Jessica Schwarz kämpft als Adoptivtochter von Michael Gwisdek in diesem preisgekrönten Drama um die Wahrheit ihrer Herkunft und um ihre Identität.

Kinostart: 10.02.2011

Handlung

Der Flughafen von Buenos Aires ist für die deutsche Schwimmerin Maria eigentlich nur eine Zwischenstation auf dem Weg nach Chile. Doch ein Kinderlied, das sie zufällig hört, weckt Erinnerungen, und sie verpasst den Anschlussflug. Sie beschließt, etwas länger zu bleiben, und erfährt, dass sie als Dreijährige adoptiert wurde, ihre biologischen Eltern zu den Verschwundenen des Militärregimes gehörten. Sie macht sich auf die Suche nach Familienangehörigen.

Der Flughafen von Buenos Aires ist für die deutsche Schwimmerin Maria eigentlich nur eine Zwischenstation auf dem Weg nach Chile. Doch ein Kinderlied, das sie zufällig hört, weckt Erinnerungen, und sie verpasst den Anschlussflug. Sie beschließt, etwas länger zu bleiben, und erfährt, dass sie als Dreijährige adoptiert wurde, und ihre biologischen Eltern zu den Verschwundenen des Militärregimes gehörten. Sie macht sich auf die Suche nach Familienangehörigen.

Kritik

Jessica Schwarz kämpft als Adoptivtochter von Michael Gwisdek in diesem preisgekrönten Drama um die Wahrheit ihrer Herkunft und um ihre Identität.

Auf den Festivals in Montreal und Zürich heimste Florian Cossen den Jury- und Publikumspreis ein und bei den Hofer Filmtagen den Eastman Förderpreis. In imposanten 35mm-Cinemascope-Bildern beweist der Absolvent der Filmakademie Baden-Württemberg Talent für die große Leinwand und führt in seinem Abschlussfilm nach Buenos Aires, wo die deutsche Schwimmerin Maria am Flughafen strandet.

Dort lauscht sie einem fremden Kinderlied, das Erinnerungen an ihre Kindheit weckt. Sie verpasst ihren Weiterflug nach Chile und bleibt in der unbekannten Megacity. Ihr eilends nachgereister Vater gesteht, dass er und seine Frau sie adoptierten, als ihre leiblichen Eltern 1980 unter der argentinischen Militärdiktatur verschwanden. Ein Schock für die junge Frau, die wissen will, woher sie kommt, während der Vater die Vergangenheit ruhen lassen möchte. Auf ihrer hartnäckigen Suche findet die 31-Jährige Angehörige und erfährt Zuneigung und Liebe im neuen Familienkreis.

Das düstere Kapitel argentinischer Geschichte mit über 30000 Verschwundenen wird nur gestreift und als Hintergrund für dieses psychologische Drama genommen. Nur manchmal klingen die verdrängten Ereignisse an, wenn der Polizist und Liebhaber seinen Beruf bei Marias Familie geheim halten oder sein Vater nicht auf die Militärdiktatur angesprochen werden möchte. Es herrscht ein Konsens des Schweigens, der gilt jedoch nicht, wenn es um den deutschen Fabrikmanager geht, der mit seiner Frau das dreijährige Mädchen "gestohlen" haben soll.

Im Mittelpunkt stehen der Vater-Tochter-Konflikt und das zerstörte Vertrauen, das langsame Herantasten an eine noch fremde Identität. Cossen leuchtet den schmerzhaften Prozess der Selbstfindung aus und beeindruckt durch Nähe zu den Figuren und atmosphärische Dichte, Jessica Schwarz überzeugt in ihrer zurückgenommenen Darstellung, auch wenn in manchen Szenen die Zeichnung ihrer Person in der harschen Haltung zum Vater emotional nicht ganz stimmig wirkt. Interessant die Annäherung an eine Stadt und eigene Melodie, in deren Viertel sich das Heute und Gestern mischen zu einem Blick auf das Morgen, und an ihre Menschen, in deren Leben vordergründig Alltag eingezogen ist, auch wenn die durch die brutale Politik geschlagenen Wunden unter der Oberfläche weiter schwären. mk.

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Info

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FSK: ab 12

Kinostart: 10.02.2011

Argentinien/Deutschland 2010

Länge: 1 h 33 min

Genre: Drama

Originaltitel: Das Lied in mir

Regie: Florian Cossen

Drehbuch: Elena von Saucken, Florian Cossen

Musik: Matthias Klein

Produktion: Jochen Laube, Fabian Maubach

Kostüme: Sandra Fink

Kamera: Matthias Fleischer

Schnitt: Philipp Thomas

Ausstattung: Victoria Pedemonte

Website: www.dasliedinmir.de/

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