Überwältigendes und immer wieder humorvolles Porträt eines abgetakelten Wrestler, der sich trotz gesundheitlicher Probleme 20 Jahre nach seiner Glanzzeit zu einem letzten Match zwingt.

Kinostart: 26.02.2009

Mickey Rourke

Mickey Rourke
als Randy 'The Ram“ Robinson

Evan Rachel Wood

Evan Rachel Wood
als Stephanie

Marisa Tomei

Marisa Tomei
als Cassidy

Mark Margolis
als Lenny

Todd Barry
als Wayne

Wass Stevens
als Nick Volpe

Judah Friedlander
als Scott Brumberg

Ernest Miller
als The Ayatollah

Dylan Summers
als Necro Butcher

Handlung

In den 80er Jahren war Randy "The Ram" Robinson (Mickey Rourke) im Show-Wrestling eine große Nummer. 20 Jahre später ist er ein Schatten seiner selbst, abgetakelt, heruntergekommen. Der Einzelgänger hält sich mit Billigkämpfen kaum über Wasser und nach einem Herzinfarkt wird klar, dass er aufhören muss. Reumütig will er sich seiner völlig entfremdeten Tochter Stephanie (Evan Rachel Wood) nähern und Trost bei Stripperin Cassidy (Marisa Tomei) suchen.

Die Paraderolle des Jahres gehört Mickey Rourke, dessen Karriere ähnlich verlief, wie die dieses tragischen Wrestlers, der nicht geschaffen ist für ein normales Dasein, sondern die Catch-Show braucht wie eine tödliche Droge. Grandioses Porträt von Darren Aronofsky, Regisseur von "Requiem for a Dream".

Randy "The Ram" Robinson hat seine besten Tage hinter sich. Einst war er eine Legende im Wrestling-Ring, doch nachdem er bei einem unbedeutenden Match einen Herzinfarkt erleidet und von einem Arzt gewarnt wird, sein nächster Kampf könne sein letzter sein, versucht Randy, noch einmal von vorn zu beginnen. Er nimmt einen Job in einem Lebensmittelladen an, nähert sich einer Stripperin an und versucht, sein zerrüttetes Verhältnis zu seiner Tochter zu kitten. Dann erhält er das Angebot, gegen seinen einstigen Erzfeind, den Ayatollah, anzutreten.

Randy "The Ram" Robinson hat seine besten Tage hinter sich. Einst war er eine Legende im Wrestling-Ring, doch nachdem er bei einem Match einen Herzinfarkt erleidet und von einem Arzt gewarnt wird, sein nächster Kampf könne sein letzter sein, versucht Randy, noch einmal von vorn zu beginnen. Er nimmt einen Job in einem Lebensmittelladen an, nähert sich einer Stripperin an und versucht, sein zerrüttetes Verhältnis zu seiner Tochter zu kitten. Dann erhält er das Angebot, gegen seinen einstigen Erzfeind, den Ayatollah, anzutreten.

Kritik

Das Comeback des Jahres: Mit dem schonungslosen Porträt eines abgetakelten Wrestlers spielt sich Mickey Rourke zurück in die vorderste Schauspielergarde.

Jedes Gesicht erzählt eine Geschichte. Aber kaum eines tut es so gut wie die geschundene Visage von Mickey Rourke: Jede Niederlage, jeder Schlag, jeder Exzess steht tief in ihren Furchen geschrieben - eine Kraterlandschaft an Lebenserfahrungen, in deren Abgründen man sich verlieren kann. Darren Aronofsky tut gut daran, seine filmemacherischen Eitelkeiten nach seinen kompliziert komponierten Arthouse-Elaboraten "Requiem for a Dream" und "The Fountain" zur Hölle fahren zu lassen, stattdessen in seiner bewegenden Ballade eines einstigen Wrestling-Stars eine simple Geschichte zu erzählen und sich dabei ganz auf das Wesentliche zu konzentrieren: auf Rourke und sein von zahllosen Box-Fights und misslungenen Schönheitsoperationen gezeichnetes Gesicht, auf die Figur, die Rourke und niemand sonst geboren wurde zu spielen. Sein Randy "The Ram" Robinson ist schon jetzt einer der legendären Charaktere des amerikanischen Kinos, direkt neben ikonischen Kerlen wie Jack Nicholsons Murphy aus "Einer flog übers Kuckucksnest" oder De Niros Travis Bickle aus "Taxi Driver": ein Sinnbild für Virilität, Freiheitsdrang, aber auch Einsamkeit und Schmerz - bloß eben 20 Jahre nach seiner besten Zeit.

So viel Zeit ist vergangen, seitdem Robinson der König der Wrestlingszene war. Von damals sind nur ein paar vergilbte Zeitungsausschnitte und Poster übrig geblieben, die Bewunderung einer handvoll versprengter Fans und ein mit Narben und Scharten übersäter Körper. Obwohl immer noch durchtrainiert, aber längst nicht mehr mit der Vitalität, steigt der müde Krieger weiterhin in den Ring. Nicht mehr in großen Stadien mit Glanz und Glamour, sondern in kleinen Gemeindehallen voller Blut, Schweiß und Tränen, wo die Kämpfe zwar abgemacht, aber dennoch blutige und brutale Angelegenheiten sind. Ein Herzinfarkt bei einem besonders archaischen Duell zwingt Robinson, sein Leben in einem Trailerpark langsamer anzugehen. Er nimmt einen Job an der Fleischtheke in einem Supermarkt an, müht sich darum, der Stripperin Cassidy näher zu kommen und wieder Kontakt zu seiner ihm entfremdeten Tochter aufzunehmen. Doch am Ende steht die Erkenntnis, dass Robinson doch nur er selbst ist, ein Relikt aus Zeiten, in denen man sich die Haare blondierte und zu Accept und den Scorpions abrockte, ein Wrestler, innen wie außen, mit Haut und Haar und ohne Apologie.

Zu Beginn filmt Aronofsky seinen Working Class Hero von hinten über die Schulter, als folge ihm eine Livekamera hautnah in den Ring - oder eben die Dardenne-Brüder einem ihrer Helden durch den Alltag - nur dass er nicht ins Rampenlicht tritt, sondern nach einem Kampf in seinen Wohnwagen zurückkehren will. Erst als er ihn verschlossen findet, weil er seine Miete nicht bezahlen konnte, gibt "The Wrestler" den Blick auf Rourkes Gesicht frei. Und bleibt dann bei ihm. Wie er mit den Kindern in der Nachbarschaft spielt. Wie er sich seinen wenigen verbliebenen Fans zeigt. Wie er in die Geborgenheit des Kreises anderer Wrestler tritt. Wie er sich mit den nötigen Steroiden und Schmerzmitteln eindeckt. Wie er sich mit unbeholfener Zärtlichkeit Cassidy nähert. Wie er seiner Tochter in einer der besten Szenen des Jahres seine Fehler gesteht. Und wie er alles wieder kaputtmacht, weil er seine Fehler zwar erkennt, aber doch nicht korrigieren kann. Es ist ein faszinierendes Porträt, von Rourke mit jeder Faser seines Körpers mit einer Verletzlichkeit gespielt, die man diesem rohen Klotz Fleisch niemals zutrauen würde; ein elektrisierender Film eben nicht nur über die lose an den realen Wrestlingstar Randy "Macho Man" Savage angelehnte Titelfigur, sondern auch über Rourke selbst und dessen Biographie, voller Humor direkt aus dem Alltag, Sympathie für die dargestellte Welt und der nötigen Tragik. Sie verleiht dieser wahrhaftigen Studie eines Mannes, der all seiner Unzulänglichkeiten zum Trotz Frieden mit sich schließt, die Fallhöhe und Universalität eines klassischen Dramas. Zum Sound zeitlosen Heavy Metals. Balls to the Wall. Eben. ts.

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Info

Plakat des Films: The Wrestler
  • FSK ab 12 freigegeben

FSK: ab 12

Kinostart: 26.02.2009

USA 2008

Länge: 1 h 49 min

Genre: Drama

Originaltitel: The Wrestler

Regie: Darren Aronofsky

Drehbuch: Robert D. Siegel

Musik: Clint Mansell, Bruce Springsteen

Produktion: Scott Franklin, Darren Aronofsky

Kostüme: Amy Westcott

Kamera: Maryse Alberti

Schnitt: Andrew Weisblum

Ausstattung: Theo Sena

Website: http://www.thewrestler.kinowelt.de

Auszeichnungen

1 Golden Globe:

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