Rasend bösartige Satire nach Bestsellervorlage, in der Adolf Hitler 70 Jahre nach seinem Tod Deutschland zurückerobern will.

Kinostart: 08.10.2015

Oliver Masucci
als Adolf Hitler

Fabian Busch

Fabian Busch
als Sawatzki

Christoph Maria Herbst

Christoph Maria Herbst
als Sensenbrink

Katja Riemann
als Bellini

Franziska Wulf
als Krömeier

Lars Rudolph
als Kioskbesitzer

Michael Kessler
als Michael Witzigmann

Michael Ostrowski
als Rico Mancello

Gudrun Ritter
als Großmutter Krömeier

Christoph Zrenner
als Gerhard Lummlich

Ramona Libnow
als Mutter Sawatzki

Thomas Thieme
als Senderchef K

Frank Plasberg

Roberto Blanco

Jörg Thadeusz

Handlung

Niemand ist überraschter als Adolf Hitler selbst, als er unvermittelt in einem Berliner Hinterhof wieder zu Bewusstsein kommt: Eigentlich hatte er sich 70 Jahre früher selbst gerichtet. Irritiert stolpert der Führer durch ein Deutschland, das sich verändert hat, seitdem er es zuletzt gesehen hat. Und auch Deutschland ist irritiert, den GröFaZ auf einmal wieder auf seinen Straßen zu Gesicht zu bekommen. Klare Sache: Der Mann ist zu Größerem bestimmt. Er soll Karriere im Fernsehen machen, wo man auf einen wie ihn gewartet hat.

Kritik

Mit seiner Verfilmung von Timur Vermes' provokantem Bestseller wandelt David Wnendt auf dem schmalen Grat zwischen Satire und Reality-TV, bei dem einem das Lachen im Halse stecken bleibt.

In einer Zeit, in der Asylantenheime brennen, Rechtsradikale mit ausländerfeindlichen Parolen durch die Straßen ziehen und Deutschland in Bezug auf die Flüchtlingssituation womöglich vor seiner größten Herausforderung seit dem Ende des Nationalsozialismus steht, kommt ein Film in die Kinos, der sich mit der Frage beschäftigt: Was wäre, wenn Hitler gar nicht tot ist und plötzlich im Berlin von heute auftaucht? Ob der Zeitpunkt der Herausbringung nun passend oder unpassend sein mag, sei einmal dahin gestellt, Fakt ist, dass der Roman zum Film vor drei Jahren erschien, zum Bestseller wurde und nicht zuletzt dank der von Christoph Maria Herbst gelesenen Hörbuchfassung zum medialen Großereignis avancierte. Das dürfte nun auch der Leinwandversion von "Er ist wieder da" gelingen, zumal sich die Macher um Regisseur David Wnendt ("Feuchtgebiete") etwas ganz Besonderes einfallen ließen. Statt das in der Ich-Form aus der Sicht Hitlers geschriebene Buch eins zu eins zu übernehmen, streute man Dokumentarmaterial ein und unterfütterte die abgrundtief böse Satire vom Aufstieg des Diktators zum großen TV-Entertainer mit Statements, die aus in "Borat"-Manier geführten Straßen-Interviews mit deutschen Bürgern stammen. So witzig es sein mag, Hitler etwa nur mit einem (sehr langen) Unterhemd bekleidet in einer türkischen Reinigung zu beobachten, so erschreckend ist es wiederum, wenn Menschen vor laufender Kamera im Gespräch mit der von Oliver Masucci verkörperten Führer-Figur keinen Hehl aus ihrer Abneigung gegen Ausländer machen. Nur ein Passant hat auf Hitlers Frage "Würden Sie mir auch folgen?" die passende Antwort parat: "Jetzt ist schlecht. Muss ja arbeiten." Während Katja Riemann, die als Senderchefin Hitler zur TV-Karriere verhilft, als eine Art Reinkarnation von Leni Riefenstahl alle Register ihres diabolischen Könnens zieht, nimmt Christoph Maria Herbst mal wieder mit einer Variation seiner "Stromberg"-Figur als Riemanns Gegenspieler vorlieb. Denn die Titelrolle ist dem Theatermimen Masucci vorbehalten, der seine Sache, vor allem was die penetrante Stimme betrifft, sehr gut macht. "Er ist wieder da" ist immer dann komisch, wenn mit Anachronismen gearbeitet wird - Hitler im Supermarkt, Hitler beim Computer-Crash-Kurs, Hitler als Talk Show-Gast. Wenn die Grenzen zwischen Fiktion und Realität verschwimmen, wenn etwa der Führer auf ein Pläuschchen in der NPD-Zentrale "vorbeischaut" oder ein "Störenfried" von Neonazis verprügelt wird, dann wird aus Satire traurig-bitterer Ernst, ist dem Betrachter das Lachen längst schon im Halse stecken geblieben. "Hitler ist immer eine Gratwanderung", heißt es einmal im Film. Dem ist nichts hinzuzufügen. lasso.

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Info

  • FSK ab 12 freigegeben

FSK: ab 12

Kinostart: 08.10.2015

Deutschland 2015

Länge: 1 h 56 min

Genre: Komödie

Originaltitel: Er ist wieder da

Regie: David Wnendt

Drehbuch: Mizzi Meyer, David Wnendt

Musik: Enis Rotthoff

Produktion: Christoph Müller, Frank Dudek, Lars Dittrich

Kostüme: Elke Sivers

Kamera: Hanno Lentz

Schnitt: Andreas Wodraschke

Ausstattung: Jenny Roesler

Website: http://www.eristwiederda.de

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