Moderne "Hänsel und Gretel"-Adaption: Eine überforderte Stiefmutter setzt ein Geschwisterpaar im polnischen Wald aus, wo sie an einen Gelegenheits-Entführer geraten.

Kinostart: 11.11.2004

Judith Engel
als Sylvia Mattis

Horst-Günter Marx

Horst-Günter Marx
als Josef Mattis

Miroslaw Baka
als Kuba Lubinski

Sophie Charlotte Conrad
als Lea Mattis

Leo Bruckmann
als Konstantin Mattis

Gerd Beyer
als Kollege

Monika Pietsch
als Lehrerin

Karl-Fred Müller
als Polizist

Harald Richter
als Kollege

Rudolf Csermely
als Pr

Anne Langenickel
als Valerie

Paul Kaersten
als Edgar Weil

Handlung

Nach einem Streit mit der überforderten Stiefmutter (Judith Engel) auf der Autofahrt durch Polen suchen die Geschwister Lea (Sophie Conrad) und Konstantin (Leo Bruckmann) bei einer Rast kurzerhand das Weite. Während die Mutter heimbraust und zunächst nicht wagt, ihrem Gatten (Horst-Günther Marx) von dem Vorfall zu berichten, stolpern die Kids nach einigen Umwegen einem scheinbar freundlichen Geschäftsmann mit unschönen Hintergedanken in die Arme.

Wie mangelhafte Kommunikation und fatale Fehleinschätzungen immer schwerwiegendere Folgen nach sich ziehen, beschreibt Christoph Hochhäusler in ruhigen, ästhetisch anspruchsvollen Einstellungen. Der Abschlussfilm von der Münchner Hochschule für Film und Fernsehen wurde unverkennbar von "Hänsel und Gretel" beeinflusst.

Die Geschwister Lea und Konstantin verstricken sich mit ihrer Stiefmutter Sylvia in deren Auto in eine harmlose Streiterei. Als Sylvia in Polen Halt macht und die Kinder vorübergehend an die Luft setzt, um in Ruhe eine Zigarette zu rauchen, sind Lea und Konstantin bei ihrer Rückkehr verschwunden. Ihr Vater Josef macht sich schließlich auf die Suche nach den beiden, die derweil im Wald einen Lieferwagen mit Lebensmitteln gefunden und sich davon bedient haben. Als sie von dem Besitzer gefunden werden und der im Fernsehen von einer Belohnung für die Kinder hört, hat er eine clevere Idee.

Unentschlossen, ob sie ihre Ehe fortführen soll, verliert Sylvia ihre Stiefkinder Lea und Constantin bei einer ziellosen Fahrt kurz hinter der polnischen Grenze. Aus Angst, ihren Mann Joseph zu verlieren, verschweigt sie den Vorfall, während er eine verzweifelte Suchaktion startet. Der finanziell minderbemittelte Pole Kubak nimmt Lea und Constantin zuerst freundlich auf, bis er von der Belohnung erfährt, die ihre Familie auf ihr Finden ausgesetzt hat. Derweil hat er beide längst zurück gelassen.

Ein an der polnischen Grenze vergessenes Geschwisterpaar löst eine hektische Suchaktion aus. Anspruchsvolles deutsches Drama aus einer verstörend kalten, aber sehr nachvollziehbaren Welt.

Kritik

Christopher Hochhäusler siedelte seinen Abschlussfilm an der Münchner Hochschule für Film und Fernsehen irgendwo zwischen "Hänsel und Gretel" und "Die Nacht des Jägers" an. "Milchwald" ist eine märchenhafte Geschichte mit verstörendem Verlauf, bei dem Kommunikationsstörungen und Meinungsverschiedenheiten eine Spirale immer schwerwiegenderer Vergehen in Gang setzen. Hochhäuslers Bilder sind kunstvoll komponiert, bestehen aus langen Einstellungen und verzichten auf Großaufnahmen und geben farblicher Symbolik Raum. Besonders die Kinderdarsteller überzeugen.

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Info

Plakat des Films: Milchwald
  • FSK ab 12 freigegeben

FSK: ab 12

Kinostart: 11.11.2004

Deutschland 2002

Länge: 1 h 30 min

Genre: Drama

Originaltitel: Milchwald

Regie: Christoph Hochhäusler

Drehbuch: Christoph Hochhäusler, Benjamin Heisenberg

Musik: Benedikt Schiefer

Produktion: Clarens Grollmann, Mario Stefan, Frank Döhmann, Anke Scheib-Krause

Kostüme: Birgitt Kilian

Kamera: Ali Gözkaya

Schnitt: Gisela Zick

Ausstattung: Maximilian Lange

Website: http://www.royal-verleih.de/Milchwald_im_Kino.html

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