Bewegendes Drama der Regisseurin von "Red Road" über eine unangepasste 15-Jährige, deren Leben auf den Kopf gestellt, als ihre Mutter einen neuen Liebhaber mit nach Hause bringt.

Kinostart: 23.09.2010

Rebecca Griffiths
als Tyler

Harry Treadaway
als Billy

Carrie-Ann Savill
als Tylers Freundin

Toyin Ogidi
als Tylers Freundin

Grant Wild
als Keeleys Dad

Sarah Bayes
als Keeley

Charlotte Collins
als Sophie

Kirsty Smith
als T

Handlung

Die 15-jährige Mia steckt unentwegt in Schwierigkeiten, wurde von ihrer Schule verwiesen und wird mittlerweile auch von ihren Freunden geschnitten. In diesem brütend heißen Sommer wird die Monotonie unterbrochen, als Mias Mutter unerwartet einen gut aussehenden Mann mit nach Hause bringt: Der Fremde nennt sich Connor und verspricht, dass sich alles ändern und das Leben der Familie mit Liebe erfüllt werden wird.

Die 15-jährige Mia ist sich in ihrem Wohnsilo selbst überlassen. Die Mutter treibt sich besoffen mit Männern rum, ihre kleine Schwester gefällt sich in aufmüpfigen Posen. Inneren Frieden findet Mia nur beim Einüben von Hiphop-Choreographien. Die Monotonie wird unterbrochen, als Mias Mutter unerwartet einen gut aussehenden Mann mit nach Hause bringt: Der Fremde nennt sich Connor und versteht sich auf Anhieb auch mit den Mädchen prächtig. Vor allem Mia scheint ihm ausnehmend gut zu gefallen.

Kritik

Mit der aufrüttelnden Geschichte einer 15-Jährigen, die der häuslichen Tristesse im provinziellen Essex entkommen will, beweist Andrea Arnold erneut ihr Händchen für emotionale Realdramen.

Wie für ihr beeindruckendes Regiedebüt "Red Road" 2006 gewann sie auch in diesem Jahr in Cannes den Jurypreis, wohl nicht zuletzt durch die überragende Performance der Newcomerin Katie Jarvis, die zufällig am Bahnhof des Drehorts entdeckt wurde und die Handlung kraftvoll trägt. Rau und roh bewegt sie sich im Nirwana zwischen Jugend und Erwachsensein, verleiht dem Drama verstörende Authentizität, spielt sich selbst in der Rolle eines sich nach Liebe sehnenden Teenagers, der allerdings jede Annäherung hart zurückweist und zerschlagenes Gefühlsporzellan hinter sich lässt und mit dem Rest der Welt permanent auf Kriegsfuß steht.

Mia ist ein Mädchen, das aggressiv und gewalttätig auf alle(s) reagiert, sich mit Gleichaltrigen anlegt, ständig Streit mit ihrer Mutter und der kleinen Schwester sucht, mit dem Kopf gegen die Wand rennt. Sie will raus aus den grauen und lauten Wohnwaben ohne Intimität, ein Hip-Hop-Wettbewerb eröffnet ihr die große Chance - glaubt sie wenigstens. Connor (verführerisch: Michael Fassbender), der neue Liebhaber der polygamen Mutter, kümmert sich rührend um die beiden Töchter, organisiert gemeinsame Ausflüge, bestärkt Mia bei ihren Tanzversuchen und sorgt für Selbstbewusstsein, bietet eine starke Schulter. Nächtlicher Sex auf dem Wohnzimmer-Sofa während Muttern ihren Rausch ausschläft, bringt das fragile Familiengefüge vollends in Gefahr und das trotz aller Coolness in Liebesdingen unerfahrene Mädchen in eine zusätzliche Krise.

Britisches Proletarierelend ist hier kein Grund zu larmoyanter Sozialkritik und mitleidsvollem Blick auf ein dem Mittelschichtspublikum fremdes Universum, sondern Eintauchen in einen Strudel unkontrollierter Gefühle. In bester Ken-Loach- und Mike-Leigh-Tradition erzählt Arnold von sogenannten kleinen Leuten und ihren kleinen Kämpfen um das kleine Glück, vom alltäglichen zähen Ringen um Selbstachtung und Selbstbehauptung. Am Ende lässt sie einen Hauch von Hoffnung - auf ein Stück Identität, ein bisschen Leben und Lieben. Mehr als nur für den Moment. mk.

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Info

  • FSK ab 12 freigegeben

FSK: ab 12

Kinostart: 23.09.2010

Großbritannien 2009

Länge: 2 h 3 min

Genre: Drama

Originaltitel: Fish Tank

Regie: Andrea Arnold

Drehbuch: Andrea Arnold

Produktion: Kees Kasander, Nick Laws

Kostüme: Jane Petrie

Kamera: Robbie Ryan

Schnitt: Nicolas Chaudeurge

Ausstattung: Helen Scott

Website: http://www.fishtank-film.de