Tom Hanks schlüpft in die Rolle des Piloten Chesley "Sully" Sullenberger, der 2009 durch die Notlandung auf dem Hudson River zum Helden wurde.

Kinostart: 01.12.2016

Tom Hanks

Tom Hanks
als Chesley 'Sully' Sullenberger

Laura Linney

Laura Linney
als Lorraine Sullenberger

Aaron Eckhart

Aaron Eckhart
als Jeff Skiles

Handlung

Es gibt sie doch noch, die Helden ohne Umhang und ohne Comic-Vorlage. Pilot Chesley "Sully" Sullenberger ist genau so einer.

Die wundersame Notlandung des Airbus A320 auf dem Hudson River, mitten in New York, am 15. Januar 2009 ging um die Welt.

Doch obwohl er allen 155 Menschen an Bord des US Airways-Flugs 1549 sowie einer unbekannten Zahl von Menschen in den Straßen New Yorks das Leben rettete, geriet der "Held vom Hudson" danach unter Beschuss.

War die äußerst riskante Notwasserung überhaupt notwendig?

Knapp acht Jahre nach der nervenaufreibenden Aktion bringen zwei Hollywood-Legenden dieses sehr menschliche Drama auf die Leinwand.

Zum ersten Mal überhaupt in ihren ereignisreichen Karrieren treffen die beiden mehrfachen Oscar-Gewinner Tom Hanks und Clint Eastwood aufeinander.

Mit Eastwood hat sich ein Regisseur des Stoffes angenommen, der schon mehrfach sein Händchen für autobiografische Filme bewiesen hat. Und auch Tom Hanks brilliert hier nicht zum ersten Mal in einer dramatischen Rolle, die auf einem Vorbild aus dem wahren Leben basiert.

Und da bekanntlich hinter jedem starken Mann eine ebenso starke Frau steht, erhält Hanks’ Sully von der vielfach preisgekrönten Laura Linney als Ehefrau Lorraine Sullenberger Rückendeckung.

Das Drehbuch basiert auf Sullenbergers Autobiografie – Authentizität ist also ebenso garantiert wie die hervorragende Darstellung des bescheidenen Helden durch Tom Hanks.

Kritik

Packendes Tatsachendrama mit Tom Hanks als bescheidenen Helden.

Für seine 35. Inszenierung arbeitete der zweifache Oscar-Gewinner Clint Eastwood erstmals mit Ausnahmeschauspieler Tom Hanks (ebenfalls zwei Oscars) zusammen, der nun ebenso autoritär einen Flugkapitän verkörpert wie zuvor den Bootskapitän in "Captain Phillips". Beide Filme basieren auf wahren Begebenheiten; in diesem Fall diente die Autobiografie" Highest Duty" des Piloten Chelsey "Sully" Sullenberger als Vorlage für das von Todd Komarnicki ("Perfect Stranger") verfasste Drehbuch. Da die Geschichte und ihr Ausgang bekannt sind, widmet sich das Skript ausgiebig den Nachwirkungen, denen Sully sich ausgesetzt sah - überschwängliche Heldenverehrung sowie Skepsis von den sturen Bürokraten der US-Flugsicherheitsbehörde als auch Selbstzweifeln, ob er womöglich tatsächlich unverantwortlich waghalsig gehandelt haben könnte. Zusätzlichen erzählerischen Auftrieb erlaubt eine raffinierte Struktur, welche Gegenwart, Flashbacks und (Tag-)Träume im Zickzackkurs miteinander verwebt. Den Auftakt bildet ein Horrorszenario, bei dem ein Passagierflugzeug durch Straßenschluchten von New York auf Tiefflug geht, um schließlich in einem Wolkenkratzer zu explodieren. Dieser Verweis auf die Attentate am 11. September 2001, was in Folge mit den heroischen Rettungsmaßnahmen und dem inkompetenten Untersuchungsausschuss weiter fortgeführt wird, erweist sich als Albtraum von Flugkapitän Sully. Er befindet sich in einem Hotelzimmer, nachdem er mit seiner heroischen Notlandung allen 155 Passagieren des US-Airways-Flugs 1549 das Leben gerettet hat.

Als der "Held vom Hudson", der ein "Wunder" vollbracht hat, ist Sully mit einem gigantischen Medienansturm konfrontiert, während er darauf wartet, seine Zeugenaussage vor den ermittelnden Behörden abzugeben. Alsbald ist die Rede von menschlichem Versagen, da womöglich einer der Motoren noch einsatzfähig war und Sully daher auch an zwei nahegelegenen Flughäfen hätte landen können, anstatt eine womöglich katastrophale Wasserlandung riskiert haben zu müssen. Für die Wahrheitsfindung wird der Hergang aus mehreren Perspektiven geschildert, womit die mit ausgezeichneten Soundeffekten unterlegte atemberaubende Bruchlandung mehrfach in Szene gesetzt wird. In Nebenrollen treten Laura Linney als Sullys besorgte Ehefrau und ein sympathischer Aaron Eckhart als loyaler Kopilot auf. Doch getragen wird das schnörkellose Drama von Hanks, der den bescheidenen Helden wider Willen mit perfektem Understatement spielt. Neben dem Protagonisten verbeugt sich Eastwood auch vor den alltäglichen Helden der Küstenwache. So ergibt sich eine anrührende Ode an menschlichen Zusammenhalt; die Bürokraten mit ihren Computersimulationen hingegen fungieren als entseelte Technokraten, die es zu berichtigen gilt. In den USA sprach die Thematik das Publikum an - womöglich auch, weil der Gedenktag des 11. September auf das Startwochenende fiel. ara.

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Info

  • FSK ab 12 freigegeben

FSK: ab 12

Kinostart: 01.12.2016

USA 2016

Länge: 1 h 36 min

Genre: Doku

Originaltitel: Sully

Regie: Clint Eastwood

Drehbuch: Todd Komarnicki

Produktion: Frank Marshall, Tim Moore, Allyn Stewart

Kostüme: Deborah Hopper

Kamera: Tom Stern

Schnitt: Blu Murray

Ausstattung: James J. Murakami

Website: http://www.warnerbros.de/kino/sully.html

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