Tragikomisches Ensemblestück um eine Politikerin, die auf einer Wahlkampfreise in ihrer Heimat Station macht.

Kinostart: 30.07.2009

Agnès Jaoui

Agnès Jaoui
als Agathe Villanova

Jean-Pierre Bacri
als Michel Ronsard

Jamel Debbouze

Jamel Debbouze
als Karim

Handlung

Die erfolgreiche Autorin Agathe steigt in den Politzirkus ein und kommt auf einer Wahlkampftour in den Ort ihrer Kindheit. In der südfranzösischen Ortschaft, wo ihre Schwester mit Familie im Haus der verstorbenen Mutter wohnt, stürmen nicht nur Erinnerungen auf sie ein. Sie hat auch mit anderen Problemen zu kämpfen. Karim, der Sohn der algerischen Haushälterin und der gescheiterte Fernsehjournalist Michel wollen mit ihr einen Dokumentarfilm über erfolgreiche Frauen drehen. Dabei haben beide nicht die geringste Ahnung davon. Dann pflegt Michel auch noch ein Verhältnis mit ihrer Schwester.

Kritik

Eine feministisch angehauchte Politikerin erlebt auf ihrer Wahlkampfreise in die heimatliche Region nicht nur Familienkonflikte, sondern eine Identitätskrise.

Agnès Jaoui und Jean-Pierre Bacri gelten spätestens seit "Lust auf anderes" als ideales Autorengespann, es folgten "Schau mich an" und "Erzähl mir was vom Regen", alle unter der Regie von Jaoui. Diesmal führt es die Pariser nach Südfrankreich.

Die erfolgreiche Autorin Agathe (Agnès Jaoui) debütiert als Politikerin und kommt auf Wahlkampftour in den Ort ihrer Kindheit, wo ihre Schwester mit Familie im Haus der verstorbenen Mutter wohnt. Nicht nur, dass Erinnerungen auf sie einstürmen, zu allem Übel wollen noch Karim, der Sohn der algerischen Haushälterin und der gescheiterte Fernsehjournalist Michel (Jean-Pierre Bacri) mit ihr einen Dokumentarfilm über erfolgreiche Frauen drehen. Sehr bald merkt sie den Dilettantismus der beiden, die weder von Kamera- noch Interviewtechnik die geringste Ahnung haben und unbedingt an dem Punkt drehen möchten, von dem man "ganz Frankreich" sieht. Dass ihre großbürgerliche Schwester ein außereheliches Verhältnis mit Michel pflegt und der von einer Filmkarriere träumende Karim sich wegen seiner Herkunft benachteiligt fühlt, kompliziert das Beziehungsgeflecht zusätzlich. Jeder empfindet sich irgendwie ungerecht behandelt und nicht genug anerkannt. Weit weg vom Pariser Intellektuellenmilieu muss Agathe mit sich und den anderen ins Reine kommen.

Im Gegensatz zum typischen Südfrankreichbild regnet es hier in Strömen, statt kräftiger Farben dominiert Grau in Grau, was auch ein bisschen die emotionale Situation der Protagonisten widerspiegelt. In diesem nicht ganz so typischen Ensemblestück aus Bacris und Jaouis Feder geht es trotz manchmal erfrischendem Zynismus weniger um fein ausgeklügelte Wortspiele als um direkte Anspielungen und Andeutungen, auch wenn die Charaktere wie gewohnt gegen den Strom schwimmen möchten und die einzige Sicherheit eine unsichere Zukunft für alle Beteiligten ist. Die Stärke der Autoren liegt darin, der Alltagssprache eine besondere Bedeutung und eine bestimmte Tonalität zu verleihen, eine Vielfalt in der Einfachheit. "Parlez-moi de la pluie et non pas du beau temps" heißt es in einem Chanson von Georges Brassens, auch eine Maxime von Bacri/Jaoui, die weder eine Schönwetter-Idylle zeigen noch sich für das kleine Glück des Individuums interessieren, sondern für seine großen Widersprüche. Und damit genau ins Schwarze treffen. mk.

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Info

Plakat des Films: Erzähl mir was vom Regen

Kinostart: 30.07.2009

Frankreich 2008

Länge: 1 h 39 min

Genre: Komödie

Originaltitel: Parlez-moi de la pluie

Regie: Agnès Jaoui

Drehbuch: Agnès Jaoui, Jean-Pierre Bacri

Musik: Christian Chevalier

Produktion: Jean-Philippe Andraca, Christian Bérard

Kostüme: Eve-Marie Arnault

Kamera: David Quesemand

Schnitt: François Gédigier

Ausstattung: Christian Marti