Beeindruckender, düsterer, symbolträchtiger Western.

Kinostart: 08.11.2001

Peter Mullan

Peter Mullan
als Daniel Dillon

Wes Bentley

Wes Bentley
als Dalglish

Milla Jovovich

Milla Jovovich
als Lucia

Nastassja Kinski
als Elena

Sarah Polley
als Hope

Julian Richings
als Bellinger

Sean McGinley
als Sweetley

Marie Brassard
als French Sue

Phillipa Peak
als Sarah

Shirley Henderson
als Annie

David Lereaney
als Salonschauspieler

Kate Hennig
als Vauneen

Fernando Davalos
als Barmann

Marc Hollogne
als Dr. Benoit

Ron Anderson
als Postkutschenfahrer

Marty Antonini
als Deutscher

Lydia Lau
als Li

Royal Sproule
als Grimes

Tim Koetting
als Hotelangestellter

Billy Morton
als Bergarbeiter Nr. 1

Tom McCamus
als Burn

Gil Rivera Blas
als Mexikaner

Frank Zotter
als Fotograf

Artur Ciastkowski
als Delany

Barry Ward
als Dillon (jung)

Karolina Muller
als Elena (jung)

Christopher Hunt
als Angestellter

Grant Linneberg
als Bergarbeiter Nr. 2

Jimmy Herman
als Bergarbeiter Nr. 3

Die Handlung von Das Reich und die Herrlichkeit

Dillon ist der Herrscher des kleinen Minenstädtchens Kingdom Come. Eines Tages kommen die tbc-kranke und mittellose Elena und ihre Tochter Hope in die unwirtliche, winterliche Stadt. Die Mutter hofft, dass Hopes Vater, Dillon, sich um Hope kümmert. Dillon hatte sich als junger Einwanderer seinen Reichtum mit dem Verkauf von Frau und Tochter an einen einsamen Trapper verdient.

Sierra Nevada, 1867: Daniel Dillon ist Alleinherrscher und Sheriff des von ihm gegründeten Goldgräberstädtchens Kingdom Come. Eigentlich ein Grund zur Freude, doch den Gesetzeshüter plagen die Schatten der Vergangenheit. Alkoholisiert hat er einst Frau und Tochter für jene Schürfrechte verkauft, die ihn zum reichen Mann machten. Als Kingdom Come von der Eisenbahn erschlossen werden soll, kauft er sich von seiner Geliebten, einer Bordellbesitzerin, los, heiratet seine Ex-Frau erneut und legt Feuer in seinem kleinen Reich...

Als das Goldgräberstädtchen Kingdom Come von der Eisenbahn erschlossen werden soll, kauft sich der Alleinherrscher der Stadt von seiner Geliebten los, heiratet seine Ex-Frau erneut und steckt sein kleines Reich in Brand... Regisseur Michael Winterbottoms Thomas-Hardy-Verfilmung ist ein tragischer (Spät-)Western um Schuld und Sühne, der von dem vorzüglichen Spiel des Darsteller-Ensembles lebt.

Kritik zu Das Reich und die Herrlichkeit

Der durch klarsichtige Sozial- und Psychostudien wie "I Want You", "Butterfly Kiss" oder "Wonderland" bekannte britische Regisseur Michael Winterbottom hat nach "Jude - Herzen in Aufruhr" (mit Kate Winslet) zum zweiten Mal einen Roman von Thomas Hardy zur Vorlage gewählt, den er 1995 verfilmen wollte, aber nach dem Abspringen von Madonna und Robert De Niro verschieben musste. Aus der in einem fiktiven Wessex spielenden Geschichte um Aufstieg und Fall eines Mächtigen wurde ein imposanter epischer Spätwestern, der in den tief verschneiten Bergen der Sierra Nevada im Winter 1867 nach dem kalifornischen Goldrausch spielt.

Daniel Dillon (Peter Mullan aus Ken Loachs "My Name is Joe") ist Herrscher der symbolhaft Kingdom Come genannten Ortschaft, dem Mine, Bank, Hotel und Saloon gehören. Ein Ingenieur der Eisenbahn muss entscheiden, ob die Trassen durch das Dorf oder das nahe gelegene Tal führen werden, womit Dillons Nest ruiniert wäre. Parallel dazu bricht die Vergangenheit über den ehrgeizigen aber von Schuld zerfressenen Iren herein: Sein Reichtum beruht auf einer Schande: Im Rausch hat er seine Frau Elena (Nastassja Kinski) und die junge Tochter für Schürfrechte verkauft. Dillon kauft sich von seiner Geliebten (großartig Milla Jovovich als Bordellbesitzerin, wie Claudia Cardinale in "Spiel mir das Lied vom Tod" die Zukunft des Landes) los, heiratet Elena noch einmal und setzt sein Königreich in Brand.

Winterbottoms von ihm selbst ironisch "Potato Western" (wegen der Bodenständigkeit) genanntes Epos vereint als Period Piece formal überragend, mit solider Regie- und meisterhafter Kameraarbeit sowie symphonisch emotionalisierender Musik (Michael "Piano" Nyman) die Eigenschaften eines guten Western: Klare Konflikte, König Lear im Hochgebirge, Schuld und Sühne, die Eisenbahn wie in Sergio Leones epochalem Todeslied, Schnee wie in "Leichen pflastern seinen Weg" und die Authentizitätswut und Konflikte der Pioniere wie in "Heaven's Gate". Einer der Höhepunkte: Wie einst Werner Herzogs "Fitzcarraldo" mit dem Schiff lässt Winterbottom einen Holzhaus-Rundbau von Pferden durch den Schnee ziehen. Für Genrefreunde ein Muss. ger.

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Info

Plakat des Films: Das Reich und die Herrlichkeit
  • FSK ab 12 freigegeben

FSK: ab 12

Kinostart: 08.11.2001

Großbritannien/Kanada 2000

Länge: 2 h 1 min

Genre: Western

Originaltitel: The Claim

Regie: Michael Winterbottom

Drehbuch: Frank Cottrell Boyce

Musik: Michael Nyman

Produktion: Andrew Eaton

Kostüme: Joanne Hansen

Kamera: Alwin H. Kuchler

Schnitt: Trevor Waite

Ausstattung: Mark Tildesley, Ken Rempel