit der Soziopathin Lisa an, die sie ebenso verehrt wie fürchtet. Und allmählich dämmert ihr auch, dass sie wieder frei sein möchte...

Nach einem Selbstmordversuch landet eine junge Amerikanerin in den Spätsechzigern in einer psychiatrischen Anstalt. Dort knüpft sie Kontakt mit einer Soziopathin. Weibliche, melodramatische "Kuckucksnest"-Variante mit Winona Ryder und Angelina Jolie, die für ihre Leistung mit dem Oscar ausgezeichnet wurde.

Kritik zu Durchgeknallt - Girl, Interrupted

Ein Fragezeichen stünde "Durchgeknallt" gut, dem deutschen Verleihtitel für ein Drama über die möglichen verwischten Grenzen zwischen Nonkonformität und psychischer Verhaltensstörung. Schließlich bleibt auch James Mangolds Film über den zweijährigen Psychiatrieaufenthalt einer 17-jährigen undeutlich, ob die Orientierungs- und Gefühlskrise des Teenagers in einem typischen Entwicklungsstadium oder einer permanent depressiven Tendenz verwurzelt sind. Trotz des etwas reißerischen, provokanten Titels dürften die kommerziellen Möglichkeiten eines solchen Stoffes limitiert sein. Obwohl sich der Film gerade in der ersten Hälfte eher entspannt unterhaltsam gibt und sowohl Hauptdarstellerin Winona Ryder als auch Kollegin Angelina Jolie starke Leistungen zeigen.

Wie schon der thematisch verwandte, aber konfliktreichere und dramatischere Siebzigerjahre-Programmkinohit "Ich habe Dir nie einen Rosengarten versprochen" basiert "Durchgeknallt" auf realen Erlebnissen, die von den betroffenen Frauen später in erfolgreichen Büchern dokumentiert wurden und mit der Einlieferung nach einem Selbstmordversuch beginnen. Im Falle von "Durchgeknallt" ist der geplante Suizid nach Aussage der 17-jährigen Susanna Kaysen (Winona Ryder, als ausführende Produzentin mit dem Projekt seit Jahren verbunden) nur Behauptung, waren doch Alkohol und Aspirin eine unglückliche Verkettung, aber kein intendierter Fluchtweg. Beurteilen kann man das als Zuschauer nicht, denn Szenen vor der Einlieferung Ryders, die Persönliches, Emotionales, Intimes über ihre Figur oder deren Milieu verraten könnten, sind rar. So übernimmt man als Beobachter die Ausgangsposition der Betreuer eines exklusiven psychiatrischen Privatsanatoriums, von denen Whoopi Goldbergs Pflegerin eine prominentere Rolle spielt als Vanessa Redgraves Leiterin, deren Eingreifen sich auf wenige Momente beschränkt. Auffällig im Unterschied zu den typischen Genrevertretern wie "Rosengarten", Sam Fullers "Schock-Korridor" oder "Einer flog übers Kuckucksnest" ist die Abwesenheit von Bedrohung und Gewalt - sei es durch menschliche Übergriffe oder brutale Therapieformen. Gerade in der ersten Stunde, als Ryder Freundschaft mit anderen Patientinnen schließt, wirkt "Durchgeknallt" eher gelassen und konfliktarm, nicht unähnlich vertrauten Pensionatsfilmen, wie etwa im letzten Jahr "Mädchen an die Macht". Das löst Kopfschütteln aus, wenn Ryders Freund, zu Besuch im Sanatorium, warnt: "Sie brechen dich." Den spannenderen psychologischen Schauplatz bietet die Figur einer selbstzerstörerischen Rebellin ohne Hemmungen und moralische Schranken, die für Ryder zum Anker wird, aber auch die zentrale Tragödie auslöst, die Kaysen zur Öffnung zwingt und eine vergleichbar simple Lösung ihrer komplexer anmutenden Probleme ermöglicht. Angelina Jolie wurde für diese Rolle für einen Golden Globe nominiert - eine Auszeichnung, die auch Ryder verdient hätte, die im Unterschied zu Drehbuchautor und Regisseur James Mangold ("Copland") vielleicht die beste Leistung ihrer bisherigen Karriere zeigt. kob.

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Info

Plakat des Films: Durchgeknallt - Girl, Interrupted
  • FSK ab 12 freigegeben

FSK: ab 12

Kinostart: 15.06.2000

USA 1999

Länge: 2 h 7 min

Genre: Drama

Originaltitel: Girl, Interrupted

Regie: James Mangold

Drehbuch: James Mangold, Anna Hamilton Phelan, Lisa Loomer

Musik: Mychael Danna

Produktion: Cathy Konrad, Douglas Wick

Kostüme: Arianne Phillips

Kamera: Jack N. Green

Schnitt: Kevin Tent

Ausstattung: Richard Hoover, Jeff Knipp

Auszeichnungen

1 Oscar: 1 Golden Globe: