Warmherziger Familien-Fußball-Film um einen Jungen, der zwischen seinem Fußballer-Idol und dem aus der Kriegsgefangenschaft zurückgekehrten Vater steht.

Kinostart: 10.06.2004

Louis Klamroth

Louis Klamroth
als Matthias Lubanski

Peter Lohmeyer

Peter Lohmeyer
als Richard Lubanski

Lucas Gregorowicz

Lucas Gregorowicz
als Paul Ackermann

Katharina Wackernagel
als Annette Ackermann

Johanna Gastdorf
als Christa Lubanski

Mirko Lang
als Bruno Lubanski

Birthe Wolter
als Ingrid Lubanski

Peter Franke
als Sepp Herberger

Knut Hartwig
als Fritz Walter

Sascha Göpel
als Helmut Rahn

Holger Dexne
als Horst Eckel

Martin Bretschneider
als Hans Sch

Simon Verhoeven
als Ottmar Walter

Joachim Kappl
als Adi Dassler

Kai Schäfer
als Werner Kohlmeyer

Christian Leonhard
als Karl-Heinz Metzner

Jo Stock
als Toni Turek

Gotthard Lange
als Alfred Pfaff

Andreas Barth
als Werner Liebrich

Sylvester Pezena
als Jupp Posipal

Jan Holland
als Karl Mai

Tobias Hartmann
als Max Morlock

Andreas "Obel" Obering
als Herbert Zimmermann

Dirk Szczepaniak
als Berni Klodt

Matthias Sellmann
als Fritz Laband

Thomas Stodukla
als Heinz Erhardt

Jens Busch
als Hans Bauer

Michael Herkendell
als Richard Herrmann

Alexander Moers
als Uli Biesinger

Thomas Geerlings
als Heinz Kubsch

Markus Mozin
als Heinz Kwiatkowski

Torsten Rother
als Paul Mebus

Handlung

Das Ruhrgebiet im Frühjahr 1954: Während die Familie Lubanski die Rückkehr des Vaters aus russischer Gefangenschaft erwartet, bereitet sich die deutsche Fußballnationalmannschaft auf die bevorstehende Weltmeisterschaft in der Schweiz vor. Auch der elfjährige Mattes Lubanski (Louis Klamroth) freut sich auf das Sportereignis, ist er doch als persönlicher Taschenträger und Glücksbringer für das Wohl des Nationalkickers Helmut Rahn (Sascha Göpel) zuständig. Doch Vater Lubanski (Peter Lohmeyer) hat andere Pläne...

Wir sind wieder wer - The Movie! Mit einem Budget von rund acht Millionen Euro knöpft sich Sönke Wortmann einen herausragenden Moment deutscher Sportgeschichte vor und würzt das nationale Ereignis mit einer frei erdachten, gefühlvollen Familiengeschichte.

Nach zehnjähriger Kriegsgefangenschaft kehrt Richard Lubanski 1954 als gebrochener Mann nach Essen zurück. Sein elfjähriger Sohn Matthias hat als Taschenträger und Glücksbringer von Helmut Rahn in dem Fußballidol längst einen Ersatzvater gefunden. Als Matthias zum WM-Finale nach Bern reisen will, stellt sich der Vater stur - bis es am 4. Juli nicht nur auf dem Spielfeld, sondern zwischen Vater und Sohn zu einer dramatischen Entscheidung kommt.

Richard Lubanski kehrt 1954 nach zehn Jahren Kriegsgefangenschaft als gebrochener Mann nach Essen zurück. Besonders der elfjährige Matthias hat unter der strengen Hand des Vaters zu leiden. Nicht zuletzt deshalb flüchtet sich der Junge immer wieder auf den Fußballplatz, wo er in Helmut Rahn, dem er die Tasche trägt und als Glücksbringer dient, einen Ersatzvater findet. Als Matthias zum WM-Finale nach Bern reisen will, stellt sich der Vater quer. Aber dann scheint es doch noch zu einer Annäherung zwischen den Generationen zu kommen.

Kritik

Wenn schon kein Ruck durchs Land gehen will, dann zeigt wenigstens der deutsche Film, wie es geht: Sönke Wortmanns Leib- und Magenprojekt "Das Wunder von Bern" hat nur vordergründig den Triumph der deutschen Kicker bei der Fußballweltmeisterschaft 1954 in der Schweiz zum Thema. Begleitet, kommentiert und wirkungsvoll emotionalisiert durch die unerwarteten Erfolge der Ballkünstler um Sepp Herberger, erzählt Wortmanns mühelos bester und bewegendster Film seit zehn Jahren vor allem von archetypischen Schicksalen in Nachkriegsdeutschland, festgemacht an der packenden Geschichte eines desillusionierten Kriegsheimkehrers und dessen fußballbegeisterten Sohnes, die sich vom Ruhrpott aus auf den Weg zum legendären Wankdorf-Stadion machen und zu sich selbst finden.

Vier Jahre ist es her, dass der Vorreiter des Neuen deutschen Erfolgskinos der neunziger Jahre ("Der bewegte Mann", "Das Superweib") mit dem ambitionierten, aber unglücklichen Episodenfilm "St. Pauli Nacht" zuletzt einen Film in die Kinos schickte (sein in der Zwischenzeit entstandener US-Ausflug "Der Himmel von Hollywood" ist nach wie vor unveröffentlicht). Wenn man nun "Das Wunder von Bern" in seiner ganzen zweistündigen Pracht sieht, dann lässt sich nicht nur die ganze Mühe und Sorgfalt erkennen, die in der von Little Shark und Senator gestemmten 7,3-Mio.-Euro-Produktion steckt. Man entdeckt auch eine Kulmination des bisherigen Schaffens von Wortmann, der hier nicht nur seinen ausgeprägten Sinn für Figuren und Timing einbringen kann, sondern auch die von der Filmkritik lange eingeforderte Leidenschaft, die er seit "Kleine Haie" bisweilen vermissen ließ, auflodern lässt: Wunderbare Charakterzeichnungen gelingen ihm ebenso wie die schönsten, am besten beobachteten Szenen seiner Karriere (vor allem die von Kindern nachgespielte Partie, während man den zugehörigen Radikommentar hört, ist hinreißend), deren Detailliebe ebenso überzeugt wie ihr warmer Humor. Und in den - in weiser Voraussicht, ein "reiner" Fußballfilm könne das kommerzielle Potenzial des Films mindern - knapp gehaltenen Fußballszenen entwickelt der Regisseur eine in seinem bisherigen Schaffen nicht gekannte Dynamik und Filmbilder, an die man sich erinnert. Unverkennbar, dass der deutsche Volkssport Nummer eins Wortmann ebenso am Herzen liegt, wie der Ruhrpott und seine Menschen, denen er mit seinem Film als Sinnbild für den Wiederaufbau nach entbehrungsreicher Zeit auch ein Denkmal setzt.

Entsprechend entfaltet sich die Geschichte auch dreigeteilt. Zum einen folgt man Sepp Herberger, seinem Kapitän Fritz Walter und ihren Mannen durch Vorbereitung, erste Überraschungen und Dämpfer beim Turnier bis zum Finale gegen die vermeintlich unbesiegbaren Ungarn in Bern. Doch wichtiger, weil komplexer, unvorhersehbarer und daher auch spannender (dass Deutschland das Finale dank Helmut Rahn gewinnt, ist kein Geheimnis), ist die parallel angesiedelte Ballade der Essener Bergarbeiterfamilie Lubanski, die seit elf Jahren ohne ihren Ernährer Richard (Peter Lohmeyer) auskommen muss. Hier richtet sich der Fokus auf den schüchternen Matthias (ganz vorzüglich gespielt von Lohmeyers Sohn Louis Klamroth), der als Balljunge eine Art Ersatzvater in dem Kicker Rahn gefunden hat. Als Richard nach zehnjähriger Kriegsgefangenschaft zurück nach Hause kehrt, hat er mit schwersten Identitätskrisen zu kämpfen, die auch das Familiengefüge belasten: Vor allem Matthias hat unter der unsicheren Autorität des Vaters zu leiden, und erst über den Fußball finden die beiden Fremden langsam zueinander. Was potenziell bleischwer hätte werden können, hält Wortmann in Momenten fest, die so sehr fesseln, dass jedem im Publikum klar ist, dass sich das eigentliche "Wunder von Bern" nicht auf dem Rasen abspielt, sondern in dem klapprigen Auto, in dem Vater und Sohn gen Schweiz zuckeln. Alldieweil sorgen ein Sportjournalist dessen Ehefrau (Lucas Gregorowicz und Katarina Wackernagel) im Stadionrund für befreiende Komik und die nötigen Hintergrundinfos zum Turnierverlauf.

Durch die Dreiteilung gelingt Sönke Wortmann die Quadratur des Kreises: ein Fußballfilm, in dem es nicht um Fußball geht; ein menschliches Drama, in dem der Sport zum allgegenwärtigen Katalysator für wahrhaftige Emotionen wird. Wenn sich die Fußballer nach ihrem Sieg in den Armen liegen, ist ihre Freude die expressionistische Entsprechung für die innere Freude des kleinen Matthias. Auch wenn am Schluss ein wenig dick aufgetragen wird, wenn der Zug mit den Siegern in den Sonnenaufgang und eine bessere Zukunft fährt, ist "Das Wunder von Bern", diese geschliffene Mischung aus Sirk und von Ambesser, ein Film, der von einem Ereignis unserer Vergangenheit berichtet, aktueller aber gar nicht sein könnte. ts.

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Info

Plakat des Films: Das Wunder von Bern
  • FSK ab 6 freigegeben

FSK: ab 6

Kinostart: 10.06.2004

Deutschland 2003

Länge: 1 h 57 min

Genre: Drama

Originaltitel: Das Wunder von Bern

Regie: Sönke Wortmann

Drehbuch: Sönke Wortmann, Rochus Hahn

Musik: Marcel Barsotti

Produktion: Sönke Wortmann, Tom Spieß, Hanno Huth

Kostüme: Ursula Welter

Kamera: Tom Fährmann

Schnitt: Ueli Christen

Ausstattung: Uli Hanisch

Website: http://www.daswundervonbern-derfilm.de

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