Remake des britischen Klassikers um einen verabtwortungslosen Herzensbrecher. als mänliche "Sex & the City"-Variante.

Kinostart: 10.03.2005

Jude Law

Jude Law
als Alfie Elkins

Marisa Tomei

Marisa Tomei
als Julie

Omar Epps

Omar Epps
als Marlon

Nia Long
als Lonette

Jane Krakowski
als Dorie

Sienna Miller
als Nikki

Susan Sarandon
als Liz

Renée Taylor
als Lu Schnitman

Dick Latessa
als Joe

Jefferson Mays
als Dr. Miranda Kulp

Gedde Watanabe
als Wing

Graydon Carter
als Wes

Jeff Harding
als Phil

Kevin Rahm
als Terry

Handlung

Wenn Chauffeur Alfie (Jude Law) nicht gerade mit Kollege und Kumpel Marlon (Omar Epps) von der eigenen Limousinenflotte träumt, betätigt sich der attraktive Jüngling als oberster Frauenbeglücker von Manhattan. Egal, ob es sich um die verheiratete, sexuell vernachlässigte Dorie (Jane Krakowski), die ältere Kosmetikfirmenbesitzerin Liz (Susan Sarandon), Partygirl Nikki (Sienna Miller) oder bloß Marlons Freundin (Nia Long) handelt - Alfie lässt nichts anbrennen. Erst, als er sich wirklich verliebt und selbst auf Granit beißt, beginnt sein persönlicher Reifeprozess.

Geschlechterkampf-Humor in bester "Sex and the City"-Tradition steht auf dem Programm beim entsprechend modernisierten Neuaufguss des Michael-Caine-Klassikers "Der Verführer läßt schön grüßen" aus dem Jahr 1966.

Seine Brötchen verdient er sich zwar nur als Chauffeur, doch die Frauen reißen sich um Alfie. Er springt von Affäre zu Affäre, von der verheirateten, sexuell vernachlässigten Dorie zur älteren Kosmetikfirmabesitzerin Liz. Eine "halbfeste" Freundin hat er in der allein stehenden Mutter Julie. Eine kurze Episode verbindet ihn sogra mit der Freundin seines besten Freundes.

Bei Alfie werden sie alle schwach. Ob arm oder reich, ob blond oder brünett, die Jungen und die Erfahrenen. Sein bubenhafter Charme öffnet Alfie reihenweise die Türen zu New Yorker Schlafzimmern. Gefühle bleiben außen vor. Doch als ihn seine Daueraffäre verlässt, die neue Freundin sich als psychisch labil erweist, die Freundschaft zum besten Kumpel sowie dessen Partnerin zerbricht und ihn auch noch die vermeintliche Traumfrau abblitzen lässt, ist es um die Contenance des Herzensbrechers geschehen.

Kritik

Remake-Spezialist Charles Shyer ("Vater der Braut"-Filme) übt sich erneut im Modernisierungs-Metier, indem er nun den britischen Klassiker "Der Verführer lässt schön grüßen" von 1966 neu verfilmte. Darin spielte Michael Caine in einer Karriere definierenden Rolle einen hartherzig-zynischen Herzensbrecher, was ihn dank einer Oscar-Nominierung zum Star aufsteigen ließ. In seine Gucci-Loafers schlüpft hier Landsmann und it-Boy der Stunde Jude Law ("Unterwegs nach Cold Mountain"), dessen weniger bissigem Alfie erkennbar in einer männlichen und ungemein unterhaltsamen "Sex and the City"-Variante der frauenverachtende Zahn weitgehend gezogen wird. Das Großstadtpublikum wird sich freuen.

Das Drehbuch adaptierte Shyer in Zusammenarbeit mit der bisherigen Sitcom-Autorin Elaine Pope, die seine frühere Partnerin Nancy Myers ablöst. Die Neuversion verlegt den Spielort von London nach New York City. Der Protagonist hingegen ist britischer Herkunft geblieben. Vorgestellt wird Alfie in seinem spartanischen Apartment, wo er - seiner direkten Ansprache in die Kamera zufolge - höchst selten die Nacht verbringt. Denn die Damenwelt reißt sich regelrecht um den modischen Metrosexual, wie bei seiner Vespafahrt durch Manhattan unmissverständlich suggeriert wird. Seine Brötchen verdient er sich als Chauffeur, mit Ambitionen zusammen mit seinem besten Freund (Omar Epps), eines Tages eine eigene Wagenflotte zu besitzen. Alfies Job öffnet ihm die Tür zu diversen Frauenbekanntschaften, wie mit der verheirateten, sexuell vernachlässigten Dorie (Jane Krakowski) oder später der älteren Kosmetikfirmabesitzerin Liz (Susan Sarandon ersetzt Shelley Winters). Eine Art halbfeste Freundin ist die allein stehende Mutter Julie (Marisa Tomei), die von Alfies flatterhaften Gigolo-Natur jedoch alsbald die Nase gestrichen voll hat. Eine kurze Episode mit Folgen legt er mit Marlons Freundin Lonette (Nia Long) ein, und anschließend tröstet er sich mit dem bildhübschen Partygirl Nikki (Laws tatsächliche Partnerin Sienna Miller - einfach umwerfend!), die sich nach anfänglicher Idylle jedoch als manisch-depressiv erweist. Als Alfie schließlich glaubt, die Richtige gefunden zu haben, erhält er eine harsche Retourkutsche und erkennt endgültig seinen Fehler darin, gedankenlos mit den Emotionen anderer zu spielen. Ob er sich allerdings wirklich bessert, lässt der Film offen.

Waren Themen wie Ehebruch und Abtreibung in den 60er Jahren noch schockierend und skandalös, kann davon heute kaum mehr die Rede sein. So verlagert sich der Schwerpunkt mehr auf die komödiantischen Elemente, auch wenn sich melancholische Momente finden, die sich um Einsamkeit und Sterblichkeit drehen. Genau wie im Original hingegen blickt der Protagonist direkt in die Kamera und zieht das Publikum über seine Ansichten und Gefühle ins Vertrauen. Ein originelles Stilmittel, das letztlich deshalb funktioniert, weil es absolut unmöglich ist, sich Laws Charme zu entziehen. Da macht es eigentlich nichts aus, dass die wiederholten Einblendungen von Plakatwänden mit Stimmungs-Slogans wie "Pursue" oder "Desire" ebenso wenig subtil sind wie die Anfangseinblendung des Genitalbereichs der Supermann-Figur in Alfies Schlafzimmer. Denn die Superleistung des Films liefert Law ab, der in nahezu jeder Szene zu sehen ist und von dem man dennoch nicht genug bekommen kann, zumal sein Alfie zwar immer noch ein Schwein ist, im Gegensatz zu Caines Playboy aber wesentlich sympathischer ausfällt. Wie Hugh Grant in "About A Boy" hat er vorrangig das Problem, sich auf eine Frau festzulegen, ohne deswegen zynisch auf das andere Geschlecht herabzusehen. Am greifbarsten ist Laws Chemie mit Nia Long, als sie sich gegenseitig beim Billardspielen verführen. Der anhaltende erotische Unterton wird vom superben Soundtrack vorangetrieben, wobei stimmige Songs von Originalkollaborateuren wie Burt Bacharach, Hal David und Mick Jagger (mit Dave Stewart) und Jungstars wie Joss Stone zu hören sind. ara.

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Info

Plakat des Films: Alfie
  • FSK ab 12 freigegeben

FSK: ab 12

Kinostart: 10.03.2005

USA 2004

Länge: 1 h 45 min

Genre: Drama

Originaltitel: Alfie

Regie: Charles Shyer

Drehbuch: Elaine Pope, Charles Shyer

Musik: John Powell, Dave Stewart, Mick Jagger

Produktion: Elaine Pope, Charles Shyer

Kostüme: Beatrix Aruna Pasztor

Kamera: Ashley Rowe

Schnitt: Padraic McKinley

Ausstattung: Sophie Becher, Ricky Eyres, Alan Gilmore

Website: http://www.alfie-film.de

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