Die Handlung von Sexy Beast

Ihre Beziehung als kompliziert zu bezeichnen, wäre arg untertrieben. Schon in den 90ern machten Gal Dove (James McArdle) und Don Logan (Emun Elliott) in London gemeinsame Sache. Angezogen vom verführerischen Wahnsinn der englischen Verbrecherwelt, drehen die beiden Partner ein Ding nach dem anderen. Dabei lernt Gal eines Tages die bezaubernde Deedee Harrison (Sarah Greene) kennen, die ihm sofort den Kopf verdreht – und das Unternehmen von Gal und Don gefährlich ins Wanken bringt. Denn: Deedee will ihr Schicksal endlich selbst in die Hand nehmen und sieht Gal als Chance, um ihrem Dasein als Erotikfilmstar zu entfliehen. Doch vor allem der undurchschaubare Gangsterboss Teddy Bass (Stephen Moyer), für den Gal und Don seit einiger Zeit arbeiten, sieht das alles gar nicht gern...


Kritik zu Sexy Beast

Für viele ist „Trainspotting – Neue Helden“ nicht nur eines der besten britischen Crime-Dramen aller Zeiten, sondern auch das Fundament für eine neue Welle der Krimi-Unterhaltung von der Insel. Vier Jahre nach Danny Boyles Ausnahmecoup begab sich 2000 auch Jonathan Glazer mit „Sexy Beast“ erfolgreich auf Boyle'sches Terrain. Obwohl das starbesetzte Crime-Drama insgesamt nie so bekannt wurde wie sein Vorbild aus dem Jahr 1996, hat sich Paramount+ jetzt an eine Vorgeschichte zu unseren infamen Ganoven gesetzt: In der ebenfalls „Sexy Beast“ betitelten Prequelserie begleiten wir Gal Dove und Don Logan bei ihren Anfängen im Gangster-Business in den 90ern.

Zwischen Danny Boyle und Guy Ritchie

Die Stars von damals um Ray Winstone, Ben Kingsley und Ian McShane sind in der „Sexy Beast“-Serie natürlich nicht mehr mit dabei. Und das ist – wenn hier überhaupt meckern mag – das größte Problem. Die Darsteller müssen in gigantische Fußstapfen treten, die sie realistisch betrachtet einfach nicht füllen können. Schaut man „Sexy Beast“ im direkten Vergleich zum Original, hält die Serie von Paramount+ dem Druck schlichtweg nicht stand.

Aber: Weil „Sexy Beast“ neben Danny Boyle auch den klassischen Guy Ritchie („Snatch – Schweine und Diamanten“, „Bube, Dame, König, grAS“) zitiert und einen ganz eigenen, hochdynamischen und herrlich verrotzten Stil etabliert, taugt das Prequel einiges – sofern man denn die Vergleiche ausblenden kann. Ähnliche Situation wie bei Ritchies „Snatch“-Serie, die vor einigen Jahren mit Rupert Grint in der Hauptrolle lockte und nie so recht zündete. Auch „Snatch“ hatte absolut keine Chance gegen das Original, funktionierte als eigenständiges Projekt aber gar nicht mal schlecht.

Lohnt sich, wenn ihr Jonathan Glazers Crime-Klassiker ausblenden könnt. Dann bekommt ihr mit dem „Sexy Beast“-Prequel eine spannende, britpunkige Crime-Serie mit viel Potenzial, guten Darstellern und starkem Humor.