Neuverfilmung der "wahren Geschichte" um ein Spukhaus und seine böse außerweltliche Präsenz.

Kinostart: 21.04.2005

Ryan Reynolds

Ryan Reynolds
als George Lutz

Melissa George

Melissa George
als Kathy Lutz

Jesse James
als Billy Lutz

Jimmy Bennett
als Michael Lutz

Chloe Grace Moretz
als Chelsea Lutz

Rachel Nichols
als Lisa

Philip Baker Hall
als Pater Callaway

Isabel Conner
als Jodie Defoe

Brendan Donaldson
als Ronald Defoe

Annabel Armour
als Realtor

Handlung

Mitte der 70er Jahre ersteht die fünfköpfige Familie Lutz recht günstig eine auf den ersten Blick traumhafte Immobilie in dem idyllischen Örtchen Amityville. Sie stört es wenig, dass dort nur ein Jahr zuvor ein Familienvater seine komplette Verwandtschaft blutrünstig getötet hat, nachdem ihm angeblich Stimmen aus dem Jenseits die Tat befohlen hatten. Nun droht sich der Horror zu wiederholen.

Produzent Michael Bay bedient sich für sein Geisterhaus-Remake wie schon beim "Texas Chainsaw Massacre" erneut an einem Kassenknüller der 70er.

Ein Jahr nachdem das Haus an der Ocean Avenue Tatort einer Tragödie wurde, ziehen George und Kathy Lutz mit ihren Kindern dort ein. Bald zeigt sich, dass die Präsenz, die bereits einen Mann in den Wahnsinn trieb, noch immer das Klima vergiftet. Während fast jeder von Visionen gequält wird, verändert sich George zur aggressiven Persönlichkeit, die glaubt, einen grausamen Auftrag zu haben.

Ein Jahr nach einem Amoklauf, bei dem sechs Personen starben, bezieht die Familie Lutz ihr neues Heim - den Schauplatz der damaligen Tragödie. Abgesehen von den Reibereien zwischen Stiefvater George und dem ältesten Sohn seiner Frau offenbaren sich bald weitere unangenehme Seiten der neuen Situation. So zieht es George magisch in den Keller, spricht Tochter Chelsea plötzlich ausgiebig mit ihrer imaginären Freundin Jodie und wird der jüngste Sohn von Angstattacken geplagt. Zurecht, wie sich im Laufe eines fatalen Gewitters zeigt.

Kritik

Die Axt im Haus erspart den Eheberater. Was auch immer die Beziehung von George und Kathy Lutz nach 28 Horrortagen in der Ocean Avenue 112 fast fatal beendete, wird auch 26 Jahre nach der Erstverfilmung mit einem bösen Geist erklärt. Auch im Remake des Clip-Spezialisten Andrew Douglas spielt ein Spukhaus mit gewohnten Schocktechniken seine Trümpfe aus. Dabei dürfte der heute noch notorisch schlechte Ruf des Gebäudes als Publikumsköder eine größere Rolle spielen als jede Kritik des Films und letztlich dafür sorgen, dass auch diese Geisterbahn trotz des Überangebots der letzten Zeit ordentlich besucht werden wird.

Wie Sidney Furies unterschätzter Spuk "The Entity", den Hideo Nakata demnächst für eine neue Generation adaptiert, basiert auch "The Amityville Horror" auf einer "wahren Geschichte", um die Legendenbildung eingesetzt hat. Auch 30 Jahre danach diskutieren in Gläubige und Zweifler gespaltene Internetfraktionen intensiv, ob die Lutz-Familie wirklich von einem Geist terrorisiert oder von guten Honorarperspektiven zu ihrer Horrorstory animiert wurde. Die Präsenz als urban legend jedenfalls ist ein Marketingvorteil auch für diese Neuauflage, die allerdings ein abgebrühteres Publikum als damals schrecken muss.

So wird alles aufgefahren, was sich im Genre als tauglich erwiesen hat: gespenstische Schatten, die im Rücken der Figuren vorbeirasen. Satanische Stimmen, die zum Töten auffordern. Tote Mädchen, die ausgewählten Lebenden erscheinen. Leichen, die sich plötzlich materialisieren. Eingedampfte Spiegel, die Übles verbergen und schließlich, wie schon in "The Shining" oder "Kill, Daddy, Kill", ein Vater, der im Klimax Amok läuft.

Der Prolog etabliert im Stroboskop-Flickern die Vorgeschichte von Ronald DeFeo, der 1974 seine Eltern und vier Geschwister im Schlaf ermordete und danach behauptete, von Stimmen zu dieser Bluttat getrieben worden zu sein. Ein Jahr später zieht die Lutz-Familie mit drei Kindern in das Haus ein, das sich schnell von seiner abweisenden Seite zeigt. Stiefvater George (Ryan Reynolds, einmal nicht als Clown und oneliner-Maschine), dessen Akzeptanzprobleme mit dem ältesten Sohn von Kathy (Melissa George) nicht mehr als zwischenmenschliche Konfliktdekoration sind, wird magisch vom Keller und den dort zentrierten Kräften angezogen. Stieftochter Chelsea kommuniziert ausgiebig mit ihrer neuen "imaginären" Freundin Jodie. Der jüngste Sohn zittert sich nachts zur Toilette - eine der besten, wenn auch von "The Sixth Sense" inspirierten Sequenzen. Und schließlich kriegt eine Babysitterin, die die Angst der Kids genussvoll schürte, im Refugium von Jodie die Lektion ihres Lebens. Spätestens hier hätte jede ganz normale Familie die Koffer gepackt, doch diese harrt aus, bis im Gewitterfinale George seiner blutigen Bestimmung folgt.

Die immanenten Probleme der Originalstory - das Ignorieren der auch äußerlich bemerkbaren Veränderung des Vaters, die unerklärlich späte Recherche der grausamen Vorgeschichte, die hohe Duldungstoleranz angesichts greifbarer Bedrohung - klärt auch diese Verfilmung nicht, die gut daran tat, die im Original stärker präsente und vom Bösen verfolgte Figur des Priesters auf Kleinauftritte einzudampfen. Im Make-up-Bereich und auch in den Suspense-Sequenzen erzielt "The Amityville Horror" durchaus Wirkungstreffer und platziert am Ende den unangenehmsten Schock, der dem Schicksal einer Figur eine tragische Note zuweist, die wahren Horror erkennbar macht. kob.

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Info

Plakat des Films: Amityville Horror
  • FSK ab 16 freigegeben

FSK: ab 16

Kinostart: 21.04.2005

USA 2005

Länge: 1 h 29 min

Genre: Horror

Originaltitel: The Amityville Horror

Regie: Andrew Douglas

Drehbuch: Scott Kosar

Musik: Steve Jablonsky

Produktion: Michael Bay, Andrew Form, Bradley Fuller

Kostüme: David C. Robinson

Kamera: Peter Lyons Collister

Schnitt: Christian Wagner, Roger Barton

Ausstattung: Jennifer Williams, Marco Rubeo

Website: http://www.amityvillehorror-derfilm.de

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