Melancholisches Werk von Alain Resnais über Liebe, Sehnsucht und den Tod, in dem er nach "Smoking/No Smoking" erneut mit dem englischen Dramatiker Alan Ayckburn arbeitet.

Kinostart: 29.03.2007

Sabine Azéma

Sabine Azéma
als Charlotte

Isabelle Carré

Isabelle Carré
als Gaelle

Laura Morante

Laura Morante
als Nicole

Pierre Arditi
als Lionel

André Dussollier
als Thierry

Lambert Wilson
als Dan

Claude Rich
als Arthur

Die Handlung von Herzen

Nicole (Laura Morante) sucht mit Hilfe des Brokers Thierry (Andre Dussollier) nach einer gemeinsamen Wohnung für sie und ihren Verlobten Dan (Lambert Wilson), der seit seinem Rauswurf aus der Armee zum depressiven Alkoholiker wurde. Thierry hat ein Auge auf seine Kollegin geworfen, die religiöse Charlotte (Sabine Azema), die ihn zu erotischen Spielchen einlädt. Seine jüngere Schwester Gaelle (Isabelle Carre) sucht verzweifelt nach Liebe und gerät ausgerechnet durch eine Kontaktanzeige an Dan, auf den sie vergebens wartet.

Altmeister Alain Resnais Rückkehr zu den Schlüsselthemen Einsamkeit und Trennung basiert wie sein Geniestreich "Smoking/No Smoking" auf einem Buch des englischen Dramatikers Alan Ayckbourn. Ein filigranes, von Melancholie durchwirktes Vergnügen für Cineasten.

Der unehrenhaft aus dem Militär entlassene Dan ertränkt seinen Kummer in Alkohol. Seine Verlobte Nicole beharrt trotz allem auf ihren Glauben an eine gemeinsame Zukunft. Gaelle sucht verzweifelt die Liebe, bisher umsonst. Ihr Bruder Thierry findet seine Kollegin Charlotte schick, die sich auf perverse Spielchen mit ihm einlässt. Und Lionel kämpft gegen seine Einsamkeit an, während er sich um seinen kranken alten Vater kümmern muss.

Der unehrenhaft aus dem Militär entlassene Dan ertränkt seinen Kummer in Alkohol. Seine Verlobte Nicole beharrt trotz allem auf ihren Glauben an eine gemeinsame Zukunft. Gaelle sucht verzweifelt die Liebe, bisher umsonst. Ihr Bruder Thierry findet seine Kollegin Charlotte schick, die sich auf perverse Spielchen mit ihm einlässt. Und Lionel kämpft gegen seine Einsamkeit an, während er sich um seinen kranken alten Vater kümmern muss.

Kritik zu Herzen

Nach dem Alan Ayckbourn-Stück "Private Fears in Public Places" erzählt Alain Resnais zärtlich von kleinen Fluchten aus der Wirklichkeit und vergeblichen Versuchen, der Einsamkeit zu entrinnen.

Es schneit in Paris. Weiche Flocken hüllen die laute Großstadt ein, nur das Knirschen der Schritte im frischen Schnee ist zu hören. Wie eingeschneit sind auch die Gefühle verschiedener Menschen, deren Wege sich kreuzen, die einen Moment inne halten und sich wieder verlieren. Vier Tage lang verfolgt der mit dem Silbernen Löwen für die Beste Regie ausgezeichnete Franzose einen Wohnungsmakler und dessen Sekretärin, die ihm ein Video ihrer bevorzugten Religions-TV-Sendung unterjubelt mit frivolen Darstellungen ihrer selbst, seine Schwester, die sich bei einem Blind Date in den Unbekannten verliebt, der sich gerade in ehelicher Krise befindet und von einem freundlichen Barkeeper getröstet wird, dessen kranker Vater von eben der genannten Sekretärin nicht nur gefüttert, sondern mit lasziven Tänzen verwöhnt wird. Liebevoll betrachtet der Grandseigneur, der die Handlung von London nach Paris verlegte, wie unter einem Brennglas die verlorenen Großstadtseelen und ihre Anstrengungen, Liebe zu gewinnen, verknüpft in einem amüsanten Reigen die Schicksale in einem Netz aus Gegensätzen. Was bleibt, ist erneute Einsamkeit und die ewige Sehnsucht nach glückhafter Nähe, der aber niemand so richtig traut und deshalb letztendlich mit leeren Händen da steht. Das Personal ist perfekt - Barkeeper Pierre Arditi lauscht geduldig den geheimen Beichten der Barflys, Makler André Dussollier versteckt geschickt seine dunklen Seiten hinter langweiliger Bürgerlichkeit, Lambert Wilson überzeugt als sich vom Joch der Ehe befreiender Alkoholiker und Sabine Azéma mimt die bigott-lüsterne Lady mit Rafinesse und einer Portion Unschuld. Sie alle haben ihr Päckchen zu tragen, brechen aus dem Kokon der Normalität aus, greifen verwegen nach einem Stückchen Freiheit, um nach dem versponnenen Höhenflug reuevoll wieder auf den Boden der Tatsachen zurückzukehren, dahin, wo sie die Regeln kennen. Wenn die weiße, computergenerierte Pracht sanft auf die Figuren rieselt, steht die Zeit still - einige Längen und ausgedehnte Plaudereien à la française schmälern nicht das filigrane Vergnügen. Resnais beherrscht die Kunst der Verdichtung und Andeutung, die Grauzone der Zwischentöne. "Coeurs" ist Balsam für geschundene Herzen, tut einfach gut. mk.

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Info

Plakat des Films: Herzen
  • FSK ab 12 freigegeben

FSK: ab 12

Kinostart: 29.03.2007

Frankreich/Italien 2006

Länge: 2 h 5 min

Genre: Drama

Originaltitel: Coeurs

Regie: Alain Resnais

Drehbuch: Jean-Michel Ribes

Musik: Mark Snow

Produktion: Bruno Pésery

Kostüme: Jackie Budin

Kamera: Eric Gautier

Schnitt: Hervé de Luze

Ausstattung: Jacques Saulnier