Drama um einen australischen Vater, der nach der blutigen Schlacht von Gallipoli auf der Suche nach seinen vermissten Söhnen in die Türkei reist. Von und mit Russell Crowe.

Kinostart: 07.05.2015

Russell Crowe

Russell Crowe
als Joshua Connor

Jai Courtney

Jai Courtney
als Lt-Col Cyril Hughes

Olga Kurylenko

Olga Kurylenko
als Ayshe

Isabel Lucas
als Natalia

Yilmaz Erdogan
als Major Hasan

Cem Yilmaz
als Sergant Jemal

Ryan Corr
als Arthur Connor

Ben O'Toole
als Henry Connor

James Fraser
als Edward Connor

Steve Bastoni
als Omer

Dylan Georgiades
als Orhan

Salih Kalyon
als Dr. Ibrahim

Megan Gale
als Fatma

Jacqueline McKenzie
als Eliza

Damon Herriman
als Father McIntyre

Daniel Wyllie
als Capt. Brindley

Deniz Akdeniz
als Imam at Sunnet

Handlung

Der Australier Joshua Connor ist ein ausgezeichneter Farmer, vergisst aber darüber manchmal, seinen drei Söhnen ein guter Vater zu sein. Als die jungen Männer als Freiwillige bei der Schlacht von Gallipoli 1915 als vermisst gemeldet werden und wohl alle gefallen sind, verzweifelt ihre Mutter und begeht vier Jahre später Selbstmord. Der Gatte bricht daraufhin nach Konstantinopel auf, um ihre sterblichen Überreste finden und nach Hause bringen. Im türkischen Major Hasan findet er dabei einen überraschenden Verbündeten.

Kritik

In seinem ehrbaren Regiedebüt spielt Russell Crowe einen Vater, der 1919 in die Türkei reist, um die nach der Schlacht von Gallipoli vermissten Söhnen zu suchen.

Wasser immer wieder Wasser. Als Wünschelrutengänger führt sich Russel Crowe in seinem Spielfilmdebüt "Das Versprechen eines Lebens" ein, das im Original entsprechend "The Water Diviner" heißt. Im Outback Australiens betreibt er mit seiner Familie eine Farm. Wasser ist überlebensnotwendig. Die Rute beginnt zu zittern, bald steht der muskelbepackte Crowe mit nacktem Oberkörper in einem übermannstiefen Loch, das er kraftvoll ausschaufelt. Ein letzter mächtiger Hieb noch, dann sprudelt die Quelle. Jubelnd reißt Joshua Connor die Arme hoch und versinkt im Nass.

Crowe weiß sich in Szene zu setzen, man sieht ihm gerne zu. Eindeutig orientiert er sich in der Bildsprache an den Filmen Ridley Scotts mit dem er mehrfach, unter anderem als "Gladiator", zusammengearbeitet hat. Wer nun aber ein Heldenepos erwartet, sieht sich getäuscht - eher das Gegenteil ist der Fall. Es geht um Völkerverständigung und Ausgleich im Nachhall der (nicht nur) für die australischen (Freiwilligen-)Truppen verheerenden Schlacht von Gallipoli, der schon Peter Weir, ein Landsmann Crowes, 1981 im Kino gedacht hat. Der bei Filmbeginn zu erwartende Sturmangriff, der aus türkischer Perspektive geschildert wird, findet nicht statt. Der Attacke läuft ins Leere, die alliierten Truppen, haben ihre Stellungen auf den Dardanellen nahe Çanakkale über Nacht geräumt. 1919, vier Jahre später, setzt die eigentliche Handlung ein. Mit hochgekrempelter Hose, Schuhe und Reisetasche in der Hand, steht Connor am einst umkämpften Strand. Hier sind wohl seine drei Söhne gefallen. Nach dem Selbstmord seiner Frau will er ihre sterblichen Überreste finden und nach Hause bringen.

Ehrenhaft und pazifistisch ist die Grundhaltung dieses Dramas, in dem es um den Wunsch nach inneren und äußeren Frieden geht. Einen etwas anderen "man on a mission"-Film hat Crowe nach einem Drehbuch von Andrew Knight und Andrew Anastasios in Szene gesetzt, der dank der wunderbar komponierten Bilder und farbsatten Landschaftspanoramen von "Herr der Ringe"-Kameramann Andrew Lesnie besticht. Während Connor mit seinem Anliegen bei den stocksteifen britischen Behörden auf taube Ohre stößt, findet er im türkischen Major Hasan (überzeugend: Yilmaz Erdogan), einen Verbündeten, der ihn nach anfänglichem Zögern bei seiner schwierigen Suche unterstützt. Bald kommt auch noch, romanisches Kerzenlicht-Dinner inklusive, in Person seiner formschönen Zimmerwirtin Ayshe (fehlbesetzt: Ex-Bond-Girl Olga Kurylenko) die Liebe ins Spiel, für deren quirligen kleinen Sohn wird Joshua zum Vaterersatz - ein arg schmalziger, eigentlich unnötiger Nebenstrang.

Ins Auge stechen schöne optische Einfälle, beispielsweise ein Überblendung von einem Windrad auf einen wirbelnden Sufi-Tänzer, nuanciert und durchaus achtbar, zwischen hemdsärmelig und besonnen, weiß Crowe seine Figur anzulegen, arg folkloristisch fallen die (Studio-)Szenen im Hotel in Konstantinopel aus, in denen sich Ayshe nicht den patriarchalischen Gepflogenheiten ihres Heimatlandes unterwerfen will. Insgesamt ein ehrenwerter, vielversprechender und ambitionierter Erstling, der ganz konsequent den "Verlorenen und Vergessenen" des Ersten Weltkriegs gewidmet ist. geh.

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Info

  • FSK ab 12 freigegeben

FSK: ab 12

Kinostart: 07.05.2015

Australien/Türkei/USA 2014

Länge: 1 h 52 min

Genre: Drama

Originaltitel: The Water Diviner

Regie: Russell Crowe

Drehbuch: Andrew Knight, Andrew Anastasios

Musik: David Hirschfelder

Produktion: Andrew Knight, Troy Lum, Andrew Mason, Andrew Anastasios, Keith Rodger

Kostüme: Tess Schofield

Kamera: Andrew Lesnie

Schnitt: Matt Villa

Ausstattung: Chris Kennedy

Website: https://www.facebook.com/Versprechen.DE?fref=photo