Klassisch erzähltes, blutiges Historien- und Helden-Epos über den Anführer eines Sklavenaufstands.

Kinostart: 13.04.2017

Die Handlung von The Birth of a Nation

Nat Turner wächst als Sklave bei einer Südstaatenfamilie auf. Der intelligente Junge lernt lesen mit der Bibel. Bald arbeitet er tagsüber als Baumwollpflücker, nachts predigt er vor seinen Schicksalsgenossen. Als seinem Besitzer das Geld ausgeht, verdient Nat es, indem er vor halb verhungerten und schwer misshandelten Sklaven anderer Farmer Gehorsam predigt. Als auch noch seine geliebte Frau brutal angegriffen wird, predigt er den Aufstand, beschließt mit Waffengewalt für Gerechtigkeit zu sorgen.

Kritik zu The Birth of a Nation

Historien- und Helden-Epos über den Anführer eines Sklavenaufstands.

Das dem historisch verbürgten Nat Turner, einem Sklaven aus den Südstaaten, der 1831 nach einem von ihm angeführten Aufstand hingerichtet wurde, ein Denkmal setzendes, blutiges Epos wurde mit dem Publikumspreis und dem Großen Preis der Jury beim Sundance Filmfestival ausgezeichnet und galt seitdem als ein Favorit für weitere Ehren ähnlich "12 Years a Slave", der ebenfalls das Grauen der Sklaverei eindrücklich schilderte und schließlich mit drei Oscars ausgezeichnet wurde. Später wurde der Hype überlagert von Medienberichten und der Entrüstung über eine Vergewaltigungsanklage aus dem Jahr 1999 gegen Regisseur Nate Parker. Am US-Boxoffice tat sich "Birth of a Nation" gelinde gesagt schwer. Unabhängig von Hype und Entrüstung ist das melodramatische wie harsche Märtyrer-Epos, das auch als ein Gegenentwurf zu D. W. Griffiths gleichnamigen Klassiker aus dem Jahr 1915 angelegt ist, ein Respekt einflößender Kraftakt von Parker. Er fungiert nicht nur als Regisseur, sondern auch als Drehbuchautor, Produzent und Hauptdarsteller und füllt alle Funktionen mit großer Ernsthaftigkeit aus.

Parker erzählt die Geschichte von Nat Turner in klassischer Hollywoodmanier. Er lässt sich viel Zeit für die Vorgeschichte, der Aufstand selbst nimmt keinen so großen Raum ein. Der Film schildert wie der junge Nat mit dem Sohn seines Besitzers Sam als Kind Verstecken spielt, wie er bei Sams Mutter seine Lesekünste in der Bibel verbessert (nur die Passagen, die nach ihrer Meinung für Sklaven geeignet sind) und wie er schon als junger Mann mit seinen Predigten im Stall die anderen Sklaven auf dem Gut der Turners mitreißt. Er wird als gläubiger Mann beschrieben, der bereits in der Eingangsszene in einem nächtlichen Ritual seiner afrikanischen Vorfahren als für etwas Besonderes auserkoren, als Führer der seinen erkannt wird. Richtig drastisch, in manchen Szenen kaum zu ertragen, wird der Film erst, wenn Sam mit Nat aufbricht, um ihn auf anderen Landbesitzergütern vor Sklaven predigen zu lassen, damit sie ihren Herren gegenüber gehorsam bleiben. Diese behandeln sie noch grausamer und zynischer als es in "Django Unchained" geschildert wird. Letztendlich ist ein brutaler Übergriff auf seine Frau der endgültige Auslöser für Nat, einen Aufstand anzuzetteln. Eine Sonnenfinsternis sieht er als Zeichen Gottes, Gerechtigkeit mit dem Schwert einzufordern. Mit Äxten und Mistgabeln bewaffnet töten er und einige Getreuen ihre weißen Herren und deren Familien. Ihr blutiger Befreiungsschlag ist nichts gegen die Rache der Weißen, die Sklaven zu Hunderten aufhängen lassen. In einer der wohl eindrücklichsten Szene sieht man untermalt von Billie Holidays "Strange Fruit" Leichen an den Ästen der ausladenden, mit Moos behangenen typischen Südstaatenbäume hängen. Trotz der Brutalität hat der Film auch schöne, warmherzige Bilder vom Zusammenhalt der Sklaven und innerhalb ihrer Familien, wenn nur Kerzen oder ein Küchenfeuer sie nachts beleuchten. Harte Geschichtslektion in der Tradition von Hollywood.

hai.

Wertung Questions?

FilmRanking: 1860 -306

Filmwertung

Redaktion
-
User
-
Deine Wertung

Action

Red.
-
User
-
Deine Wertung

Humor

Red.
-
User
-
Deine Wertung

Gefühl

Red.
-
User
-
Deine Wertung

Spannung

Red.
-
User
-
Deine Wertung

Anspruch

Red.
-
User
-
Deine Wertung

Info

Plakat des Films: The Birth of a Nation
  • FSK ab 16 freigegeben

FSK: ab 16

Kinostart: 13.04.2017

USA 2016

Länge: 2 h 0 min

Genre: Drama

Originaltitel: The Birth of a Nation

Regie: Nate Parker

Musik: Henry Jackman

Produktion: Aaron L. Gilbert, Preston Holmes, Kevin Turen, Jason Michael Berman, Nate Parker

Kostüme: Francine Jamison-Tanchuck

Kamera: Elliot Davis

Schnitt: Steven Rosenblum

Ausstattung: Geoffrey Kirkland

Website: http://www.fox.de/the-birth-of-a-nation