Jiri Menzels Verfilmung des Romans von Bohumil Hrabal über einen Emporkömmling zur Zeit der Nazi-Besatzung in Prag.

Kinostart: 21.08.2008

Oldrich Kaiser
als Jan Dite (alt)

Ivan Barnev
als Jan Dite (jung)

Julia Jentsch

Julia Jentsch
als Liza

Martin Huba
als Skriv

Marian Labuda
als Walden

Milan Lasica
als Professor

Josef Abrham
als Brandjes

Jíri Labus
als Hotelchef

Jaromir Dulava
als Kellner Karel

Die Handlung von Ich habe den englischen König bedient

In einem Prager Nobelhotel verdient sich Jan Dite (Ivan Barnev, später: Oldrich Kaiser) den Lebensunterhalt als Aushilfskellner. Seine höheren Ziele beginnt er zu verwirklichen, als die Nazis an die Macht kommen und er mit Arier-Nachweis die Karriereleiter hinauf fällt. Er heiratet die sudetendeutsche Turnlehrerin Líza (Julia Jentsch) und wandert, kaum dass die Besatzer vertrieben sind, für 15 Jahre in den Knast der neuen kommunistischen Herrscher.

Der Schelmenroman des böhmischen Autors Bohumil Hrabal ist die Steilvorlage für eine deftige und freizügige tschechische Tragikomödie aus der meisterlichen Hand Jiri Menzels, der zwei Jahrzehnte Weltgeschichte aus den Augen eines opportunistischen Hochstaplers erzählt.

Die Geschichte eines Emporkömmlings: Jan Díte verdient sich seine Brötchen als Aushilfskellner in einem Prager Nobelhotel. Aber er hat höhere Ziele, will sich unbedingt verbessern. Als die Nazis an die Macht kommen und Tschechien besetzen, sieht Jan seine Chance gekommen: Als Kollaborateur erhofft er sich eine goldene Zukunft.

Jan Díte verdient sich seine Brötchen als Aushilfskellner in einem Prager Nobelhotel. Aber er hat höhere Ziele, will sich unbedingt verbessern. Als die Nazis an die Macht kommen und Tschechien besetzen, sieht Jan seine Chance gekommen: Als Kollaborateur erhofft er sich eine goldene Zukunft. Er geht eine Beziehung mit der sudetendeutschen Turnlehrerin Liza, die er zur Durchsetzung seiner Ziele ehelicht. Das führt nur zwischenzeitlich zu gesellschaftlichen Verbesserungen, denn nach dem Krieg schlägt dem Opportunisten seine Stunde.

Kritik zu Ich habe den englischen König bedient

Meisterhafte tschechische Tragikomödie von Altmeister Jiri Menzel um kleine Leute im Räderwerk der Weltgeschichte; mit Julia Jentsch als Nazi-Lehrerin.

Der eigenartige Nationalcharakter der Tschechen, die Bier und Huren lieben, mit Geld um sich werfen und am liebsten alle drei Lebensqualitäten feiern, steht im Mittelpunkt des auf der Berlinale übergangenen Meisterwerks von Altmeister Jiri Menzel, der vierzehn Jahre nach "Die merkwürdigen Abenteuer des Soldaten Iwan Mukshin" endlich wieder einen Film gedreht hat. Menzel, 1968 für "Liebe nach Fahrplan" mit dem Auslands-Oscar und 1990 mit dem Goldenen Bären für seine zwanzig Jahre verbotene Politsatire "Lerchen am Faden" ausgezeichnet, hat mit "I served..." den Schelmenroman des böhmischen Autors Bohumil Hrabal (1914-1997) verfilmt und eine geniale Symbiose aus Thomas Manns "Felix Krull", Jaroslav Haseks "Der brave Soldat Schweijk" und der Avantgarde des tschechischen Films inszeniert.

Die fiktiven Erzählungen des Kellners Jan Dite (jung: Ivan Barnev; alt: Oldrich Kaiser) führen vom Ende des Ersten Weltkriegs bis in die 60er-Jahre und beleuchten Weltgeschichte aus der Perspektive des gewitzten kleinen Mannes, der sich durch die Zeitläufe laviert. Durchgängiges Motiv ist Dites Fähigkeit, sich verschmitzt anzupassen und Geld zu machen, was bei jedem neuen Erfolg einen Jobwechsel als Kellner, Oberkellner oder Hotelportier mit sich führt. Menzel inszeniert das mit großem Spaß an übermütigem Slapstick, ironischen Eskapaden und fröhlich freizügigen Sexszenen. Historisch stehen die Besetzung von Böhmen und Mähren, die Nachkriegsvertreibung der Deutschen und die kommunistische Machtübernahme 1948, die Dite für fünzehn Jahre hinter Gittern bringt, an.

In einer tragenden Nebenrolle spielt Julia Jentsch ("Sophie Scholl") genüsslich eine sudetendeutsche Turnlehrerin, die Nazi-Parolen schwingt, etwas tschechisch spricht, Dite heiratet und in einer köstlichen Szene beim "nationalsozialistischen Beischlaf" seinen Kopf beiseite rückt, um das Führerbild an der Wand zu sehen. So komisch kann Geschichte sein. Menzels Film sprüht vor inszenatorischen Einfällen (die Musik der Bäume hören; Rivalitäten der Kellner), Running Gags (Geldhaufen; Spiegel, Speisen und Getränke) und einem gepfefferten Erzählerkommentar. Für Cineasten eine Fundgrube sind Zitate und Anspielungen auf Menzels eigenes Werk ("Liebe nach Fahrplan" und "Die wunderbaren Männer mit der Kurbel") und die Avantgarde der 60er-Jahre (Vera Chytilovas "Tausendschönchen"). In Tschechien hat die zauberhafte Tragikomödie, die manches allein mit Bildern erzählt, Kassenrekorde gebrochen. ger.

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Info

Plakat des Films: Ich habe den englischen König bedient
  • FSK ab 12 freigegeben

FSK: ab 12

Kinostart: 21.08.2008

Slowakei/Tschechien 2007

Länge: 1 h 58 min

Genre: Drama

Originaltitel: Obsluhoval jsem anglického krále

Regie: Jirí Menzel

Drehbuch: Jirí Menzel

Musik: Ales Brezina

Produktion: Rudolf Biermann

Kostüme: Milan Corba

Kamera: Jaromír Sofr

Schnitt: Jíri Brozek

Ausstattung: Milan Bycek

Website: http://englischer-koenig-derfilm.de