Bitterböse Gesellschaftssatire auf die Welt des schönen Scheins.

Kinostart: 26.01.2006

Wotan Wilke Möhring

Wotan Wilke Möhring
als Ingo

Wolf Roth
als J

Ludger Pistor

Ludger Pistor
als Dieter Kettwig

Dirk Benedict
als Douglas Burnett

Birgit Stein
als Francesca Matthies

Alexandra Neldel
als Melanie

Christian Kahrmann
als Mark Kampmann

Ralf Richter
als Bullet Harry

Hans-Martin Stier
als Bauer Buschschulte

Gedeon Burkhard
als Mischa Hahn

Uwe Fellensiek
als Charly

Markus Knüfken
als Andi

Bernd Herzsprung
als Klaus Scheurer

Loretta Stern
als Jasmin/Giselle

Ingrid Steeger
als Ulrike Scheurer

Die Handlung von Goldene Zeiten

Um nicht wie die anderen Globalisierungsverlierer stempeln zu müssen, bezeichnet sich Ingo aus Unna (Wotan Wilke Möhring) neuerdings als "Event Manager". Und weil Ingo auch sonst nicht auf den Kopf gefallen ist, reißt er sich die Ausrichtung der lokalen Golfclub-Charity unter den Nagel. Ein prominentes Zugpferd ist schnell in dem heruntergekommenen Hollywoodstar Burnett (Dirk Benedict) gefunden. Während dessen Auftauchen die Gegend in Aufruhr versetzt, hat Jungunternehmer Kampmann (Christian Kahrmann) Ärger mit einem nervigen Zuhälter (Ralf Richter).

Peter Thorwarth

Tatort Unna: Ein gerissener Golfclubbetreiber will mit einer Benefiz-Veranstaltung den fetten Reibach machen. Ein abgefuckter US-Serien-Star ist nur auf seinen Spaß aus. Ein mächtiger Underground-Boss versorgt die ganze Stadt mit Drogen und Girls. Zwischen die Fronten gerät Ingo, der gerne selbst ein großer Zampano wäre, von allen aber nur ausgenützt wird.

In der kleinen Ruhrpottstadt Unna soll eine große Benefizveranstaltung stattfinden. Eventmanager Ingo übernimmt die Organisation, wird dabei aber von allen Beteiligten nur ausgenutzt. Zum Beispiel von einem gerissenen Golfclubbesitzer, der sich den Erlös des Wohltätigkeitsballs in die eigene Tasche stecken will, oder dem US-Serien-Star Douglas Burnett, der statt zu helfen nur auf eigenen Spaß aus ist. Nicht zu vergessen der mächtige Underground-Boss der Gegend, der fleißig Drogen unters Volk bringt. Chaos pur.

Kritik zu Goldene Zeiten

Nach der schwarzen Komödie "Bang Boom Bang" und dem Bauarbeiter-Spaß "Was nicht passt, wird passend gemacht" überrascht Peter Thorwarth nun mit einer bitterbösen Gesellschaftssatire.

Um seine so genannte Unna-Trilogie zu vollenden, hat es sich Thorwarth nicht leicht gemacht. Denn "Goldene Zeiten" hat mit seinen beiden Vorgängern zwar den Schauplatz gemein, eben jenes Ruhrpottstädtchen Unna, bietet aber weder den sarkastischen, teilweise recht rüden Humor von "Bang Boom Bang" noch den etwas leichteren Schenkelklopf-Witz aus "Was nicht passt...". Dem gebürtigen Dortmunder, Tarantino-Fan und Absolventen der Münchner HFF stand vielmehr der Sinn nach etwas Handfesterem, Gehaltvollerem und vor allem Ernsterem. Schließlich galt es für den 35-Jährigen, einen Ruf als Kultfilmemacher zu verteidigen. Und so gerät seine aktuelle Studie über das merkwürdige Verhalten geschlechtsreifer Kleinstädter zu einem kompromisslos-niederschmetterndem Abgesang auf die Welt des schönen Scheins. Dieses Mal im Mittelpunkt: Ein gerissener Golfclubbetreiber, der mit einer Benefiz-Veranstaltung den fetten Reibach machen will, ein abgefuckter US-Serien-Star, der nur auf seinen Spaß aus ist, oder ein mächtiger Underground-Boss (Ruhrpott-Unikum Ralf Richter), der ganz Unna mit Drogen und Girls versorgt. Mittendrin der junge Ingo (Wotan Wilke Möhring), der gerne selbst ein großer Zampano wäre, von allen nur ausgenützt wird, aber dann in den Armen des Schlagersternchens Melanie (Alexandra Neldel) Trost findet.

Thorwarth lässt kein gutes Haar an der Welt der Schönen und Reichen und erweist sich einmal mehr als virtuoser Meister der Schauspielführung. Kurios dabei die Besetzung, die sich aus drei Quellen zusammensetzt: die Altbewährten, die in keinem Thorwarth-Film fehlen dürfen, wie Christian Kahrmann oder Ralf Richter; die klassischen "Ausgrabungen" wie US-Serien-Ikone Dirk Benedict ("A-Team") oder Klimbim-Ulknudel Ingrid Steeger als Golf-Tussi; und schließlich Top-Akteure wie Wolf Roth als blutrünstiger Fiesling oder Wotan Wilke Möhring als netter Loser, die wie die Faust aufs Auge in "Goldene Zeiten" hineinpassen. Alles in allem mag der dritte, erneut vom alten Weggefährten Christian Becker produzierte Kinospielfilm Thorwarths vielleicht unbequemste Arbeit sein. Doch das betrifft nur ihren Inhalt. Denn trotz engem Budgetrahmen hat der junge Filmemacher auf stilistischer Ebene alles ausgereizt und begeistert mit einem in Schnitt, Produktionsdesign und Farbdramaturgie makellosen Werk, das Verleih 3L bei der Kinoauswertung möglicherweise noch viel Freude bereiten dürfte. lasso.

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Info

Plakat des Films: Goldene Zeiten
  • FSK ab 16 freigegeben

FSK: ab 16

Kinostart: 26.01.2006

Deutschland 2005

Länge: 2 h 14 min

Genre: Komödie

Originaltitel: Goldene Zeiten

Regie: Peter Thorwarth

Drehbuch: Peter Thorwarth, Alexander M. Rümelin

Produktion: Benjamin Herrmann, Christian Becker, Anita Schneider

Kostüme: Anke Winckler

Kamera: Jan Fehse

Website: http://www.goldenezeiten-derfilm.de