TV-Drama nach einer wahren Begebenheit um den Umgang mit Mobbing-Opfern.

Kinostart: nicht bekannt

Christina Große

Christina Große
als Beate Neufeld

Ole Puppe

Ole Puppe
als Martin Neufeld

Ursula Karusseit
als Hilde Neufeld

Greta Bohacek
als Lena Steinke

Ludwig Skuras
als Nick Neufeld

Paul Alhäuser
als Ruben Gohlke

Elias Kassner
als Peter Lenz

Sanne Schnapp
als Sabine Lenz

Tina Engel
als Frau Irmer

Sebastian Weber
als Anwalt

Benedict Jacob
als Sven M

Melanie Straub
als Frau Schild

Ronald Kukulies
als Herr Freese

Ben Kettler
als Felix Steinke

Maxim Mehmet
als Herr K

David C. Bunners
als Dr. J

Manfred Möck
als Richter

Martin Neuhaus
als Martins Kollege

Maggy Domschke
als Frau Kr

Kritik

Berührendes Drama mit Christina Große als Mutter eines Mobbingopfers, für die der Fall auch nach der Verurteilung der Täter noch lange nicht erledigt ist.

Der Anfang dieses Familiendramas ist ausgesprochen mutig, denn der Film lässt sein Publikum völlig im Unklaren darüber, was geschehen ist. Erst nach und nach erahnt man aufgrund der Gespräche, dass der unauffällige 14jährige Nick Neufeld von seinen Mitschülern gemobbt worden ist. Aber das ist Vergangenheit, zumindest für sein Umfeld; Nachbarn, Lehrer und sogar Vater Martin (Ole Puppe) wollen endlich wieder zur Tagesordnung übergehen. Für Nick jedoch ist die Vergangenheit nach wie vor Gegenwart, und das nicht nur, weil er den Tätern tagtäglich in der Schule begegnet: Sie sind zwar verurteilt worden, doch gemessen an ihren Taten sind die Sozialstunden geradezu lächerlich. Hauptfigur des Films ist jedoch nicht Nick, sondern seine Mutter. Beate (Christina Große) ist ehrlich empört: über die viel zu milde Strafe, aber auch über die Tatsache, dass die Schule keinerlei Konsequenzen zieht. Christina Große verkörpert diese Mutter, die so gern wie eine Löwin für ihr Kind kämpfen würde, aber keine Feinde findet, herausragend und nachvollziehbar; jede einzelne emotionale Facette, Verzweiflung ebenso wie Zorn und zarte Hoffnung, sind jederzeit glaubwürdig. Fast noch eindrucksvoller ist die Leistung des jungen Ludwig Skuras, der auf berührende Weise vermittelt, warum für Nick nichts mehr ist wie vorher. Maßgeblich für die ausgezeichnete Leistung der Darsteller ist nicht zuletzt das schlüssige Konzept, das Tim Trageser für die Umsetzung des Drehbuchs gefunden hat: Durch die fast schon reportagehafte Kameraführung (Eckhard Jansen) ist man buchstäblich permanent ganz nah bei den Figuren. Trotzdem ist "Neufeld, mitkommen!" eine Zumutung, allerdings im besten Sinn. Fast eine Stunde lang hält der Film mit den tatsächlichen Ereignissen hinterm Berg. Als sie endlich preisgegeben werden, wünscht man sich, man hätte sie nie erfahren; was dem Jungen angetan worden ist, hat nichts mehr mit Mobbing zu tun, sondern erfüllt vielmehr den Tatbestand der Folter. Fast noch schlimmer ist die Gewissheit, dass sich die Autorinnen Kathi Liers und Jana Simon die Geschichte nicht ausgedacht haben. Selbstverständlich kann ein derart realitätsnahes Drama am Ende nicht so tun, als sei alles wieder gut. Entsprechend gemischt sind die Gefühle, die der doppelte Schluss hervorruft: Die zwischenzeitlich an den Herausforderungen fast zerbrochene Familie ist zumindest wieder auf einem guten Weg; aber das Böse reckt wie im Horrorfilm erneut sein hässliches Haupt. tpg.

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Info

Plakat des Films: Neufeld, mitkommen!

Kinostart: nicht bekannt

Deutschland 2013

Genre: Drama

Originaltitel: Neufeld, mitkommen!

Regie: Tim Trageser

Drehbuch: Kathi Liers, Jana Simon

Musik: Jakob Ilja

Produktion: Peter Hartwig, Laila Stieler

Kostüme: Anne-Gret Oehme

Kamera: Eckhard Jansen

Schnitt: Gisela Castronari

Ausstattung: Susanne Hopf