Kinostart: 07.12.1995

Handlung

In New York, Berlin und Tokio findet dreimal (fast) die gleiche Geschichte statt: Ein Mann/eine Frau müssen sich innerhalb von neunzig Minuten entscheiden, ob er/sie mit dem/der jeweiligen Partner/in zusammenbleiben will. In dieser Zeit bleibt natürlich genügend Raum für Liebe, Eifersucht oder Gewalt.

Kritik

Der New Yorker Auteur Hal Hartley, durch Filme wie "Simple Men" oder "Trust" bestens bekannt, hat in Deutschland eine treue Anhängerschaft, die sich auch "Flirt" nicht entgehen lassen wird. Die Fans werden nicht enttäuscht, denn auch hier bleibt Hartley seinen altbekannten künstlerischen Maximen treu. Seine unaufwendigen Werke sind eher Momentaufnahmen "realen" Lebens als traditionelles Erzählkino. Kleine, eher nebensächliche Beobachtungen zu Menschen und Dingen finden bei dem Mann aus Long Island den Weg auf die Leinwand, der große Gestus, das bigger than life Hollywoods, sucht man bei Hartley vergebens. Nach der vergleichs-weise aufwendigen Produktion "Amateur" (mit Isabelle Huppert) hat sich Hal Hartley mit seinem jüngsten Film wieder seiner kleinen Geschichten, seiner "kleinen Katastrophen" besonnen. Zwischen 1993 und 1995 entstanden, erzählt "Flirt" dreimal die (fast) identische Geschichte: In New York, Berlin und Tokio müssen Mann/Frau sich innerhalb von 90 Minuten entscheiden, ob er/sie mit dem jeweiligen Partner zusammenbleiben wollen. In den eineinhalb Stunden, in denen auch andere Partner ausprobiert werden, kommt es zu Eifersuchtsszenen und einem Revolverschuß, der zu einer bösen Gesichtsverletzung führt."Flirt" war ursprünglich ein 23minütiger Kurzfilm, der auf den Filmfestivals von Rotterdam und Toronto aufgeführt wurde. Von der guten Resonanz beeindruckt, beschloß Produzent Ted Hope, den Film "auszubauen". Nachdem er in Deutschland und Japan Geld flüssig gemacht hatte, stellte er es Hal Hartley zur Verfügung, damit dieser ein abendfüllendes Werk realisieren konnte. Der Regisseur straffte daraufhin seinen Kurzfilm um sieben Minuten, verwandelte ihn in die erste Episode des Spielfilms und inszenierte zwei weitere, wobei er beschloß, daß diese Variationen des Orginalmaterials sein sollten, nicht Fortführungen. So ist es auch zu erklären, warum gerade der erste Teil von "Flirt" so gut funktioniert. Die Geschichte ist witzig, originell und überraschend, die Schauspieler agieren überzeugend und frisch. In den beiden, oft wortwörtlichen Wiederholungen vor wechselndem Hintergrund macht sich jedoch auch Langeweile breit. Der formal witzige Gedanke einer dreifachen Spiegelung trägt die 85 Minuten, die das Endprodukt dauert, nur bedingt. So scheint es leider eher unwahrscheinlich, daß "Flirt" außerhalb des bestehenden Hartley-Fankreises einen großen Eindruck hinterlassen wird. geh.

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Info

Plakat des Films: Flirt
  • FSK ab 12 freigegeben

FSK: ab 12

Kinostart: 07.12.1995

Deutschland/Japan/USA 1995

Länge: 1 h 25 min

Genre: Drama

Originaltitel: Flirt

Regie: Hal Hartley

Drehbuch: Hal Hartley

Musik: Ned Rifle, Jeffrey Taylor

Produktion: Ted Hope

Kamera: Michael Spiller

Schnitt: Hal Hartley