Werner Herzogs Remake von "Bad Lieutenant" mit Nicolas Cage als Cop in New Orleans, dem unter Drogen- und Schmerzmitteleinfluss der moralische Kompass abhanden kommt.

Kinostart: 25.02.2010

Nicolas Cage

Nicolas Cage
als Terence McDonagh

Eva Mendes

Eva Mendes
als Frankie Donnenfeld

Val Kilmer

Val Kilmer
als Stevie Pruit


als Big Fate

Fairuza Balk
als Heidi

Shawn Hatosy
als Armand Benoit

Jennifer Coolidge
als Genevieve

Tom Bower
als Pat McDonagh

Vondie Curtis Hall
als Captain James Brasser

Brad Dourif
als Ned Schoenholtz

Denzel Whitaker
als Daryl

Irma P. Hall
als Binnie Rogers

Shea Whigham
als Justin

Michael Shannon
als Mundt

Joe Nemmers
als Larry Moy

J.D. Evermore
als Rick Fitzsimon

Tim Bellow
als G (Gary Jenkins)

Lucius Baston
als Midget

Lauren Swinney
als Antoinette

Nick Gomez
als Evaristo Chavez

Handlung

Während des Hurricanes Katrina rettet Terence McDonagh, Beamter bei der Mordkommission, einem Sträfling das Leben, verletzt sich dabei aber den Rücken. Er wird zwar zum Lieutenant befördert, kann seinen Dienst aber nur noch unter Schmerzmitteln versehen. Bald ist Terence schwerst abhängig von Vicodin und Kokain und sieht Halluzinationen. Dennoch soll er im Fall der Ermordung einer ganzen afrikanischen Familie ermitteln. Während sein ganzes Leben um ihn herum zusammenbricht, kristallisiert sich die Lösung des Falls als seine Chance auf Erlösung heraus.

Während des Orkans Katrina rettet Terence McDonagh, Beamter bei der Mordkommission, einem Sträfling das Leben, verletzt sich dabei aber den Rücken. Er wird zum Lieutenant befördert, kann seinen Dienst aber nur noch unter Schmerzmitteln versehen. Bald ist Terence schwerst abhängig und sieht Halluzinationen. Dennoch soll er im Fall der Ermordung einer afrikanischen Familie ermitteln. Während sein ganzes Leben um ihn herum zusammenbricht, kristallisiert sich die Lösung des Falls als seine Chance auf Absolution heraus.

Kritik

Werner Herzog schickt einen drogenumnebelten Nicolas Cage im "Big Easy" auf Mörderhatz - mit einem Mix aus Moral-Mär und Mainstream-Thriller als Ergebnis.

Der "Bad Lieutenant" kehrt zurück. In Gestalt von Nicolas Cage diesmal, dessen ewige Trauerkloßmiene mit den Kajal-geschminkten Augen hier zu seiner Rolle passt. Mit Titelheld Harvey Keitel aus Abel Ferraras gleichnamigem Kult-Drama hat Cage als Terence McDonagh außer dem Beruf wenig gemein - Regisseur Werner Herzog besteht sogar darauf, den Schuld-und-Sühne-Klassiker aus dem Jahre 1992 erst gar nicht zu kennen. Der Titel geht vielmehr auf den Wunsch des Produzenten Edward R. Pressman zurück, der die Rechte daran besitzt und ihn kommerziell vielversprechend einschätzt.

Eine finanzielle Überlegung war es auch, in New Orleans zu drehen, wohin man kurzfristig von Detroit umzog, nachdem die Stadt der Produktion größtmögliche und großzügige Unterstützung zusagte. Wobei die von Hurrikan Katrina verwüstete Metropole den idealen Schauplatz für diese Reise in die Abgründe menschlicher Seelen abgibt, spiegelt sie doch den Gemütszustand der Protagonisten - ob nun (relativ) gut oder böse - perfekt wider. Überhaupt ist Symbolik angesagt. Was damit beginnt, dass McDonagh ins Wasser springt, um einen Sträfling vor dem Ertrinken zu retten. Das Rückgrat verletzt er sich dabei und fortan ist er ein gebrochener Mann. Den Dienst kann er nur noch mit Schmerzmitteln versehen, harte Drogen folgen bald. Das sind keine idealen Voraussetzungen für den jüngst beförderten Cop, der einen Mehrfachmord an einer afrikanischen Familie aufklären soll, für Herzog jedoch Möglichkeit, den Thriller als einzigen langen Trip zu inszenieren - seine unvermeidlichen Tiere inklusive. Sind die Wasserschlangen, Kaimane und Leguane auf dem Couchtisch real oder Halluzination? Egal. Der "Bad Lieutenant" geht im "Port of Call" ohnehin auf Nummer sicher: "Schieß noch mal auf den Kerl, seine Seele tanzt noch!" Tief in seiner Seele bleibt er aber aufrecht, trotz Crack-Pfeife, die ihm Glück bringt, trotz Club-Kids, denen er zum Eigengebrauch Drogen abnimmt, trotz Dealern, mit denen er gemeinsame Sache macht. Das "protect and serve", Motto der US-Polizei, nimmt er ernst. Besonders, wenn es um seine Freundin, das Escortgirl Frankie (Idealbesetzung: Eva Mendes), geht. Als die bedroht wird, sieht er rot. Und in diesen Szenen zieht Cage vom Leder. Der somnambule "Ghost Rider" zückt die "8mm" - mit einem (aufgesetzten) Happy End als Folge.

Der nervösen, fast undurchdringlichen Schattenwelt setzen Herzog und sein (Haus-)Kameramann Peter Zeitlinger ("Rescue Dawn") einen dokumentarischen Blick gegenüber. Der Film, durchaus als knallharte Mainstream-Arbeit lesbar, erdet sich immer wieder in der Realität. Im entvölkerten, verwüsteten "Big Easy", dessen Vororte immer noch in Trümmern liegen, während im Hintergrund schon wieder Hochhäuser funkeln, in denen man längst zum "business as usual" übergegangen ist. Kein Wunder, dass man da einen durchgeknallten Ordnungshüter braucht, der kräftig zupackt und in der Kloake ordentlich aufräumt. geh.

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Info

  • FSK ab 16 freigegeben

FSK: ab 16

Kinostart: 25.02.2010

USA 2009

Länge: 2 h 2 min

Genre: Thriller

Originaltitel: The Bad Lieutenant - Port of Call: New Orleans

Regie: Werner Herzog

Drehbuch: William M. Finkelstein

Musik: Mark Isham

Produktion: Nicolas Cage, Edward R. Pressman, Stephen Belafonte, Alan Polsky

Kostüme: Jill Newell

Kamera: Peter Zeitlinger

Schnitt: Joe Bini

Ausstattung: Toby Corbett

Website: http://www.badlieutenant-derfilm.de

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