Starbesetztes Remake der gleichnamigen Horrorkomödie von Bryan Forbes aus dem Jahr 1975 über die Rache der Hausfrauen einer amerikanischen Vorstadt an ihren Ehemänner.

Kinostart: 15.07.2004

Nicole Kidman

Nicole Kidman
als Joanna Eberhart

Matthew Broderick

Matthew Broderick
als Walter Eberhart

Bette Midler

Bette Midler
als Bobbi Markowitz

Roger Bart
als Roger Bannister

Glenn Close
als Claire Wellington

Christopher Walken
als Mike Wellington

Jon Lovitz
als Davie Markowitz

Matt Malloy
als Herb Sunderson

Mike White
als Hank

David Marshall Grant
als Jerry Harmon

Faith Hill
als Sarah Sunderson

Mary Beth Peil
als Helen

Lisa Masters
als Carol Wainwright

Handlung

Joanna Eberhart (Nicole Kidman) ist erfolgreiche Jungpräsidentin eines Fernsehsenders und frischgebackene Mutter. Nach ihrem Umzug in die verschlafene Vorstadt staunt sie nicht schlecht, als alle anderen Frauen der Umgebung mit Ausnahme von Freundin Bobbie (Bette Midler) ihre komplette berufliche wie intellektuelle Erfüllung in Kochen, Putzen und anderen Hausfrauenpflichten finden. Als Joannas und Bobbies Männer sich dem lokalen Herrenclub anschließen, stehen die Alarmzeichen auf rot.

Auf einem Roman von Ira Levin ("Rosemary's Baby") und dessen TV-Erstverfilmung aus dem Jahr 1975 basiert diese mit Matthew Broderick und Nicole Kidman prominent besetzte SciFi-Horrorkomödie von Alltagssatiriker Frank Oz ("Was ist mit Bob?").

Die junge Ehefrau und Mutter Joanna zieht mit ihrem Gatten von Manhattan in die Pendler-Vorstadt Stepford in Connecticut. Gemeinsam mit ihrer einzigen "normalen" neuen Freundin Bobbie muss sie zu ihrem blanken Entsetzen schnell feststellen, dass alle wie geklont wirkenden Hausfrauen in Stepford ausschließlich am Kochen, Putzen und dem Wohlergehen ihrer Ehemänner interessiert sind. Als Joannas und Bobbies Männer sich ebenfalls Stepfords Herrenclub anschließen, der auf einem schwer bewachten Anwesen zusammenkommt, sind sie alarmiert.

Das Ehepaar Joanna und Walter Eberhart zieht von Manhattan ins verschlafene Stepford. Grund: Die höchst erfolgreiche Reality-TV-Produzentin Joanna ist gefeuert worden und will sich nun in der Pendler-Vorstadt von ihrem Nervenzusammenbruch erholen. Dort tritt Walt einem vom smarten Mike Wellington angeführten, geheimnisumwitterten Männerbund bei, während sich Joanna mit der bissigen Schriftstellerin Bobbie Markowitz anfreundet. Zu gerne wüssten die beiden Damen, was ihre besseren Hälften in deren Club so treiben.

Kritik

Das Original von 1975 nach dem Roman von Ira Levin war ein metaphernreicher Horror/Science Fiction-Thriller über männliche Paranoia angesichts der damals noch feurig-frischen Frauenbewegung. Das aktuelle Remake von Regisseur Frank Oz ("In & Out") hingegen ist als schwarze Postfeminismus-Komödie angelegt. Hier wird die fragile Männerpsyche nicht lediglich durch die Gleichberechtigung, sondern die allgemeine Überlegenheit der modernen Frau in Frage gestellt. Eine Verbesserung zum Original bedeutet dies nur bedingt. Lediglich die Besetzung der Protagonistin mit Oscar-Preisträgerin Nicole Kidman ("The Hours") und beinahe alle weiteren Rollen ist hochkarätiger ausgefallen, was die kommerziellen Aussichten natürlich deutlich erhöht.

Kidman versprach sich offensichtlich nach einer langen Liste von ernsteren Projekten wie zuletzt "Unterwegs nach Cold Mountain" mit der stereotypisch sarkastischen Komödie eine kurzweilige Abwechslung. Schließlich macht es sich diese Neuinterpretation laut Drehbuchautor Paul Rudnick ("In & Out") zur Aufgabe, den heutigen "ausufernden Konsum und das Streben nach Perfektion" zu parodieren. Doch die Umsetzung ist nur stellenweise wirklich witzig ausgefallen, während das Suspense-Element durch den bekannten Schlusstwist des Originals fast vollständig untergraben wird. Denn die Neuversion macht (gezwungenermaßen) kein Geheimnis daraus, dass es sich bei den (sex)püppchenhaften Frauen von Stepford um Gehirn gewasche Roboter handelt. Als krasses Gegenteil zu diesen in pastellblumige Kleider gehüllten Busenbimbos, die ihren Männern untertänigst sogar in Stöckelschuhen die Golftaschen tragen, wird Protagonistin Joanna eingeführt. Mit jungenhaftem, dunkelbraunem Kurzhaarschnitt und gewandet in schwarze Businesskostüme, ist die erfolgreiche New Yorker Reality-TV-Produzentin die Verkörperung der "Männer kastrierenden Bitch". Doch nach Jobverlust und Nervenzusammenbruch zieht sie mit ihrem Mann Walter (passend farblos: Matthew Broderick) und ihren beiden Kindern in den pittoresken Vorort Stepford. Dort sind die Villen protzig, die Frauen Statussymbolen entsprechend perfekt und die unattraktiven Männer umschwärmte Halbgötter. Joanna, die in der markigen Autorin Bobbi (Bette Midler als unordentliches Unikum) und dem schwulen Roger (Roger Bart) zwei normale Gleichgesinnte findet, ist von diesem unnatürlichen Idyll alarmiert. Doch Walter reizt es ,diesen amerikanischen (Männer-)Traum zu leben, besonders nachdem er in den Herrenclub unter Leitung von Mike Wellington (Christopher Walken) aufgenommen wird. Da Walters Ehe mit Joanna aufgrund ihrer Überlegenheit in allen Bereichen sowieso auf wackligen Beinen steht, steht er ihrer Generalüberholung nicht abgeneigt gegenüber. Das dramatische und "auflösende" Finale findet in einem opulenten Ballraum-Szenario statt.

Weitere Mitspieler umfassen Glenn Close mit umgekehrtem Cruella-DeVille-Charisma als Grande Dame der hörig-hohlköpfigen Stepford-Sklavinnen, Jon Lovitz als Bobbis jovialer Ehemann und Country-Star Faith Hill in ihrem Filmdebüt. Zu einer Zeit, in der das Kulturklima von extremem Makeover-Fieber befallen ist, wird einiges Augenmerk auf die Verwandlung der urig-schlampigen Bobbi zur perfekt gestylten Über-Hausfrau sowie Rogers 180-Grad-Wendung vom lebenslustigen und in Gucci- und Versace-Outfits gekleideten Queer Guy zum steif-verklemmten Anzug-Republikaner gelegt. Auch Kidman, die den Großteil des auf knapp 90 Minuten offenkundig gestutzten Films als hässliches Entlein absolviert, darf den Endspurt in gewohntem Glamour vollziehen. Kostüme und Setdesign sind erwartungsgemäß erste Sahne, wenn doch nur der flache Erzählton so rund sein könnte wie die pneumatischen Oberweiten der Stepford-Frauen. ara.

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Info

Plakat des Films: Die Frauen von Stepford
  • FSK ab 12 freigegeben

FSK: ab 12

Kinostart: 15.07.2004

USA 2004

Länge: 1 h 33 min

Genre: Komödie

Originaltitel: The Stepford Wives

Regie: Frank Oz

Drehbuch: Paul Rudnick

Musik: David Arnold

Produktion: Scott Rudin, Edgar J. Scherick, Donald de Line, Gabriel Grunfeld

Kostüme: Ann Roth

Kamera: Rob Hahn

Schnitt: Jay Rabinowitz

Ausstattung: Peter Rogness, Jackson De Govia

Website: http://movies.uip.de/diefrauenvonstepford

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