Drama um eine Nachwuchsautorin und einen alten Schauspielstar, die sich im Laufe einer Nacht voller Diskussionen annähern.

Kinostart: 06.12.2012

Mario Adorf

Mario Adorf
als Nino Winter

Fritzi Haberlandt

Fritzi Haberlandt
als Ada H

Irm Hermann

Irm Hermann
als Verlegerin

Maria Faust
als Reporterin

Rainer Egger
als Auftragsm

Samuel Finzi
als Mann

Lina Beckmann
als Frau

Bastian Trost
als Rezeptionist

Sebastian Weber
als Fahrer

Handlung

Bei einer gemeinsamen Lesung muss Jungautorin Ada trotz ihres Nachwuchspreises verschmerzen, dass das Publikum sie strikt ignoriert und stattdessen auf die oberflächlichen Memoiren des beliebten Altstars Nino fliegt. Anschließend verbringen beide eine zusätzliche Nacht in ihrem Dortmunder Hotel - Ada, weil sie von ihrem Freund spontan verlassen wurde, Nino wegen eines Streiks am Flughafen. Mit taktloser Neugier und tabuloser Fantasie bearbeitet Ada den reservierten Nino so lange, bis er sich immer mehr auf die unangepasste junge Frau einlässt.

Kritik

Durch die Nacht mit Mario Adorf und Fritzi Haberlandt, die in einem Hotel die Zeit totschlagen.

Mit ihrem Debüt "Die Besucherin" ersann Lola Randl bizarre Begegnungen, erschuf vor allem eine rätselhafte Frauenfigur, die viel Ratlosigkeit hervorrief. Davon ist auch in ihrem digital gedrehten Hotel-Kammerspiel zwischen einer jungen Nachwuchsautorin (Fritzi Haberlandt als verquere Nervensäge) und einem reservierten Altstar (Mario Adorf spielt sich mit seiner Lebenserfahrung gewissermaßen selbst) viel zu spüren. Eine Low-Budget-Anordnung, Sofia Coppolas "Lost in Translation" durchaus nicht unähnlich.

Weniger dramatisch, eher leicht fällt Randls Tonlage aus, wenn zwei Charaktere, so unterschiedlich wie eine Libelle und ein Nashorn, eine Nacht lang über vornehmlich Triviales und Privates parlieren und sich dabei ein wenig näher kommen. Beide haben sich flüchtig auf einer gemeinsamen Lesung kennen gelernt, wo die Nachwuchspreisträgerin Ada vom Publikum strikt ignoriert wurde, während dem Leinwandstar Nino für seine Memoiren die Zuschauerherzen zuflogen. Als beide später in ihrem Dortmunder Hotel festsitzen - Ada wurde von ihrem Freund verlassen, Nino ist von einem Streik am Flughafen betroffen - begegnen sie sich mit höflichem Desinteresse, bis die vom Erfolgsgehabe des gealterten Frauenschwarms genervte Ada mit aufgedrehter Manier und anstrengender Neugier ihn so lange Löcher in den dicken Bauch fragt, bis sich Nino auf sie einlässt.

In einer wiederkehrenden cineastischen Fantasie spielen sie Film-Noir-Szenen nach, die stilecht nostalgisch inszeniert sind. Und so manches mehr mutet leicht surreal an, auch wenn das betont legere Werk nie so richtig in Stimmung kommen will. Mario Adorf ist wunderbar entspannt, bleibt aber ein wenig reserviert, was bei Haberlandts hibbeliger Marottenfigur, die heimlich in ihn verschossen ist und mitunter wie ein verkapptes Groupie agiert, wenig verwundert. Ihre verkrampft-spontane Künstlichkeit kontrastriert zu Adorfs natürlichem Charme, was manch heiklen Gesprächsthemen einen merkwürdigen Drall verleiht, zwischen bemüht origineller Bedeutsamkeit und kurios-banaler Momente. tk.

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Info

Kinostart: 06.12.2012

Deutschland 2012

Länge: 1 h 23 min

Genre: Drama

Originaltitel: Die Libelle und das Nashorn

Regie: Lola Randl

Drehbuch: Lola Randl

Musik: Maciej Sledziecki

Produktion: Herbert Schwering

Kostüme: Ulrike Scharfschwerdt

Kamera: Philipp Pfeiffer

Schnitt: Andreas Wodraschke, Sabine Smit

Ausstattung: Peter Menne

Website: www.libelleundnashorn-derfilm.de