Grandios besetzte Verfilmung eines Romans von J.G. Ballard um den explosiven Mikrokosmos eines Hochhauses.

Kinostart: 30.06.2016

Tom Hiddleston

Tom Hiddleston
als Laing

Luke Evans

Luke Evans
als Wilder

Jeremy Irons

Jeremy Irons
als Royal

Sienna Miller
als Charlotte

Elisabeth Moss
als Helen

James Purefoy
als Pangbourne

Keeley Hawes
als Ann

Peter Ferdinando
als Cosgrove

Sienna Guillory
als Jane

Reece Shearsmith
als Steel

Enzo Cilenti
als Talbot

Augustus Prew
als Munrow

Dan Skinner
als Simmons

Stacy Martin
als Fay

Tony Way
als Robert, der Hausmeister

Leila Mimmack
als Laura

Bill Paterson
als Mercer

Die Handlung von High Rise

Dr. Robert Laing (Tom Hiddleston) zieht nach seiner Scheidung in ein Hochhaus. Von den vierzig Etagen des schicken Gebäudes hat die Upperclass die oberen Stockwerke reserviert, Familien müssen sich mit den Untergeschossen zufrieden geben. Laing hat sein Appartement im mittleren Bereich.

Fasziniert beobachtet er Anthony Royal (Jeremy Irons), den Schöpfer des Ensembles, der ganz oben allein residiert. Während eines Stromausfalls beginnt es im Wolkenkratzer zu rumoren, Konflikte zwischen “oben” und “unten” brechen auf. Aufgestaute Spannungen schlagen in nackte Gewalt um in Ben Wheatleys packendem Sozial-Thriller.

Kritik zu High Rise

Als J.G. Ballard Mitte der Siebzigerjahre seine apokalyptische Romantrilogie "Crash", "High-Rise" und "Concrete Island" veröffentlichte und den Niedergang der westlichen Konsumgesellschaft in einem Fanal aus Gewalt, Sex und Drogen sowie einstürzenden Neubauten fieberträumte, setzten im britischen Kino visionäre Filmemacher wie Ken Russell, Nic Roeg oder Lindsay Anderson ihrerseits die Leinwand in Flammen, packten das, was Ballard mit Worten apostrophierte, in Bilder um, übersetzten ihre Haltung in ein verschwenderisches, maßloses Kino des Exzesses, ein Kino für Erwachsene, die alles schon gesehen und gelesen zu haben glaubten.

Wenn Ben Wheatley, der spannendste einer jungen Generation britischer Filmemacher, seitdem sich Neil Marshall damit zufrieden gegeben hat, doch nur einfach Gralshüter des Genrekinos zu sein, in seiner Adaption von Ballards Klassenkriegsfabel "High-Rise" nun also das Kino seiner Vorbilder nicht einfach nur zitiert, sondern zelebriert und deren Ausschweifungen vermählt mit dem disziplinierten Auge Kubricks für Zeit, Raum, Stimmung und maximale Wirkung, dann passt das wie die Faust aufs Auge. Weil es doppelt Sinn ergibt: Produzent Jeremy Thomas hatte den Stoff schon in den Siebzigerjahren mit Nic Roeg realisieren wollen, der sich dann aber für "Blackout - Anatomie einer Leidenschaft" entschied: Es besteht eine direkte Ahnenlinie zum kritischen britischen Kino der Siebziger. Dazu kommt, dass Thomas über Jahre hinweg auch Produzent von David Cronenberg war, der Mitte der Neunziger Ballards "Crash" brillant verfilmte, an den man aber auch unabhängig davon immer wieder denken muss, wenn Wheatley in seiner Geschichte eines hypermodernen Hochhauses, das als Zerrspiegel gesellschaftlicher Hierarchien angelegt ist, die Säume der vermeintlichen Normalität aufzutrennen beginnt - als würde der Zug des thematisch nicht unähnlichen und ähnlich aufregenden "Snowpiercer" sich nicht in die Länge ziehen, sondern in die Höhe wachsen: Natürlich ist ganz oben die Elite, die es sich auf Kosten derer da unten gut gehen lässt - aber ebenso natürlich ist die Luft dünner, je höher man kommt.

Der Wahnsinn hat Methode in diesem berauschenden Film, allerdings die Art von Methode, die Anwendung findet, wenn die Insassen die Leitung der Nervenheilanstalt übernehmen, während alles zur Hölle geht, die Zivilisation sich in wüsten Orgien auflöst und sich dabei das Recht des Stärkeren Bahn bricht. Und mitten drin findet sich Tom Hiddleston, so cool, lässig und attraktiv in seinem maßgeschneiderten Anzug, als würde er den Soundtrack zum Untergang zum Anlass nehmen, sich ganz offiziell als nächster James Bond zu bewerben. "Can't you hear me calling, can't you hear me, S.O.S.", singen Portishead. Das Lied kann man fast nicht wiedererkennen, und doch ist es so vertraut. Wie die Bestie Mensch in diesem außerordentlichen Film. ts.

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Info

  • FSK ab 16 freigegeben

FSK: ab 16

Kinostart: 30.06.2016

Großbritannien 2015

Länge: 1 h 59 min

Genre: Drama

Originaltitel: High-Rise

Regie: Ben Wheatley

Drehbuch: Amy Jump

Musik: Clint Mansell

Produktion: Jeremy Thomas

Kostüme: Odile Dicks-Mireaux

Kamera: Laurie Rose

Schnitt: Amy Jump, Ben Wheatley

Ausstattung: Mark Tildesley