Showbiz-Satire, in der sich Privatleben und Beruf einer Daily-Talkshow-Produzentin vermischen, als sie in der Vergangenheit ihres Freundes schnüffelt.

Kinostart: nicht bekannt

Brittany Murphy

Brittany Murphy
als Stacy Holt

Holly Hunter

Holly Hunter
als Barb

Ron Livingston
als Derek

Julianne Nicholson
als Joyce

Kathy Bates
als Kippie Kann

Stephen Tobolowsky
als Carl

Kevin Sussman
als Ira

Rashida Jones
als Dr. Rachel Keyes

Jason Antoon
als Larry

Sharon Lawrence
als Stacys Mama

Josie Maran
als Lulu Fritz

Handlung

Fernsehlehrling Stacy Holt (Brittany Murphy) träumt vom glamourösen Showbusiness, doch holt sie der intrigante Alltag hinter den Kulissen der Trash-Talkshow "Kippie Kann Do" unter der Fuchtel von Moderatorin Kippie Kann (Kathy Bates) schnell auf den harten Boden der Realität zurück. Interessant wird die Angelegenheit allerdings, als Stacy in ihrer Funktion als Produktionsassistentin mit den nun zur Verfügung stehenden Mitteln in der Vergangenheit ihres Freundes herum zu schnüffeln beginnt.

Romantische Komödie trifft schwarze Mediensatire in der Tradition von "Working Girls" und "Die Truman Show". Nick Hurran ("Girls' Night - Jetzt oder nie") inszenierte den Spaß.

Stacy Holt träumt davon als Fernsehjournalistin in die Fußstapfen von Anchorwoman Diane Sawyer zu treten. Zunächst tritt sie jedoch ihre Lehrjahre als Produzentin bei der Daily Talkshow "Kippie Kann Do" an. Angestachelt von ihren Kollegen beginnt sie, in seiner Abwesenheit in der Vergangenheit ihres Freundes zu schnüffeln und entdeckt, dass er regen Kontakt zu seinen Ex-Freundinnen pflegt, den er Stacy komplett verheimlicht. Ihre wachsende Neugierde und Eifersucht führen dazu, dass sie die Ex-Freundinnen aufsucht - unter dem Vorwand, sie würde für "Kippie Kann" recherchieren.

Als Mitarbeiterin der Talkshow "Kippie Kann Do" schnüffelt die ehrgeizige Journalistin Stacy gewohnheitsmäßig in der schmutzigen Wäsche ihrer Kandidaten. Nach und nach bringen sie ihre hochneurotischen und missgünstigen Kollegen, allen voran die stutenbissige Barb und der frustrierte Kevin, jedoch dazu, selbst ihrem eigenen Freund zu misstrauen. Ein Auswärtsspiel seiner Hockeymannschaft bietet Stacy schon bald die Chance zu einem Blick in seinen Handheld. Und siehe da: Kontakte zu Ex-Freundinnen en masse! Stacy ermittelt.

Kritik

Das "Working Girl" ist nach "30 über Nacht" einmal mehr Thema in diesem US-Kinosommer. Als geistige Schwester von Mike Nichols' Heldin aus "Die Waffen der Frauen" spielt Brittany Murphy eine Carly-Simon- und Diane-Sawyer-besessene Blondine, die die Karriereleiter erklimmen will und sich dabei in beruflichem wie privatem Beziehungschaos verstrickt. "Die Ex-Freundinnen meines Freundes" ist damit entschieden erwachsener und kritischer als Columbias vorausgeschickte Body-Switch-Komödie, beginnt als Romanze und entpuppt sich als bitterböse Showbiz-Satire, die den täglichen Talkshow- und Reality-TV-Wahn des amerikanischen Fernsehens auf die Schippe nimmt und als Katalysator für ein Liebesdrama verwendet, das sich auch vor der Enthüllung unangenehmer Wahrheiten nicht scheut.

Wenn Stacy Holt (Brittany Murphy) nicht weiter weiß, schmettert sie einen Song von Carly Simon, und schon fällt eine Entscheidung wie vom Himmel. So hat sich die muntere Blondine, die als Fernsehjournalistin in die Fußstapfen von Anchorwoman Diane Sawyer treten will, vermutlich auch dazu entschieden, auf dem Weg an die Spitze einen Job bei der Daily Talkshow "Kippie Kann Do" anzutreten, der sie in die tiefsten Niederungen der Fernsehkultur führt: Star der Show ist eine "gefallene Oprah" (Kathy Bates), die sich mit Themen wie "Meine Großmutter ist eine Nutte - akzeptier' es!" und einer intriganten und missgünstigen Schar Angestellter herumschlagen muss. Die wiederum, angeführt von der abgebrühten Barb (Holly Hunter in der zynischeren Variante ihrer Rolle aus "Nachrichtenfieber") und dem frustrierten Ira (Kevin Sussman), stacheln Stacy dazu an, in der Vergangenheit ihres Dauerfreundes Derek (Ron Livingston aus "Sex and the City") zu schnüffeln. Der hat nämlich noch regen Kontakt zu seinen Ex-Freundinnen, den der schneidige Sportagent verheimlicht, und als er mit seiner Hockeymannschaft ein Auswärtsspiel bestreitet, öffnet seine Freundin Pandoras Box: Sie wirft einen Blick in sein zurückgelassenes "kleines elektronisches Buch", seinen Palm, und nimmt Kontakt zu den "Exen" auf - einem tumben Model, einer ehrgeizigen Gynäkologin und der liebenswerten Starköchin Joyce (Julianne Nicholson) - stets unter dem Vorwand, Recherchen für "Kippie Kann Do" anzustellen.

Nick Hurran ("Girls Night - Jetzt oder Nie"), selbst ein Veteran des britischen Fernsehens, der hier sein Hollywooddebüt gibt, zeigt das TV-Business als bunten karnevalesken Schauplatz, in dem im Dienst der Quote alles möglich ist. Affen, Emus und mit Vorliebe kleinwüchsige Menschen finden in der Daily Talkshow Platz, alle Mitarbeiter sind nervöse Wracks, die um die Gunst des Chefs buhlen und intrigieren, was das Zeug hält. In diesem Chaos behält der Regisseur zu jedem Zeitpunkt einen kühlen Kopf und Überblick und steigert seine Story geradlinig und mit beinahe Altmanscher Virtuosität auf einen beeindruckenden Höhepunkt zu, in dem er Stacys private und Berufswelt auf der Bühne der "Kippie Kann Do"-Show kollidieren lässt, eine komplette TV-Sendung in den Settings seines Films inszeniert und die Kulissen des Reality-Fernsehens zu Fall bringt. Bei allem Zynismus und der bitteren Wahrheiten, die Hurran hier vor allem in Hinblick auf Beziehungen zwischen Mann und Frau offenbart, erfindet er die hinreißendsten Szenarien, in denen Brittany Murphy und Holly Hunter zu Carly Simons "Die Waffen der Frauen"-Hit "Let the River Run" tanzen, Hunter ihren persönlichen "Truman Show"-Moment erlebt und vor allem Murphy immer wieder die Gelegenheit bekommt, ihr Talent für Slapstick aber auch für die tragischen Seiten ihrer Figur sicher auszuspielen und sich nicht nur auf theatralisches Augenrollen zu beschränken. Und mit Bates und Stephen Tobolowski in den Nebenrollen kann sich Hurran sowieso voll und ganz auf ein glänzendes Ensemble verlassen. Wenngleich Thema und Look seiner "Show" bisweilen eher in den frühen 90er Jahren zu Hause sein mögen, so verhält es sich im Fall von "Ex-Freundinnen meines Freundes" tatsächlich wie mit einem Song von Carly Simon, der beim zweiten Hinhören erstaunlich zeitgemäß und universell daherkommt. deg.

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Info

Plakat des Films: Die Ex-Freundinnen meines Freundes

Kinostart: nicht bekannt

USA 2004

Länge: 1 h 47 min

Genre: Komödie

Originaltitel: Little Black Book

Regie: Nick Hurran

Drehbuch: Melissa Carter, Elisa Bell

Musik: Christophe Beck

Produktion: William Sherak, Elaine Goldsmith-Thomas, Deborah Schindler, Jason Shuman

Kostüme: Susie DeSanto

Kamera: Theo de Sande

Schnitt: John Richards

Ausstattung: Bob Ziembicki, Peter Andrus

Website: http://www.die-ex-freundinnen.de